Streitgespräch

"Es gibt Frauen, die länger arbeiten wollen"

Gespräch | Lukas Kapeller, Rosa Winkler-Hermaden, 23. Februar 2012, 16:53
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    Grünen-Politikerin Schwentner (r.): "Viele Frauen gehen ja schon jetzt als Arbeitslose in Pension."

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    Niss: "Zahlreiche Frauen möchten doch länger arbeiten. Mich stört die generelle österreichische Stimmung, dass Arbeit für alle Leid ist."

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    Schwentner: "Österreich hat eine gewaltige Einkommensschere zwischen Männern und Frauen, nur Estland liegt hinter uns."

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    Niss: "Prinzipiell gehen viele Österreicher frühzeitig in Pension, nur weil das Gesetz es ihnen ermöglicht."

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    Schwentner: "Sie tun so, als wäre die Langzeitversichertenregelung das größte Übel in der Arbeitswelt." - Niss: "Die Hacklerregel ist ein großes Übel."

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    Unternehmerin Niss ist für ein möglichst schnelles Heranführen des Frauenpensionsalters an die Männer, um das Budget zu sanieren. Schwentner beharrt darauf, es solle erst - wie im Gesetz vorgesehen - ab 2024 angeglichen werden, nicht heute schon.

Die Industrielle Therese Niss und die Grüne Judith Schwentner streiten über Frauenpensionsalter, Hacklerregelung und Arbeitsmoral

In Österreich arbeiten Frauen bis 60, Männer bis 65 - zumindest laut Gesetz. Ausgleich von Nachteilen oder überholtes Privileg? Darüber ließ derStandard.at die Industrielle Therese Niss und Grünen-Frauensprecherin Judith Schwentner debattieren.

***

derStandard.at: Die Bundesregierung hat über ein schnelleres Anheben des Frauenpensionsalters auf Männerniveau verhandelt. Durchgesetzt hat sich die SPÖ, es bleibt alles beim Alten. Warum ist das gut, Frau Schwentner?

Schwentner: Zuerst müssten einige Reformen kommen, bevor wir über eine vorzeitige Anhebung des Frauenpensionsalters reden können. Ich bringe gerne das Beispiel vom Hausbau. Man muss zuerst die Grundmauern errichten, bevor man das Dach draufsetzen kann. Da stehen zwei Mauern noch nicht: Frauen haben ein viel schlechteres Einkommen und können ihren Beruf mit Kindern oder auch mit älteren Angehörigen nur sehr schwer vereinbaren.

Niss: Ich sehe das schon ein bisschen anders. Das Erhöhen des Frauenpensionsalters wird ja von allen verteufelt. Man muss aber auch die positiven Seiten sehen. Es gibt Frauen, die länger arbeiten möchten.

Schwentner: Die könnten eigentlich jetzt schon länger arbeiten. Aber wenn Sie gerade jetzt die vorzeitige Anhebung der Frauenpension fordern, betrifft das die Frauen vor uns, die Generation unserer Mütter. Das sind genau die Frauen, die gar nicht die Qualifikation mitbringen, damit sie es überhaupt schaffen, länger im Arbeitsleben zu bleiben.

Niss: Die Leute, die mir nach öffentlichen Diskussionen E-Mails schreiben, sie würden gerne länger arbeiten, gibt es schon auch. Aber prinzipiell gehen viele Österreicher frühzeitig in Pension, nur weil das Gesetz es ihnen ermöglicht. Das ist ein Faktum!

Schwentner: Sie sprechen von den wenigen Frauen, die in ein besseres Einkommen und hohe Bildung haben. Die sind aber nicht die Regel.

Niss: Ich spreche von Sekretärinnen, Sachbearbeiterinnen - die sind die Regel im Angestelltenbereich. Schauen Sie in die Unternehmen rein!

derStandard.at: Frau Schwentner, die aktuellsten Zahlen des Sozialministeriums vom dritten Quartal 2011 besagen zwar, dass nur 54 Prozent der Frauen in die normale Alterspension gehen, aber bei den Männern sieht es mit 51 Prozent keineswegs besser aus.

Schwentner: Gut, es ist bei beiden nicht berauschend viel. Aber man muss dazusagen, wie schlecht die meisten Frauen mit ihrer Pension ausschauen. Es gibt eine gewaltige Einkommensschere in Österreich wie fast nirgends in Europa. Ich glaube, nur Estland ist hinter uns. Und wollen Sie mehr Arbeitslose?

