Paläontologie

Warum Dino-Fossilien zu bizarren Verkrümmungen neigen

16. Februar 2012, 11:44
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    foto: g. janßen, o. rauhut, bayerische staatssammlung für paläontologie und geologie

    Compsognathus longipes aus der Fossillagerstätte bei Solnhofen. Hals und Schwanz sind stark über das Rückgrat hinweg gekrümmt. Forscher aus Basel und Mainz haben nun herausgefunden, warum das so ist.

Lange Zeit glaubte man, die verbogene Körperhaltung entstand im Todeskampf, nun fanden Wissenschafter die wahre Ursache

Viele fossile Dinosaurier wurden in einer eigentümlich verkrümmten Körperhaltung entdeckt. Lange haben Wissenschafter dies als Folge von Todeskrämpfen interpretiert. Zwei Forscher aus Basel und Mainz kommen nun zu dem Schluss, dass diese bizarren Verbiegungen erst während der Zersetzung der Saurierleichen eintraten.

Mit weit geöffnetem Maul, Kopf und Schwanz stark über den Rücken gebogen: So präsentierten sich ihren Entdeckern oft die Skelette von Dinosauriern mit langen Hälsen und Schwänzen. Wissenschafter interpretierten die Haltung lange als Zeichen von Todeskrämpfen, wie die Universität Basel am Donnerstag mitteilte.

Paläontologen benannten die Haltung mit "bicycle pose" oder dem Fachbegriff Opisthotonus, der auf Starrkrampfphänomene anspielt. Später vermutete man das Austrocknen von Sehnen, Bändern und Muskeln oder die Leichenstarre dahinter, 2007 griff eine US-Studie aber erneut die Opisthotonus-Hypothese auf.

Nun haben Achim Reisdorf vom Geologisch-Paläontologischen Institut der Universität Basel und Michael Wuttke vom Referat Erdgeschichte der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz in Mainz die Frage erneut überprüft. Dabei nutzten sie ein im 19. Jahrhundert beim bayerischen Solnhofen ausgegrabenes Fossil eines Compsognathus longipes.

Experimente mit Hühnerhälsen

Der zweibeinige Dinosaurier hatte an Land gelebt, sein "Grab" aber vor 150 Millionen Jahren in den Ablagerungen einer tropischen Lagune gefunden. Die zwei Forscher nutzten nun Erkenntnisse der Rechts- und Veterinärmedizin und setzten in einem Experiment gerupfte Hühnerhälse unterschiedlichen Bedingungen aus.

Dabei zeigte sich: Legten sie die Hälse ins Wasser, krümmten sich diese sogleich um über 90 Grad rückwärts. Im Laufe der Zersetzung unter Wasser nahm die Krümmung zudem zu. Schliesslich fanden die Forscher heraus, dass dafür das Ligamentum elasticum verantwortlich ist, ein Band, das die Wirbel von Hals bis Schwanz verbindet.

Das auch von Reptilien und Säugetieren bekannte Band übt einen starken Zug aus. Den Sauriern half es, Hals und Schwanz nicht nur mit Muskelarbeit aufrecht zu halten. Nach ihrem Tod konnten sich dann die Zugkräfte im Wasser entfalten, da dort die Schwerkraft weitgehend aufgehoben ist. Mit der Zersetzung wurde die Krümmung zudem immer stärker.

Laut der Uni Basel lassen sich alle diese Prozesse am teilweise zerfallenen Skelett des Compsognathus Schritt für Schritt nachvollziehen. Die bizarre Haltung geht daher nicht auf Todeskrämpfe zurück, folgerten die beiden Forscher, sondern auf die Biomechanik im Wassergrab. (APA, red)

Kommentar posten
24 Postings
Trurl
00
23.2.2012, 17:46

Wenn das stimmt, wie erklärt man sich dann, dass es Ähnliches auch bei langhalsigen Tierkadavern in knochentrockenen Wüstengebieten gibt?
Hier z.B. ein totes Kamel, das genau dieselbe nach oben und hinten gebogene Kopfstellung zeigt:
http://thumbs.dreamstime.com/thumblarg... FqXs6R.jpg
Also die ursprüngliche Erklärung mit der postmortalen Sehnenverkürzung hat mir irgendwie besser gefallen.

Spitting Bull
00
21.2.2012, 15:29
Äähhh ...

