Wiener Börse schließt am Donnerstag leichter

16. Februar 2012, 18:30
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Wien - Die Wiener Börse hat die Sitzung am Donnerstag in einem uneinheitlichen europäischen Umfeld mit leichteren Notierungen beendet. Der ATX fiel bei durchschnittlichem Volumen um 13,74 Punkte oder 0,63 Prozent auf 2.171,44 Einheiten. Damit lag die tatsächliche Entwicklung des Leitindex rund einen Punkt über der heutigen Händlerprognose im APA-Konsensus von 2.170 Punkten. Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes um 17.30 Uhr: Dow Jones/New York +0,66 Prozent, DAX/Frankfurt -0,08 Prozent, FTSE/London -0,11 Prozent und CAC-40/Paris +0,08 Prozent.

Nachdem die europäischen Aktienmärkte noch durchwegs tiefer in den Handel gestartet waren, reduzierten sie ihre Verluste im Verlauf zusehends und drehten bis zum Handelsende sogar teilweise ins Plus. Für den entscheidenden Impuls nach oben wurden am Markt hoffnungsvolle Signale aus Athen sowie positiv aufgenommene US-Konjunkturdaten im Nachmittagsverlauf verantwortlich gezeichnet.

Als einer der schwächsten Werte im Wiener prime market gingen Raiffeisen (minus 3,88 Prozent auf 25,28 Euro) aus dem Handel, während die schwergewichtige Erste-Group-Aktie ihre Verluste recht deutlich auf ein Minus von 1,59 Prozent auf 18,31 Euro eindämmen konnte. Die Ratingagentur Moody's hatte am Donnerstag angekündigt, in Reaktion auf die Euro-Schuldenkrise die Bonität von über 100 europäischen Banken - darunter von acht österreichischen Finanzinstituten - auf eine Herabstufung zu prüfen. Ausgenommen der Bank Austria - diese nahm derartige Staatsgarantien nicht in Anspruch - senkte Moody's den Ausblick für die mit Triple-A bewerteten staatsgarantierten Verbindlichkeiten sämtlicher österreichischer Banken von "stabil" auf "negativ".

Hinzu kam ein Downgrade für Raiffeisen und Erste Group seitens der UBS. Dem Papier der Erste Group wurde die Kaufempfehlung "buy" entzogen und das Anlagevotum stattdessen auf "neutral" gestellt. Das Kursziel revidierten die UBS-Experten indes leicht von 18,00 auf 18,50 Euro nach oben. Die Raiffeisen-Einstufung nahmen die Analysten von "neutral" auf "sell" zurück, das Kursziel beließen sie unverändert.

Ein Analystenkommentar lag am Berichtstag auch zur Aktie des Wasseraufbereiters BWT vor. Die Wertpapieranalysten der Erste Group haben die Einstufung für die Aktie des Wasseraufbereiters von "buy" auf "accumulate" zurück genommen und das Kursziel von 26,8 auf 17,6 Euro gesenkt. Nachdem die Aktie über weite Strecken des Handelstages um die Nulllinie gependelt war, gab sie im Späthandel kräftig nach und schloss schließlich mit einem Minus von 3,50 Prozent auf 14,22 Euro.

Wienerberger blieben mit einem Abschlag von 0,79 Prozent auf 8,94 Euro indes im Rahmen der Gesamtmarktperformance. Der Baustoffkonzern will - wie Wienerberger-Chef Heimo Scheuch am Donnerstag vor Journalisten sagte - den PVC-Rohr-Produzenten Pipelife nach der am Vortag bekannt gegebenen Komplettübernahme zum klaren europäischen Marktführer in dem Bereich machen. Vollkonsolidiert ist die bisherige 50-Prozent-Tochter aber erst bei grünem Licht seitens der Wettbewerbsbehörden.

Die zehn größten Kursgewinner

1. DO&CO RESTAURANTS&CATERING AG +2,73 Prozent

2. MAYR-MELNHOF KARTON AG +1,13 Prozent

3. VOESTALPINE AG +0,98 Prozent

4. IMMOFINANZ AG +0,69 Prozent

5. OMV AG +0,39 Prozent

6. ZUMTOBEL AG +0,34 Prozent

7. VERBUND AG KAT. A +0,34 Prozent

8. VIENNA INSURANCE GROUP AG +0,33 Prozent

9. RHI AG +0,31 Prozent

10. ROSENBAUER INTERNATIONAL AG +0,27 Prozent

Die zehn größten Kursverlierer

1. BRAIN FORCE HOLDING AG -6,41 Prozent

2. AGRANA BETEILIGUNGS-AG -3,96 Prozent

3. RAIFFEISEN BANK INTERNAT. AG -3,88 Prozent

4. BWT AG -3,50 Prozent

5. LENZING AG -3,14 Prozent

6. CA IMMOBILIEN ANLAGEN AG -3,12 Prozent

7. SCHOELLER-BLECKMANN AG -3,03 Prozent

8. PALFINGER AG -2,37 Prozent

9. HTI HIGH TECH INDUSTRIES AG -2,06 Prozent

10. WOLFORD AG -1,87 Prozent (APA)

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