Niss: Ich verwehre mich gegen das Argument der Arbeitslosigkeit. Dass gesagt wird, die Jugendarbeitslosigkeit würde steigen, ist falsch.

derStandard.at: Frau Niss, nun halten SPÖ, Gewerkschaft und Grüne der Industrie entgegen: möglich, dass es ein bisschen Geld bringt, aber auf dem Rücken von älteren Frauen.

Niss: Da stört mich wieder die generelle Stimmung, dass Arbeit für alle in Österreich Leid ist. Man darf ja nicht vergessen, dass viele Karrieresprünge in den letzten fünf Jahren passieren. Das ist für Frauen dann zugleich ein Einkommenssprung. Mein Hauptargument ist aber, dass wir schauen müssen, unseren Staatshaushalt zu sanieren. Dafür müssen wir jedes Schlupfloch in die Frühpension stopfen. Nehmen wir die Hacklerregelung, die hauptsächlich Beamte und Angestellte in Anspruch nehmen, auch viele angestellte Sekretärinnen. Da kann mir niemand erklären, dass alle knapp am Burn-out sind.

Schwentner: Ich mag die Diskussion über "Schlupflöcher" in die Pension generell nicht, weil ich sie zynisch finde. Aber bei Frauen hinkt der Vergleich besonders, weil sie das gesetzliche Pensionsalter gar nicht in einem Vollzeitjob erreichen, sondern aus der Altersteilzeit oder der Arbeitslosen in Pension gehen.

derStandard.at: Macht die Wirtschaft genug für ihre älteren Arbeitnehmerinnen?

Niss: Die Unternehmer müssen weiterhin dafür sorgen, dass die Frauen qualifiziert bleiben, durch Umschulungen und so weiter. Das tun wir auch jetzt schon! Dass ältere Mitarbeiterinnen noch 50 Kilo heben müssen, ist nur noch in wenigen Betrieben der Fall. Das ist ein bisschen ein Schreckensargument, das so nicht mehr gilt. Ich bin aber vollkommen dafür, die Arbeit auch anzupassen, wenn Mitarbeiterinnen älter werden.

Schwentner: Da bin ich voll bei Ihnen. Aber bis das nicht passiert ist ...

Niss: Na, das passiert ja. Da gibt es schon die ersten Initiativen in einzelnen Unternehmen wie "Arbeit und Alter". Oder die Voest, die mit ihrem "LIFE"-Programm versucht, die Leute flexibel arbeiten zu lassen.

Schwentner: Sie nennen Beispiele, einzelne nette Beispiele.

Niss: Dass unsere Unternehmen so schrecklich sind und unsoziale Bedingungen für Arbeitskräfte schaffen, das lasse ich mir als Unternehmerin so nicht sagen. Sie generalisieren, dass die Wirtschaft keine altersgerechten Arbeitsplätze zur Verfügung stellt.

Schwentner: Aber Sie generalisieren bei den Hacklerinnen.

Niss: Nein, ich verstehe nur nicht, warum es eine Hacklerregelung geben muss. Die gab es früher auch nicht.

Schwentner: Aber wo sehe ich die Verantwortung der Unternehmen? Wo bekennen sich die Unternehmen zu Leuten, die länger arbeiten wollen?

Niss: Ich kann's Ihnen von unserem Unternehmen sagen: Wir schicken keine Leute in Pension, sondern jene Leute in der Frühpension gehen von sich aus in die Hacklerpension und die Frauen in die frühere Frauenpension.

derStandard.at: Was halten Sie davon, Unternehmen zu strafen, wenn sie nicht genügend ältere Arbeitnehmer anstellen?

Niss: Dann muss ich auch die Arbeitnehmer zwingen, länger zu arbeiten. Ich kann nicht auf der einen Seite sagen, Angestellte können in die Hacklerpension gehen, und auf der anderen Seite Unternehmer bestrafen, wenn sie keine Frauen mit 59 eingestellt haben. Ich kann nicht Unternehmen bestrafen für etwas, das sie nicht beeinflussen können.

Schwentner: Sie tun so, als sei die Langzeitversichertenregelung das größte Übel in der Arbeitswelt.

Niss: Sie ist ein großes Übel.

