Lehrer-Handbuch soll Vorurteile in Schulen bekämpfen

16. Februar 2012, 12:35
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Richtet sich an Lehrer der AHS-Unterstufe und Hauptschule - Finanzierung durch Spenden von Privatpersonen

Wien - "Inzwischen haben in Wien 49,5 Prozent aller Schüler nicht Deutsch als Muttersprache. Diese Unterschiedlichkeit birgt auch die Gefahr von Vorurteilen in sich", erklärte die Präsidentin des Stadtschulrats Wien, Susanne Brandsteidl, am Donnerstag bei einer Pressekonferenz. In Zukunft soll das vom SirPeter Ustinov-Institut herausgegebene Handbuch "Kompetenz im Umgang mit Vorurteilen" Lehrern helfen, Vorurteilen vorzubeugen und bestehende zu bekämpfen.

Das Handbuch richtet sich an Lehrer der AHS-Unterstufe und Hauptschule. "Wir werden Vorurteile nicht abschaffen können", erklärte der Leiter des Instituts für Konfliktforschung, Anton Pelinka, "aber der richtige Umgang verhindert, dass sie sich verfestigen und zu Feindbildern werden." Ziel sei es, bereits vorhandenes Scheinwissen aufzulösen und durch Wissen zu ersetzen, sowie die Schüler generell für Vorurteile zu sensibilisieren. Das Handbuch setzt auf didaktische Beiträge und viele Beispiele, die direkt im Unterricht angewandt werden können. Grundsätzlich sei in jedem Fach Platz für die Reflexion über Vorteile, so Brandsteidl: "Werthaltungen kann man auch in Mathematik vermitteln." Besonders geeignet seien dafür aber natürlich Fächer wie KoKoKo (Kommunikation, Kooperation, Konfliktlösung).

Finanziert wurde das Handbuch durch die Plattform http://www.respekt.net, wo 55 Privatpersonen rund 14.700 Euro spendeten. "Leider finanziert das Bildungsministerium solche Initiativen nicht mehr, deshalb muss jetzt die Zivilgesellschaft einspringen", erklärte Michaela Skrein, Vorstandsmitglied von respekt.net. Schulen können das Buch ab sofort um 24 Euro erwerben. (APA)

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