Im Detail

Hocheggers Name-Dropping im U-Ausschuss

16. Februar 2012, 10:01

Der Lobbyist nannte im U-Ausschuss jene Politiker und Parteimitarbeiter, die für ihn gearbeitet haben sollen - Mehrere Genannte weisen Darstellung Hocheggers zurück

Der Lobbyist Peter Hochegger gab im Untersuchungsausschuss erstmals im Detail bekannt, welche Personen für ihn gearbeitet haben. In "News" hatte Hochegger von 28 Personen gesprochen. Im Folgenden die Namen, die Hochegger im Parlament nannte:

Für die SPÖ waren das:

Alfred Gusenbauer (laut Hochegger waren es 100.000 Euro über ein Jahr, der Ex-Kanzler hat jedoch angegeben, niemals für Hochegger gearbeitet zu haben)

Heinz Lederer, Ex-SPÖ-Kommunikationschef

Peter Schieder, Ex-Zentralsekretär der SPÖ

Oliver Wagner, aktueller SPÖ-Kommunikationschef (2009 einen Monat lang für Hochegger tätig)

Karl Blecha, SPÖ-Pensionistenchef

Stefan Hirsch, aktueller Pressesprecher von Verteidigungsminister Norbert Darabos (war vor seinem politischen Engagement laut eigenen Angaben von 2002 bis 2005 als PR-Assistent für Hochegger tätig)

Kurt Gartlehner, Ex-Telekomsprecher der SPÖ


Von BZÖ/FPÖ:

Walter Meischberger, Ex-FPÖ-Politiker

Mathias Reichhold, Ex-Verkehrsminister

Reinhart Gaugg, Ex-FPÖ-Politiker

Hubert Gorbach, Ex-Verkehrsminister (BZÖ)

Christine Lackner, Ex-Pressesprecherin im Verkehrsministerium

Reinhard Firlinger, Ex-FPÖ-Telekomsprecher

 

Von der ÖVP:

Ernst Strasser, Ex-Innenminister (100.000 Euro für Bulgarien-Auftrag)

Franz Kusin, Ex-Mitarbeiter der Telekom und Funktionär der Fraktion Christlicher Gewerkschafter (140.000 Euro im Jahr 2008)

Stefan Krenn, Ex-Mitarbeiter im Kabinett von Sportstaatssekretär Reinhold Lopatka

Andreas Schneider, Ex-Mitarbeiter im ÖVP-Parlamentsklub

Ingrid Krenn-Ditz, Ex-Büroleiterin im Wirtschaftsministerium

Martin Jenewein

 

Von den Grünen:

Monika Langthaler, Ex-Nationalratsabgeordnete der Grünen

Christian Nohel, Ex-Mitarbeiter im Parlament

Brigitte Reiter, Ex-Kandidatin der Grünen in Wien-Favoriten

Lukas Schrattenthaler, Ex-Mitarbeiter im Parlament

An den Namen eines weiteren Grünen könne er sich nicht erinnern.

Reaktionen

Gusenbauer wies die Darstellung Hocheggers zurück und kündigte rechtliche Schritte an (siehe hier). Auch Langthaler und Nohel, beide Geschäftsführer von "brainbows", wiesen "alle absurden Unterstellungen in Zusammenhang mit den aktuellen Aussagen von Peter Hochegger rund um die Telekom AG auf das Schärfste zurück". Es habe im Auftrag von Hochegger nie - weder direkt noch indirekt - irgendwelche Lobbyingaktivitäten seitens "brainbows" oder eines Mitarbeiters gegeben, dementsprechend auch diesbezüglich keine Aufträge, Verträge, "geschweige denn irgendwelche Zahlungen". Man prüfe rechtliche Schritte.

Stefan Hirsch, Pressesprecher von Verteidigungsminister Norbert Darabos, weist in einer Stellungnahme gegenüber derStandard.at darauf hin, dass er von 2002 bis 2005 nach seinem Studium als PR-Berater für Hochegger tätig war. Erst danach sei er in den politischen Bereich gewechselt. Oliver Wagner, aktueller SPÖ-Kommunikationsleiter, verwies auf Twitter darauf, dass er die Agentur Hochegger "sofort" und auf seinen Wunsch wieder verlassen habe, weil der Skandal bekannt wurde. Hochegger hat im U-Ausschuss ausgesagt, dass Wagner "sehr kurz" (später hat er von einem Monat gesprochen) gearbeitet habe.

Auch Ingrid Krenn-Ditz wies die Aussagen Hocheggers ihre Person betreffend zurück. Sie sei "entsetzt" über Hocheggers Aussagen, diese seien "völlig aus der Luft gegriffen", sagte Krenn-Ditz, die Frau des früheren VP-Wirtschaftsministers und Ex-ÖIAG-Vorstandes Johannes Ditz, zur APA. Sie sei in Hocheggers Agentur angestellt gewesen, habe weder für Hochegger noch für die Telekom lobbyiert. Von 1999 bis 2001 sei sie bei Hocheggers Kommunikationsagentur angestellt gewesen und habe dort Kunden wie Coca Cola oder eine Versicherung betreut - aber weder mit der Telekom noch mit der Mobilkom zu tun gehabt, betonte Krenn-Ditz. Der ÖVP könne sie nicht zugerechnet werden, denn sie sei niemals Parteimitglied gewesen. Dass Johannes Ditz ihr Ehemann ist, sei "schon alles an ÖVP-Nähe". Johannes Ditz war bis 1996 Wirtschaftsminister, von 1999 bis 2001 war er ÖIAG-Vorstand. (rasch, derStandard.at, 16.2.2012/APA)

Kommentar posten
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carbonara
11
17.2.2012, 16:05
Korruptes Gesindel !!