Schwentner: Ich halte ehrlich gesagt viel davon, dass auch Unternehmen dafür verantwortlich gemacht werden können, wenn ihre Arbeitnehmerinnen krank werden. In Skandinavien müssen die Betriebe teilweise das Reha-Geld übernehmen, wenn die Arbeit ursächlich damit zu tun hatte, dass die Arbeitnehmerinnen krank wurden.

Niss: Jetzt sind wir wieder da angelangt, dass die Unternehmen für alles verantwortlich gemacht werden. Dafür, dass die Leute privat zu Hause einen Stress haben. Dafür, dass die Leute aus verschiedenen Gründen krank werden. Entschuldigung, wo führt das denn hin?

Schwentner: Gerade wenn wir über die Frauen reden, gibt es viele Krankheiten, die nicht einmal als Berufskrankheiten anerkannt sind, zum Beispiel Gehörschäden von Kindergärtnerinnen. Ich sehe da keine echte Ausgewogenheit zwischen der Verantwortung der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer.

derStandard.at: Die Junge Industrie rechnet vor, dass ein vorzeitiges Anheben der Frauenpensionen 710 bis 770 Millionen Euro bis 2020 bringen würde.

Niss: Bei allen Berechnungen kommen mehr als 700 Millionen Euro heraus. Die könnte man in Bildung, F&E sowie auch Pflege investieren.

Schwentner: Ich würde das bezweifeln, dass man zu Einsparungen kommt. Das ist eine Verlagerung des Pensionssystems ins Arbeitslosensystem, wenn ich nicht genügend Arbeitsplätze für die Frauen geschaffen habe.

derStandard.at: Dahinter steht ja die große gesellschaftliche Diskussion: Wie können wir uns das längere Leben in Europa leisten? Josef Kirchengast schrieb kürzlich im STANDARD: "Es geht um mehr als die finanztechnische Beherrschung des Problems: um ein neues Konzept der Lebensarbeitszeit." Müssen Politik und Sozialpartner hier nicht noch viel mehr tun?

Niss: Das Wichtigste ist einmal, das faktische ans gesetzliche Pensionsalter anzuheben.

Schwentner: Da sind die Frauen aber eh knapp dran.

Niss: Unsere Arbeitsbedingungen sind auch nicht so viel schlechter als in Deutschland. Die deutschen Frauen treten ihre gesetzliche Rente auch mit 65 an. Und warum geht das in Österreich nicht? Wir sind da immer einen Schritt hinten. Und neben den Frauenpensionen gibt es genügend andere Schlupflöcher und Sonderpensionen. Wenn das faktische Antrittsalter einmal angepasst ist, müsste man zweitens eine automatische Anpassung an die steigende Lebenserwartung einführen. Das ist für mich eine einfache Rechnung, das geht sich gar nicht anders aus!

Schwentner: Dafür müssten Erwerbskarrieren aber auch anders aussehen. Derzeit ist es so, dass Männer und Frauen in einer gewissen Lebensphase strudeln, rennen und sich vollkommen fertigmachen! Man weiß ja, man muss in einer gewissen Lebensphase gut verdienen, um sich abzusichern, soll aber gleichzeitig für die Kinder da sein und für die Eltern vielleicht auch noch. Also muss die Politik über andere Formen der Arbeit nachdenken. Man sollte aus der Vollzeit- in die Teilzeitarbeit wechseln können, wenn es meine Lebensphase erfordert. Die Dinge sind aber so weit und so rund noch nicht gedacht.

derStandard.at: Die Sozialpartner haben in ihrem Bad Ischler Papier angekündigt, den Arbeitsmarkt altersfreundlicher machen zu wollen. Ist das glaubwürdig? Passiert genug?

Schwentner: Derzeit offenkundig nicht. Wenn darüber nachgedacht wird, befürworte ich das absolut. Im Sparpaket der Regierung stehen einmal große Überschriften, dass Menschen länger im Arbeitsprozess gehalten werden müssen. Was dahintersteht, wissen wir noch nicht. Derzeit ist altergerechtes Arbeiten nicht gewährleistet, und es gibt zu wenige Plätze.

derStandard.at: Frau Niss, glauben Sie das der Regierung, wenn sie sagt, sie werde das faktische Pensionsalter erhöhen?

Niss: Wenn die Regierung das macht, finde ich das ehrlich toll.

Schwentner: (lacht) Solange die Regierung die Unternehmen zu nichts verpflichtet?

