Bank-Austria-Chef

Weiter Weg Österreichs zurück zum Triple-A

16. Februar 2012, 12:12
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    foto: apa/techt

    Bank-Austria-Chef Cernko will sich auch das großangelegte Ost-Geschäft der heimischen Banken nicht schlechtreden lassen, auch nicht von den Ratingagenturen. Er hält nichts von pauschalen Urteilen quer über die Region und einer "verkürzten" Betrachtung der dort ausstehenden Summen.

Bank-Austria-Chef hat keine Sorge um eigenes Banken-Rating bei neuerlicher Überprüfung

Wien  - Der Chef der Bank Austria, Willibald Cernko, geht davon aus, dass es noch ein weiter Weg sein wird, bis Österreich sein Triple-A-Rating zurück hat. Vielleicht würde es drei bis sechs Jahre dauern, bis die Republik das AAA-Rating wieder sicher in der Tasche habe.

Um das Rating der Bank Austria, der Österreich-Tochter der italienischen UniCredit, macht sich Cernko aktuell keine Sorgen - selbst wenn die Agentur Moody's heute 114 europäischen Banken eine Überprüfung und damit schlechtere Noten angedroht hat. Standard & Poor's habe das Rating der Bank Austria vorigen Freitag belassen, während die Mailänder Mutter UniCredit in Italien zurückgestuft wurde. Cernko macht dafür die gute Kapital- und Liquiditätsausstattung der Bank Austria verantwortlich, aber auch das im Vergleich zu Italien viel bessere Staatsrating.

Schritt in die richtige Richtung

Das neue Sparpaket der österreichischen Regierung wertet Cernko bloß als ersten Schritt in die richtige Richtung. Für bedenklich hält er, ein Stabilitätsprogramm an Aussagen festzumachen, "was kostet es den Mateschitz und den Treichl." Ihn selbst koste das Paket (namentlich die Solidarabgabe für Spitzenverdiener, Anm.) einige zehntausend Euro, sagte Cernko auf Nachfragen.

Generell vermisst der Manager im Sparpaket Strukturreformen. Auch seien viele Positionen mit Fragezeichen drin, etwa was die Finanztransaktionssteuer und die Abgeltungssteuer auf Vermögen in der Schweiz betrifft. Es reiche auch nicht, einige Großbaustellen zurückzunehmen. "Es fehlen die großen Wachstumsimpulse. Da muss noch einiges nachkommen." Man habe da 27 Milliarden Euro an Maßnahmen addiert. "Netto sieht die Welt schon ganz anders aus."

"Europa kann sich Griechen-Pleite nicht leisten"

Anders als Erste-Chef Andreas Treichl hält Cernko einen Euro-Austritt Griechenlands nicht für realistisch. "Europa wird sich das dreimal gut überlegen, jemanden austreten zu lassen." Das würde das ganze Projekt Europa in Frage stellen. Europa könne es sich nicht leisten, Griechenland in eine unkontrollierte Insolvenz schlittern zu lassen. Für Cernko wäre dies ein Armutszeugnis. Das Problem Griechenlands werde freilich nicht in einer Generation zu lösen sein, vermutet er. Es reiche dabei auch nicht, aus den Griechen das letzte Sparpotenzial herauszupressen. "Wir sehen zu wenig Wachstumsimpulse."

Wie eine "kontrollierte" Pleite vonstattengehen könnte, weiß Cernko auch nicht. Als die Probleme mit Griechenland begannen, hätte wohl ein zweistelliger Milliardenbetrag gereicht, "und man würde heute das Thema Griechenland nicht mehr diskutieren müssen." Nun sei man so weit, dass "eine Dramaturgie durchlaufen werden muss, wo am Ende fast eine Katastrophe steht." Europa muss sich laut Cernko fragen, ob in solchen Krisen das Einstimmigkeitsprinzip aufrechterhalten bleiben kann.

Auf ihren Bestand an Griechenland-Anleihen hat die Bank Austria mit der zu Jahresende fällig gewordenen neuerlichen Abwertung um 100 Mio. Euro im Jahr 2011 in Summe 400 Mio. Euro abgeschrieben, berichtete Cernko.

Im dritten Quartal hat die Bank teure Firmenwertabschreibungen auf Osttöchter vorgenommen. In Ungarn mussten für Kredite zudem noch 60 Mio. Euro rückgestellt werden. Trotz allem wird die Bank Austria 2011 ein positives Jahresergebnis ausweisen. Details nennt die Bank erst im März. Auch die Tochter in Ungarn habe Gewinn gemacht, so Cernko heute. Ungarn und Rumänien sind aber jene Länder, in denen die Bank Austria ihr Filialexpansionsprogramm gestoppt bzw. auf Eis gelegt hat. (APA)

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17 Postings
Linus Tintifax
00
17.2.2012, 09:10
warum bloß

hab ich nach dem lesen solcher meldungen immer enorme lust, mir nochmal den film fight club anzuschauen?

