Auch Wien stellt Nulllohnrunde in Aussicht

16. Februar 2012, 14:40

Brauner verspricht: Weitere Gebührenerhöhungen nicht geplant

Wien - Den Bediensteten im öffentlichen Dienst steht auch in der Bundeshauptstadt Wien eine Nulllohnrunde ins Haus: Denn wenn es im Bund eine solche gibt, wird auch die Stadt mitziehen. Das kündigte Finanzstadträtin Renate Brauner (SPÖ) am Donnerstag im Gespräch mit Journalisten an. Schon bisher hätte Wien meist die im Bund vereinbarten Abschlüsse nachvollzogen, betonte sie. Was das Wiener Sparpaket hingegen nicht bringen wird, sind Gebührenerhöhungen, versprach jedenfalls die Ressortchefin.

Brauner zeigte sich zufrieden mit der am Mittwoch bei der Tagung der Finanzlandesreferenten erzielten Einigung. Wien wird rund ein Fünftel, also knapp eine Mrd. Euro der geplanten Einsparungen, schultern. "Es sind sicher große Aufgaben, die vor uns liegen. Es wäre unfair, zu versprechen, dass niemand von einem Sparpaket was merkt", so Brauner.

Sicherer Arbeitsplatz

Was etwa für die Beamten gelten wird. Eine Nulllohnrunde sei aber vertretbar, zeigte sich Brauner überzeugt. Immerhin würden die Betroffenen dafür über einen sicherer Arbeitsplatz verfügen. Fix ist laut Brauner auch die Nicht-Nachbesetzung von Posten, etwa im Rechnungsamt.

Den "großen Brocken" gebe es im Wiener Sparpaket nicht. Eher handle es sich um die Summe von Einzelmaßnahmen wie der Evaluierung der Wirtschaftsförderung oder das bereits beschlossene Spitalkonzept. Große Hoffnungen setzt Wien laut Brauner auch in die laufenden Verhandlungen zur Gesundheitsfinanzierung.

Gebührenerhöhungen sind nicht geplant - und auch die jüngst verkündeten sind laut der Wiener Finanzstadträtin sofort in die Erhaltung der Infrastruktur geflossen. Auch der Gratiskindergarten, die Ausbildungsgarantie für Lehrlinge oder der U-Bahn-Ausbau werden laut Brauner nicht angetastet. "Natürlich könnte ich sagen, wir stoppen den U-Bahn-Bau. Da hätte ich sofort einige hundert Millionen", rechnete sie vor. Ein Zurücknahme von Investitionen würde aber generell der Konjunktur schaden, gab die Stadträtin zu bedenken.

Pensionsregelung für Rathaus-Beamte

Unangetastet bleibt laut Brauner auch die Pensionsregelung für Rathaus-Beamte, an der es regelmäßig Kritik gibt. So hatte etwa der Rechnungshof wiederholt bemängelt, dass die Übergangsfristen deutlich länger sind als jene auf Bundesebene. Brauner erinnerte daran, dass sie selbst gegen die blau-schwarze Pensionsreform demonstriert habe - und darum nicht an eine Änderung der (2004 beschlossenen, Anm.) Wiener Pensionsregelung denke. (APA)

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10 Postings
Sheriff Jack Mauer
00
22.2.2012, 09:37
Beamtenhatz

So schaut es aus. Ein Lohnverzicht ist eigentlich immer ein Armutszeugnis. Viele verdienen bei der Gemeinde auch nicht mehr als um die 1200 Euro in Spitälern, Pflegheimen etc. Das ist körperlich extrem schwere Arbeit im Schichtdienst z.b, viele Alleinerzieherinnen darunter.

Ausserdem bekommen echte Wiener Landes-Beamte ja Biennalsprünge, Vertragsbedienste der Gemeinde oft nicht...

Die Mrd irgendwo versenken und bei den kleinen einsparen geht so nicht..........

soso....
00
17.2.2012, 15:07
Eine Nulllohnrunde sei aber vertretbar...

da sind sicher sehr viele alleinerziehende pflegerinnen, kindergärtnerinnen, sekretärinnen und bim-fahrerinnen ganz ihrer meinung, frau vizebürgermeisterin, stadträtin für finanzen, wirtschaftspolitik und wiener stadtwerke sowie vorsitzende der wiener SPÖ-frauen ...

