Vorwürfe gegen Matt laut Gutachten unhaltbar

16. Februar 2012, 17:07

Präsident Thomas Häusle plädiert für Auflösung des Vereins

Wien - Die Übernahme der Kunsthalle Wien durch eine GmbH schreitet planmäßig voran: Seit Dienstag ist diese ins Firmenbuch eingetragen, die konstituierende Aufsichtsratssitzung wird am 29. Februar stattfinden. Für das operative Geschäft aber ist einstweilen noch der bisherige Kunsthallen-Verein zuständig. Erst wenn alle Verträge geprüft und alle Fakten am Tisch liegen, erwirbt die GmbH um einen Euro den gesamten Betrieb, wie er steht und fällt.

Thomas Häusle, Präsident des Vereins, rechnet mit einer Übergabe erst Ende März; dann sollte klar sein, wie die Zukunft von Direktor Gerald Matt aussieht. Dieser ist aufgrund diverser Vorwürfe, die vom Wiener Kontrollamt, der Staatsanwaltschaft und dem Wirtschaftsprüfungsunternehmen HLB Intercontrol untersucht werden, bis 31. März dienstfrei gestellt. Entgegen bisheriger Pläne dürfte der Kunsthallenverein nicht als Freundesverein weitergeführt werden: Bei der Pressebesichtigung der Ausstellung Skinny Sunrise von Urs Fischer sagte Präsident Häusle, dass er für eine Auflösung plädiere. Einen Freundesverein zu führen komme für ihn nicht infrage. Die Arbeit sei von Vorarlberg aus, wo er nach wie vor lebe, nicht auf sinnvolle Art zu leisten.

Der Presse übergab Häusle einen weiteren Bericht, den er auf Kosten der Kunsthalle bei der Wirtschaftsprüfungskanzlei IB Interbilanz Hübner in Auftrag gegeben hatte. Der Bericht entkräftet Vorwürfe, die von Profil erhoben worden waren. Das Nachrichtenmagazin berichtete im Oktober 2011 über fünf eidesstattliche Erklärungen von ehemaligen Angestellten und Mitarbeitern der Kunsthalle. Laut diesen soll Matt in den Jahren 1998 bis 2005 private Dienstleistungen über das Ausstellungshaus verrechnet haben, gebucht auf "Kostenstelle 10".

In dieser werden jene Aufwendungen erfasst, die keinen Projekten zuzuordnen sind, darunter Matts Dienstreisen, die nicht mit einer Ausstellung in Zusammenhang stehen. IB Interbilanz Hübner untersuchte den Posten "Arthandlingkosten" und fand dort "keine Hinweise auf privat veranlasste Belastungen". Die Prüfer fanden auch keinerlei Hinweise, dass Matt auf Kosten der Kunsthalle Reparaturarbeiten in seiner Wohnung oder Einbauten an seinem Auto durchführen ließ.

Dass mehrfach private Möbel von Matt transportiert worden seien, bestätigt Häusle laut Bericht. Matt hätte sie der Kunsthalle zur Verfügung gestellt, und daher seien sie "im Zuge mehrerer Übersiedelungen mittransportiert" und auch repariert worden. Es handelt sich dabei um insgesamt 64 Möbel und Einrichtungsgegenstände.  (Thomas Trenkler  / DER STANDARD, Printausgabe, 17.2.2012)

Kommentar posten
20 Postings
john pell
00
21.2.2012, 16:29

die kunsthalle ohne matt ist fad!

hermann heinreichstaler
54
17.2.2012, 08:35
Grüner stalinistische Kulturkampf

dieser und andere Vorgänge in Oberösterreich zeigen dass die Grünen hie Zingl da Anschober ihre Ziele mit brutalsten Mitteln der Verleugnung, Verunglipfung und Nötigung durchsetzten. "Wenn Matt nicht fliegt gibt es auch keine Subventionen". Demokratische Kultur ist den Grünen offensichtlich wie jeder anderen Partei - siehe Korruptionsausschuss - ein Fremdwort. Diese Partei stellt sich sobald sie Ämter besetzt als brutale Schlägertruppe für die vermeindlich "gute Sache" ( in Österreich : das was mir nutzt ) heraus. Und nur um das abzurunden am Ende nachdem sie Existenzen vernichtet haben werden sie selbst als das was sie sind belangt : Straftäter - siehe Causa Zingl STA Wien.

donna corleona
00
18.2.2012, 16:12

@h.heinreichstaler
haarsträubender Schwachsinn!