Waran
10
17.2.2012, 00:50
Österreich

kann sich glücklich schätzen, sollte sie 2012 nur um eine weitere Stufe abgewertet werden.
Dieses ominöse Sparpaket wurde kaum präsentiert und wackelt schon in weiten Bereichen.
Ich bin aber guten Mutes, da die so erfolgreichen Sparpakete von Griechenland und Portugal auch in Österreich ihren Erfolg einfahren werden!

cookieberlin
00
17.2.2012, 11:18

Ach ja, gespaltene Zungen gibt es zuhauf, aber mit Österreich, das wird schon...zukünftig.
Für Griechenland und Portugal gehts ja mit der Finanzhilfe erst mal richtig los, dann steht eventuell noch, was österreichische Banken angeht, eine ziemlich unangenehme ungarische Überraschung in Aussicht...aber dann, wenn das nächste Rating noch zahlbare Zinsen zuläßt, kann man ja immer nochmal auf dem Kapitalmarkt nach brauchbarem Futter suchen.
Mit wieviel Milliarden rechnen Sie eigentlich allein als griechische Abschreibung, allein für Österreich?
Keine Ahnung? Nun, das überrascht nicht wirklich anläßlich Ihres großzügigen Eintretens für Griechenland.

lessismore
21
17.2.2012, 00:40

Als die Probleme mit Griechenland begannen, hätte es wahrscheinlich gereicht, wenn Angela Merkel den Mund gehalten hätte, anstatt den Staatsbankrott an die Wand zu malen.

Karl Joda
01
16.2.2012, 23:31
Sch..ß auf AAA bewertung durch Ratingagenturen

diese undemokratischen Organisationen sollten unter UNOÜberwachung gestellt werden. die und die Zockerinvestmentbanken sind das eigentliche Problem. Die Zockerbanken haben mit Realwirtschaft genau NIX zu tun.
Ebenso wie die in deren Besitz befindlichen Ratingagenturen. NUKE THEM OUT ! ;-)
Das geht natürlich nur demokratisch ! Darum nicht diese konservativen Büttel "Der MÄRKTE" wählen.

Quartz1
01
16.2.2012, 22:36
So einer darf hier noch rumposaunen. Unglaublich.

falsa demonstratio non nocet
00
16.2.2012, 21:40
So falsch

Europa braucht:

1.) eigene Rating Agentur
2.) GR aus der EU draussen
3.) eine echte EU Regierung (ohne Landeskaiser)
4.) Kein Sparpaket, sondern ein Konjunkturpaket
etc etc etc

Andreas Prucha
01
17.2.2012, 07:20
Zustimmung zu allem ausser Punkt 2. In Griechenland ist sehr viel falsch gelaufen, aber letztendlich kann das jedem Staat passieren.

Bis vor 3 Jahren war Irland der wirtschaftsliberale Musterknabe mit Budget-Überschuss, niedrigen Steuern und extrem niedriger Staatsverschuldung (< 30 %) - und jetzt bei 100 % und unterm Rettungsschirm.

Wenn jeder Staat in welchem Probleme auftauchen raus muss, ist irgendwann mal von der Gemeinschaft nix mehr über. Letztendlich sitzma alle im gleichen Boot. Und mal ehrlich: Der Hauptgrund, warum Griechenland bisher Dauer-Gerettet wurde ist, dass die anderen Staaten Angst vor aus der Pleite resultierenden Bankenkollaps hatten. Die Griechen-Rettung ist nix Anderes als eine riesige Finanzmarkt-Rettung.

astemp79
00
16.2.2012, 21:21

Herabstufungen geschehen so lange, wie die Ratingagenturen Signale von ihren Besitzern erhalten, die darauf abzielen, Spekulationen anzuheizen.
Erst wenn sich Wetten nicht mehr lohnen, hört das Stufungsspiel auf.

Der erste Schritt muss daher sein: den RA kein Feld bieten, sie nicht mehr ernst nehmen (immerhin sagen sie ja selbst immer, sie würden nur hinweisen) und diese Haltung auch publik machen. Sich Sicherheiten außerhalb dieser RA schaffen.

Der zweite Schritt muss sein: Gesundung der betreffenden Banken von innen heraus, also: geordneter Rückzug aus hoch defizitären Oststaaten. Die genannten Banken haben in der Vergangenheit genug Ostgeschäfte gemacht. Jetzt ist Schluss.

Karl Joda
00
16.2.2012, 23:34
Gesundung der betreffenden Banken von innen heraus, also: geordneter Rückzug aus hoch defizitären Oststaaten.

Stimmt. Da muss auch mal eine Bank "Pleite gehen" !
In wirklichkeit ist die Griechenlandkrise eine Folge der Bankenkrise. = Höhere Zinsen ! = Unfinanzierbar für Griechenland...

hell seher
00
16.2.2012, 19:43
Dem kann ich nur zustimmen

der Weg nach unten ist kürzer und schneller!

Geschmeidig
02
16.2.2012, 19:13
Davon ist davon!

Grantscherben
00
16.2.2012, 14:30

Mit diesem "Sparpaket" erfolgt die nächste Abstufung garantiert!

Tintifax der ... Druide!
31
16.2.2012, 13:17

Sehr gute Analyse, würde fast allem zustimmen. Das AAA für Österreich allerdings ... traue ich uns erst wieder zu wenn sich die gesamtwirtschaftliche Lage bessert, und das kann noch dauern.

Mostbluzza
00
16.2.2012, 16:53
das AAA ist wie mit der Unschuld

die krönung der schöpfung (für manche) und wenn sie weg ist, bekommt man sie nimma.

mit der spassregierung rasseln wir eher runter ... oder mit glück seitlich dahin aber rauf neverever.

Karl Joda
00
16.2.2012, 23:38

Die Ratingagenturen werden für ihr "Beurteilen" bezahlt. - wer bezahlt? Die sind weder Gott oder demokratisch gewählt. Nehmt den Zockern das Geld weg, durch Steuern. Dazu ist Konsens in der Eu nötig. Hoffe die Menschen machen der Politik DRUCK !

Wowo101
 
10
16.2.2012, 12:40

Es kann also nur bergauf gehen.

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