Capricorn89
00
17.2.2012, 10:46
Einmal mehr argumentiert Fr. Stadträtin Brauner

knapp aber doch an der Wahrheit vorbei. Von den rund 60.000 Bediensteten der Stadt Wien arbeiten rund 85% in ausgegliederten (privatisierten) Bereichen wie z.B. dem KAV (30.000!), den Wr. Linien. Wienenergie usw. Von den rund 9000 Leuten in der Hoheitsverwaltung sind rund zwei Drittel Vertragsbedienstete. Bleiben also knapp 3000 Pragmanen. Diese Anazhl wird am laufenden Band systematisch reduziert.
Tatsache ist also, dass für rund 5% der Bediensteten (von denen sehr viele dem Großverdienerbereich zuzurechnen sind) 100% auf eine Lohnerhöhung verzichten sollen. Das ist soziale Gerechtigkeit a la SPÖ.
Und was den Druck betrifft: Keiner der beamtenfressenden Dolme würde den Job z.B. einer Kindergärtnerin auch nur eine Stunde lang packen!

Michael Bakunin
00
23.2.2012, 08:27

Der KAV ist nicht ausgegliedert, sondern Teil des Magistrats.
Wr. Linien, Wien Energie usw. sind zwar ausgegliedert, aber nicht privatisiert. Sie befinden sich zu 100% im Eigentum der Stadt Wien.
Aber prinzipiell geb ich dir Recht, was die Ablehnung einer Nulllohnrunde betrifft.

Befreier von Butter und Eier
01
17.2.2012, 08:30
Weitere Gebührenerhöhungen nicht geplant

Naja, was will man den eigentlich noch großartig erhöhen. Man hat ja eh kaum etwas ausgelassen 2011.

Alfred Zopf
00
16.2.2012, 18:16

Eigenartig, warum soll die Beamten-Pensionsordnung nicht dem Bund angepasst werden, es würden ja nur einige Super-Pensionisten Kürzungen erhalten, für den Großteil würde es überhaupt keine Verschlechterung bedeuten, warum dieses Beharren auf die Privilegien weniger ? Natürlich auf Kosten vieler kleiner BeamtInnen ! Ist logisch nicht nachvollziehbar und unfair !

M. deLind
86
16.2.2012, 14:55
In den 1970ger Jahren...

gab es Vollbeschäftigung, und nur Wenige wollten in den öffentlichen Dienst, da man dort wesentlich weniger als in der Wirtschaft verdienen konnte. Juristen etwa waren kaum zu kriegen, Maturanten gab es bei Weitem weniger als jetzt. Das hat sich völlig umgekehrt. Heute verdient man in der Wirtschaft wesentilch weniger und ist permanent von Jobverlust bedroht. Es gibt jede Menge an qualifizierten Maturanten, Juristen, Betriebswirten u.a.m., die froh wären, einen Job im öffentlichen Dienst zu bekommen und auch um wesentlich weniger arbeiten würden. Die geforderte Arbeitsleistung und der tägliche Druck sind in der Wirtschaft wesentlich höher als im öffentlichen Dienst. Hier ist eine Anpassung (etwa nach Schweizer Muster) längst überfällig.

Michael Bakunin
00
23.2.2012, 08:29
unwissend?

wenn du wusstest, was man al akademiker im gemeindedienst verdient, würdest du nicht solchen unsinn behaupten.
in der privatwirtschaft verdient man wesentlich mehr bei gleicher qualifikation.

Sheriff Jack Mauer
00
22.2.2012, 09:40
Neid?

Wenn andere schlechter leben und auch "gelohndumpt" werden, geht es ihnen dann besser????

Der Klose
07
16.2.2012, 15:54
GEMACH, GEMACH

Der Arbeitsplatz ist relativ sicher. aber das mit dem Druck stimmt nicht. Zumindest in den bürgernahen Dienststellen wie Polizei, Krankenanstalten, Schulen, und wahrscheinlich noch einige mehr geht's genauso kundenorientiert zu wie in einem Handelsgeschäft. Und für einen adäquaten Gehalt, der nicht von dumping durch den Arbeitgeber gedrückt ist, dafür muß man niemanden, der auch die entsprechende Ausbildung absolvieren muß, beneiden.

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