129 Millionen Euro pro Jahr laut Dorner falsch - Nicht mehr als 22 Millionen Euro zu erwarten
Wien - Die Ärztekammer hegt Zweifel an den versprochenen
Einsparungen, die die Elektronische Gesundheitsakte (ELGA) bringen
soll. Statt 129 Mio. Euro pro Jahr ab 2017, wie vom
Gesundheitsministerium versprochen, seien nur 22 Mio. Euro zu
erwarten, erklärten die Kammer-Präsidenten Walter Dorner (Ärzte) und
Klaus Hübner (Wirtschaftstreuhänder) am Donnerstag in einer
Pressekonferenz.
Die Kosten-Nutzen-Analyse des Ministeriums wertete Dorner als
schlampig und dilettantisch, und der beauftragten deutschen Firma
Debold & Lux sei bereits der "Totenschein" durch die
Unternehmensauflösung im Vorjahr ausgestellt worden. Das ELGA-Gesetz
gehöre neu aufgesetzt, man brauche realitätsnahe digitale
Austauschsysteme, forderte der Ärztekammer-Präsident. "Wenn man es so
ins Parlament bringt, wird es einen Wirbel geben."
Hübner hat in seiner Kanzlei die Daten des Ministeriums
nachrechnen lassen, dabei seien gravierende Mängel gefunden worden.
Es seien falsche Referenzzahlen herangezogen worden und etwa bei
Spitälern nicht nur die variablen Kosten, sondern auch die Fixkosten
als einsparbar dargestellt worden. "Das Gutachten ist aus meiner
festen Überzeugung keinesfalls stimmig, keinesfalls nachvollziehbar",
sagte Hübner. (APA)