Niss: Nein, noch einmal. Die Unternehmen, die mehr für die Mitarbeiter tun, kriegen ja auch die besseren Mitarbeiter. Es wird mehr und mehr gemacht. Für alles, was hilft, das faktische Antrittsalter in realistischem Maße zu erhöhen, bin ich zu haben. (Lukas Kapeller, Rosa Winkler-Hermaden, 23.2.2012)

THERESE NISS (34) ist Vorsitzende der Jungen Industrie. Seit 2008 ist die Oberösterreicherin im Familienbetrieb, dem Autozulieferkonzern Miba AG, geschäftsführende Gesellschafterin der Miba Coating Group. Die promovierte Juristin pendelt zwischen Gmunden und Wien.

JUDITH SCHWENTNER (43) ist Frauensprecherin der Grünen im Nationalrat. Vor ihrer politischen Tätigkeit war die Steirerin unter anderem vier Jahre Chefredakteurin der Grazer Straßenzeitung "Megaphon".

Kommentar posten
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ratio77
01
19.3.2012, 00:26
Gleiche Rechte - gleiche Pflichten?

Ein hypothetisches Beispiel:

Ein gleichgeschlechtliches Paar würde zwei Kinder adoptieren. Ein Partner/eine Patnerin macht den Haushalt und geht nebenbei noch teilweise Arbeiten.

Variante A: 2 Männer
Variante B: 2 Frauen

Mit welchem Pensionsantrittsalter sollen die Personen (gleiche Arbeitsleistung) in Pension gehen?

Ist eine Differnzierung des Pensionsalters aufgrund des Geschlechts gerechtfertigt?

Vielmehr werden alle Männer, die im Haushalt mitgeholfen haben benachteiligt und Frauen ohne Doppelbelastung werden ebenfalls benachteiligt, da diesen Pensionsanrechnungszeiten fehlen und eine geringere Pension ausbezahlt wird. Na gut, dafür bekommt man diese länger ausbezahlt, mit und ohne Doppelbelastung.

Dagmar Rehak Wien
 
00
19.3.2012, 08:54

Na, die Frauen natürlich insgesamt zehn Jahre früher!
Die dürfen das, weil Lesben werden ja total diskriminiert!

Moondancer
01
18.3.2012, 20:11
Mangelnder Realismus..

Frau Niss hat den Boden der Wirklichkeit unter den Unternehmerfüßen verloren. Reine Arroganz.

Weltfremd ?
02
11.3.2012, 19:50
Diese ganze Diskussion ist der beste

Beweis, dass es nicht um Gleichberechtigung geht. Es wird nämlich in den Kategorien Mann und Frau gedacht und das ist falsch. Es gibt Frauen, die genauso agieren, wie es den Männern unterstellt wird und genauso Männer, die das gleiche Schicksal wie manche Frauen haben. So kommt es auch beim Gehalt darauf an, welche Eigenschaften der Mann hat. Eine Studie hat eine eindeutige Abhängigkeit des Gehalts von der Umgänglichkeit des Mitarbeiters festgestellt. Es ist das individuelle Schicksal zu betrachten und deshalb sind auch alle Regeln, die geschlechtsbezogen sind grundsätzlich falsch.
Es ist Zeit, dass endlich alle ungerechtfertigten Privilegien abgeschafft werden.

Elisabeth Jarok
00
Irrtum !

wenn eine Frau länger arbeiten will als 60, kann sie das derzeit NICHT tun. Weil jedes Unternehmen der Frau kündigt, wenn sie nicht mit 60 in die Pension geht. Und das auch darf, weil sie ja einen Pensionsanspruch hat, die Kündigung ist also nicht sozialwidrig.

Also bitte liebe Grünen, verbreitet keinen Schwachsinn.

Und außerdem gibts wirklich Frauen, die mit 60 gesund sind und gerne weiterarbeiten würden (und dadurch mehr verdienen würden und auch mehr Pension bekommen würden). Aber die sind euch offensichtlich wurscht, weil ihr euch ideologisch einbetoniert habt. leider.

rari
02
insbesondere Frauen an der Supermarktkassa.

Miss Leonie
10
29.2.2012, 19:14
Länger arbeiten

Ich habe grundsätzlich nichts gegen die Anhebung des Pensionsalters; auf die Pension "hin zu arbeiten" ist sowieso ein Unsinn, aber in den Pflegeberufen mit Wechseldienst ist das nicht zumutbar.
Außerdem stelle ich mir die Frage wohin die vielen jungen Menschen nach ihrer Ausbildung arbeiten gehen sollen, wenn die "Alten" die Plätze so lange belegen.