"derStandard" vom 29.12.2011:
... Die Kunsthalle Wien wird im kommenden Jahr um 100.000 Euro weniger an öffentlicher Unterstützung erhalten. Die Subvention werde von bis dato 4,15 Millionen auf 4,05 Millionen Euro gekürzt, teilte das Büro des Kulturstadtrats Andreas Mailath-Pokorny am Donnerstag auf Nachfrage mit. Dass die Reduzierung auf Betreiben der Grünen zustande komme, wie zuvor vom Vorstand des Kunsthallen-Vereins in einer Aussendung behauptet, wurde von der Stadt dementiert...

Big Jim007
210
16.2.2012, 18:09
Trenkler ganz tief

Herr Trenkler, was ist nur in Sie gefahren, ein von Häusle bzw. Matt in Auftrag gegebenes „Gutachten“ ernst zu nehmen? Die Rolle, die der Standard in der Causa Matt eingenommen hat, ist einer Qualitätszeitung nicht würdig. Pfui.

Lord Henry
44
17.2.2012, 08:42
Sie hättens gern einseitig?

Dafür gibts doch den Falter

Cle Mens
22
16.2.2012, 23:14
Naja, aber wie könnte

ein Wirtschaftstreuhänder dieser Größe es sich leisten, Gutachten zu fälschen? Und warum sollte? http://www.ibgroup.at/

Trenkler bemüht sich m.E. um Objektivität.

o glorioso pé de friedenreich
01
17.2.2012, 10:21
naja

aber etwas deutlicher hätte man schon drauf hinweisen können, dass das Gutachten von einer Seite in Auftrag gegeben wurde und nicht von einer neutralen Stelle.

Cle Mens
01
20.2.2012, 16:48
Aber

der Auftragnehmer muss bzw. sollte, da treuhänderisch tätig, neutral agieren.

Lt. Bullit
12
16.2.2012, 18:21
Armselig

Ich habe Häusle über viele Jahre ausschliesslich als äusserst korrekten Menschen erlebt.

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32
16.2.2012, 17:22

war immer sehr spannend, wenn er und die oberbuchhalterin nach einer seiner dienstreisen hinter verschlossenen türen wegen der abrechnung zum brüllen angefangen haben. kostenstelle 10, auch "das grab" genannt...

Keine Ahnung
10
18.2.2012, 12:00
schwerer Vorwurf,

dass es eine eigene Kostenstelle "10" gegeben hätte, und mir erscheint es nicht glaubhaft.
Aber vielleicht sind Sie tatsächlich der einsame Ritter, der Herrn Matt direkt für sein Handeln kritisert hat.
Im Übrigen nehme ich Herrn Matt nicht in Schutz, ich bin mir sicher, dass da viel faul war, aber Beschmutzungen mit angeblichem Insiderwissen in der Anonymität finde ich grauslig.

Keine Ahnung
00
18.2.2012, 11:55
schwerer Vorwurf,

Keine Ahnung
44
16.2.2012, 21:25
es ist möglich, dass Sie Recht haben,

aber es steht Ihnen nicht zu, so schwere Vorwürfe im Schutz der Anonymität hinzuschmeißen.

Überhaupt finde ich es eklig, wie alle MitarbeiterInnen sich jahrelang für private Zwecke / Mehreinnahmen etc. missbrauchen ließen und jetzt gemeinsam den Kaiser stürzen, wo war die Courage vorher?

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03
17.2.2012, 13:34

schwerer vorwurf, weil gebrüllt wird - naja. im schutz der anonymität - hier schon. couragierte mitarbeiter gabs damals auch, aber nicht lange. und ihr courageargument ist überhaupt ein bissl hatschert. ich persönlich hab mir da nichts vorzuwerfen. dem sonnenkönig wurde auch ins gesicht gesagt, dass "diese dinge" auf ihn zurückfallen könnten, er meinte, dass das ohnehin niemanden interessieren würde.

somit besser später mut als ewiges schweigen, den anderen autokraten wirds jedenfalls zu denken geben.

wackelkandidat
11
17.2.2012, 07:35

wo war die Courage vorher?

Wenn man seinen Job behalten will, legt man sich nicht mit dem Chef an.

Keine Ahnung
12
17.2.2012, 12:16
leider herrscht in der gesamten Kunstszene,

ob bei KuratorInnen oder KünstlerInnen, Verdrängungskampf statt gewerkschaftlichen Gemeinschaftsdenkens. Wenn alle couragiert agieren würden, kann man sie auch nicht feuern, denn dann gäbe es kein Personal mehr.
Neo-liberaler als viele meine KollegInnen agieren, gehts sonst nur am Kapitalmarkt zu...

readymate
02
17.2.2012, 18:35
gut gewählt,

Ihr Nick...!

.

Keine Ahnung
00
18.2.2012, 11:54
ach, wie lange können Bärte eigentlich wachsen?

readymate
01
18.2.2012, 16:14
Keine

Ahnung...!

.

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