"Nach ihrem Tod konnten sich dann die Zugkräfte im Wasser entfalten, da dort die Schwerkraft weitgehend aufgehoben ist."

Da denkst dir noch: "derStandard - Abt. Wissenschaft" ... und dann sowas ... geh bitte.

Theo Dor
00
21.2.2012, 00:09

ich hätte spontan auf Yoga getippt.

A Voice
00
17.2.2012, 22:10
Bin überrascht

Dass diese Krümmung nach dem Ableben im Laufe der Verwesung entsteht bilde ich mir ein schon vor Jahren gelesen zu haben. Zumindest war ich schon Jahre dieser Meinung. Wurde das wirklich jetzt erst erforscht?

meineMeinung1969
00
19.2.2012, 21:24
Aber nein.

Entweder ist der Artikel nicht mehr ganz taufrisch (sowas soll gerüchteweise sogar beim Standard vorkommen), oder es haben ein paar "Forscher" einfach ihren hochdotierten Posten rechtfertigen wollen.

mM

Mister Magister
 
00
22.2.2012, 23:43

vielleicht mal hirn einschalten vor dem posten.

die " beim wort forscher kannste dir sparen, du witz von einem troll, und was das hochdotiert anbelangt: Frag mal einen Professor am IMP was der so im Monat verdient.

Kronenzeitungsleser und ihr Blick auf die Welt...

meineMeinung1969
00
23.2.2012, 23:26
Hirn einschalten.

Sie behaupten, ich les die Krone. Auf was hinauf? Ist das der Hochleistung Ihres eingeschalteten Gehirnes entsprungen?
Na wui ... - was darf sich heute schon alles Magister nennen ... :)

mM

rudolf rendeer
70
17.2.2012, 15:37

danke forschung, das war mir als kind beim was-ist-was-lesen schon klar, dass die toten saurierInnen nicht schlagartig versteinerten.

Mister Magister
 
00
22.2.2012, 23:45

nicht nur hat dein post nicht das geringste mit dem inhalt des artikels zu tun, die grenzenlose selbstüberschätzung gepaart mit ebenso unglaublicher dummheit, macht ihn auch noch witzig zu lesen.

Art Vandalay
00
21.2.2012, 09:26

Tja, was-ist-was leser sind halt immer eine nasenlaenge voraus.

tablespace65
00
17.2.2012, 23:33
Was Sie alles wissen...

Chemist88
03
17.2.2012, 17:00
nicht verstanden worums geht oder?

Mr. Bubbles
01
19.2.2012, 11:55

er hat doch eh geschrieben, dass er nur was-ist-was liest, und keine artikeln... ;)

Der Alte Orthograph
 
00
21.2.2012, 12:39
Schwierigkeiten mit den Akkusativ?

Er liest keine Artikel, nicht ArtikelN! (Frage: wen oder was)

eatthefish
13
17.2.2012, 12:40

Die Welle der Sintflut hat die Dinosaurier mitgetragen und auf diese Weise verbogen! Alle Dinosaurier waren Pflanzenfresser und wurden von den Menschen als Haustiere gehalten!

No_lD
00
17.2.2012, 12:17
ein weiteres beispiel...

...für michael bakunin :)

phischi
05
17.2.2012, 09:45
Wenn man in ein paar

Millionen Jahren die ersten Politiker-Fossilien findet, möchte ich gar nicht wissen, wo sich deren Kopf dann befindet - bei dem Mangel an Rückgrat...
Sieht dann sicher sehr lustig aus.

rudolf rendeer
01
17.2.2012, 15:38

fellatio-autark

andreas weissnicht
00
17.2.2012, 10:33

Oh, Florian Scheuba ist auch hier!

andreas weissnicht
00
16.2.2012, 21:05

Ich hab mich auch schon oft bei Fossilien gefragt "Wieso sind die so bizarr verkrümmt?".

ein nackter affe aber kein nutzidiot
00
17.2.2012, 08:24
und auch so bizarr flach

muss wohl vorher ein Tyrannosaurus draufgestiegen sein

Brand Burlitzer
00
17.2.2012, 06:58

Das hat jetzt ein Ende gefunden.

tablespace65
00
16.2.2012, 15:50
Ah, daher kommen die "Wendehälse"...

jack johnson
 
00
16.2.2012, 17:20
hmm

san die net im Grunde rückgratlos?

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