Ms. Roadrunner
10
29.2.2012, 19:22

Da schwingt aber auch irgendwie immer die Annahme mit, dass man einen Beruf ausübt und das ganze Leben in der selben Routine verbringt. Ich meine, ist es denn denkunmöglich, dass nach man sich nach 20 Jahren Vollstress innerhalb der Branche eine etwas gemütlichere Nische sucht? Oder vielleicht in eine Weiterbildung investiert und einen kleineren oder grösseren Karrierewechsel einschiebt (wenn am Ende 5 Jahre mehr Arbeitszeit drin sind, dann lohnt sich das vielleicht auch besser) ?

Miss Leonie
01
29.2.2012, 19:38

Das ist grundsätzlich richtig. Ich übe selbst schon den zweiten Beruf aus; Tatsache im ländlichen Bereich aber ist, dass selbst bei einer dritten schulischen Ausbildung, gegen die ich im Grunde genommen auch nichts einzuwenden hätte, keinerlei Arbeitsplätze vorhanden sind.
Und im selben Betrieb einen "höheren" Posten anzustreben ist bei uns nicht möglich. Leider.

Ms. Roadrunner
00
29.2.2012, 19:12

Die ganze Diskussion um die Teilzeitarbeit und Arbeitslosigkeit vor der Pension ist doch nur ein Symptom, da muss viel früher angesetzt werden: bei der vielbesprochenen Vereinbarkeit von Familie und Beruf (anscheinend haben ja nur Frauen dieses Problem)...

Moondancer
53
27.2.2012, 07:14
Oberklassendenken

Frau Niss sieht nicht die 60jährige Pflegehelferin oder Diplomkrankenschwester, die aus dem privatwirtschaftlichen Betrieb gekündigt wird, weil sie eben n i c h t mehr voll arbeiten kann. Wer länger arbeiten will, kann das tun. Keine Frau ist verpflichtet, in Pension zu gehen. Aber wir tragen jetzt schon die Doppelbelastungen aus Kindererziehung und Berufstätigkeit, wieviel sollen wir noch schaffen?

Der lachende Mann
14
27.2.2012, 07:41

Krankenpflege ist nur für Frauen als Schwerarbeit klassifiziert. Für Männer übrigens nicht. Deshalb kann die Krankenschwester und Pflegehelferin ein paar Jahre früher die Pension antreten.

Ist also alles OK. Frau Niss braucht so nicht an Pflegehelferinnen und Krankenschwestern denken. An Krankenpfleger und Pflegehelfer schon. Aber das ist ja nicht Thema.

General Cornwell
01
27.2.2012, 21:43
Also die Pflege von Krankenschwestern

übernehme ich gerne...

Der lachende Mann
00
27.2.2012, 21:48

Die sind dann aber schon alt.

General Cornwell
00
27.2.2012, 22:10

Das macht nix, ich kann auch gut mit 40-jährigen Frauen...

Der lachende Mann
00
27.2.2012, 22:16

Die sind dann aber schon 55.

Roby Reischer
01
26.2.2012, 13:01
Arbeitsverbot ??

Liebe Frau Niess, jede darf so lange arbeiten wie sie will und kann. Das hängt nur von der Gesundheit und einem erträglichen Arbeitsplatz samt angemessenen Einkommen ab. Die Entscheidung über diese beiden liegt meist nicht im Bereich der Betroffenen.
Alles andere ist Zwang zu Arbeit, was die Qualität nachweislich nicht steigert.
Aber mehr Arbeitsuchende drücken nach der Regel von Angebot und Nachfreige natürlich den Lohn, was der Industrie sicher nicht zuwider ist.

Roby Reischer
00
26.2.2012, 12:55
Pension braucht jede/r 2)

Und wie würden diese BSP Kennzahlen ausschauen, wenn all diese mehr oder weniger freiwilligen Familienarbeiten sowie die Leistungen von Feuerwehr, Rettung, Bergwacht etc. von normal bezahlten ASVG versicherten Angestellten erbracht würden?
Nur wenn im Hintergrund das volle Programm funktioniert, läuft die Wirtschaft im Vordergrund. Also warum sollten dann nicht die daran Mitarbeitenden eine ausreichende finanzielle Anerkennung in Form von Lohn und Pension bekommen? Daraus ließe sich schließen, dass die Pensionen neben NICHT nur aus den Beiträgen der LöhnempfängerInnen berechnet werden, sondern aus dem BSP = Wertschöpfungsabgabe. Dann hört das ewige Gerede von Alt gegen Jung, Männer gegen Frauen und Beamte gegen Hackler vielleicht auf.

Roby Reischer
00
26.2.2012, 12:47
Pension braucht jede/r 1)

Es wäre an der Zeit darüber zu reden, dass das BSP nicht nur von den direkt Produzierenden geschaffen wird, sondern auch von den Hintergrundaktivitäten in Verwaltung, Bildung und Gemeinwesen. Ebenso wichtig wie vergessen ist dabei die Leistung der sog. Freiwilligen, ohne die das ganze Werkel nicht laufen würde und zu diesen gehören die Leistungen der Kleinkind- und Altenbetreuung und -pflege ganz wesentlich dazu.
Wie würden unseren BSP Kennzahlen auschauen, wenn die Herren Manager, Betriebsleiter und Ministerialräte ihre alten Mütter und Schwiegermütter pflegen und umsorgen würden (einkaufen, füttern, waschen und anziehen) anstatt Bestechungen, Bilanztricks und Bonikeilerei zu betreiben?

erxxich
24
25.2.2012, 21:50
Weibliches Opferschema wird gepflegt aber entspricht weder der Wirklichkeit noch der von den Frauen ständig geforderten Geschlechtergleichheit !!!

erxxich
26
25.2.2012, 21:38
Gebot der Stunde

Das Frauenpensionsalter gehört sofort auf 65 !!! Dies nicht zuletzt um der, auch von den Frauen so vehement eingeforderten, Geschlechtergerechtigkeit genüge zu tun !!!!

Dorli Krainer
11
25.2.2012, 08:54
Ins Stammbuch geschrieben

Meine lieben Damen Niss und Schwentner!
Solange Ihr Verantwortlichen über Pensionsalter diskutiert, wird sich keine Einsparung ergeben!! Was nützen 5 Jahre mehr arbeiten, wenn in diesen Jahren entweder Teilzeit gearbeitet wurde weil kein anderer Posten zur Verfügung steht, oder gar Arbeitslosengeld ausbezahlt werden musste, weil gar keine Arbeit zur Verfügung stand??? Stellt Euch endlich um und diskutiert über DIENSTJAHRE!!! Mit all den Möglichkeiten die wir heute haben lässt sich ausrechnen ab wieviel einbezahlten Dienstjahren man das Recht hat, sein und das für ihn einbezahlte Geld des Arbeitgebers, (von dem ich annehme dass es gut angelegt wurde ) aufgeteilt auf die zu erwartende restliche Lebenszeit, monatlich zurück zu bekommen!

Spitzmaus
06
24.2.2012, 18:26
Die Frauen müssen alles Elend in Österreich erdulden

Was hat das alles mit der Pensionsversicherung zu tun? Die Frauen sollen endlich aus der Opferrolle herauskommen und sich nicht immer als Hascherln hinstellen. Mit dem läßt sich offenbar gut leben. Fakt ist, dass die Frauen früher in Pension gehen und länger leben. Das ist versicherungsmathematisch grotesk.

Ms. Roadrunner
01
29.2.2012, 19:10

Ganz recht, und als Totschlagargument kommt dann immer die "Doppelbelastung". Ich denk mir oft, da hapert's an der Grundeintellung. Wenn die Gesellschaft von den Frauen (und damit die Frauen von sich selbst) beruflichen Erfolg (Vollzeitarbeit, versteht sich) und finanzielle Unabhängigkeit tatsächlich erwartete, dann würde sich einiges von selbst einrenken. Stattdessen schickt man sie jahrelang in Karenz (weil sie ja sonst ihre Kinder in der "Fremd"betreuung "vernachlässigen") und dann noch Jahre früher in Pension. Viele Frauen betrachten das als ihr gottgegebenes Recht und schlucken neben der Abhängigkeit vom Partner auch noch die Abhängigkeit vom Staat.

pluralis modestatis
04
24.2.2012, 19:12
WEIBCHEN-SCHEMA

... vermutlich das erfolgreichste USP einer gezielten Klientel-Politik.

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