ÄäÖöÜüß
15
17.2.2012, 09:55
Interessant das Hochegger Mitarbeiter in der SPÖ immer noch aktiv sind!

Andere Parteien haben sich von diesen Leuten längst verabschiedet - in der SPÖ aber scheint das ein Aufstiegskriterium zu sein:

* Oliver Wagner, aktueller SPÖ-Kommunikationschef

* Karl Blecha, SPÖ-Pensionistenchef

* Stefan Hirsch, aktueller Pressesprecher von Verteidigungsminister Norbert Darabos

Faymann wird wissen was er ihnen schuldig ist...

Thomas Felder1
00
17.2.2012, 12:32

ich seh als einziges Problem den Namen Blecha, die andren beiden haben nichts unredliches getan

Henry44
12
17.2.2012, 17:37
Es gilt die Unschuldsvermutung,

aber das erlaubt ohne Kenntnis des genauen Sachverhalts nicht die Feststellung, X und Y hätten nichts Unrechtes getan.

Das haben Gerichte festzustellen.

Thomas Felder1
00
17.2.2012, 20:19

das glaube ich nicht, der einzige, der vor gericht stehen wird, wird der Hr. Hochegger sein

Dr. Seltsam
 
25
17.2.2012, 07:55

Viel interessanter, als eine Liste jener Leute, die offiziell auf der Payroll von Hochegger waren, wäre eine Liste der inoffiziellen "Geschäftskontakte".

Da müsste ja dann Grasser ganz oben stehen.

Die Liste Hocheggers ist v.a. eine Blendgranate und ein Versuch, die Grünen und die Sozialisten in diesen Korruptionssumpf hineinzuziehen. Mit Wahrheit oder gar vollständiger Aufklärung hat das nichts zu tun.

Anticitizen1
23
17.2.2012, 10:46
bitte die grün-rot-rosa brille abnehmen!

Wie es im U-Ausschuss langsam ruchbar wird, haben alle 5 Parlamentsparteien gewaltig Dreck am Stecken. Ja, auch die Grünen.

Dr. Seltsam
 
13
17.2.2012, 10:57

Mag sein, dass die Langthaler und der Gusenbauer mit Hochegger in geschäftlicher Beziehung standen. Hochegger wird ja nicht so blöd sein und Personen, mit denen er tatsächlich Geschäfte abgewickelt hat, unter Wahrheitspflicht nicht zu nennen.

Es ist aber offensichtlich, dass die Liste nicht die wahren Begünstigten seiner Malversationen ganz anders aussehen muss. Schließlich ist ja ganz offensichtlich nicht wenig Kohle über Hochegger Richtung Grasser geflossen.

Das ist ein blau/schwarz/oranger Korruptionssumpf. Die Roten bauen und bauten genug Mist. Das Namedropping von Hochegger ist aber wirklich nur eine Blendgranate

Österreichische Verbrecher Partei!
14
17.2.2012, 03:57
Gusenbauer hat angekündigt, zu klagen. Wenn er das wirklich tut H U T A B !!! warten wir ab

Wird Zeit, dass dieser Halbmafiosi aus dem Hause LEITL endlich vor Gericht gezerrt wird

Benutzer Name
01
16.2.2012, 23:52
Langthaler und ÖVP

Interessant an der Langthaler, die angeblich zum Dunstkreis der Grünen gehört, sind ihre Haberer.

Die Brainbows gehört nicht ihr alleine soweit ich das durchblicke, sondern sie gehört (zu) einer "Lead media Group" (http://www.lead-group.at/de/partner), wo es jede menge interessante Verflechtungen gibt, nicht nur betreffend Eigentümerstrukturen. Hab mal eine interessante Grafik der Eigentumsverhältnisse gefunden.

Für mein Verständnis gehören die bei Lead Group genannten Rosam, Karmasin usw. eher zum Dunstkreis der ÖVP, und Lockl war oder ist GF bei den Grünen.

So gesehen muss es eh stimmen wenn die Moni behauptet, die Brainbows oder Mitarbeiter wären da nie involviert gewesen. Die Einflusskanäle liegen schliesslich woanders.

Walter J. Ferstl
00
17.2.2012, 20:28
Bei der Lead Group gibt es aber weit größere Player als Brainbows (Langthaler & Co.)

Diese größeren können durchaus mit Rosam (25% an Lead) und Karmasin (5%) - beide VP-Umfeld - mithalten und gehören entweder unmittelbar zum Bereich der SP (Dietmar Ecker, ehem. Kommunikationschef der SP, 25% an Lead) oder werden zumindestens als SP-nahe eingestuft (Peter Filzmaier, 10% an Lead).

Brainbows (Langthaler und Nohel) hält an Lead 15%

Siehe
http://www.datum.at/artikel/d... gskartell/

Nur DIREKTE DEMOKRATIE ist Demokratie!
04
16.2.2012, 21:37
Da finden wir ja einige Altbekannte: www.bit.ly/Die_Abkassierer

Österreichische Verbrecher Partei!
01
17.2.2012, 04:00
danke hab das posting schon vermißt ;-))

sollte man in

aktiv im amt gecasht

und danach abgezockt

unterteilen

spoc
12
16.2.2012, 19:48
RATS.

spoc
11
16.2.2012, 23:05
sorry - PIGS.

Oddo Wolf
03
16.2.2012, 19:16
Korruption ist „moralische Verdorbenheit“.

-
Der Rechnungshof rechnet, warnt und empfiehlt wie jedes Jahr vergeblich, umsonst. Dem Buchhalter ohne Macht mehr Autorität zu geben, das wollen die Parteien wohl nicht.
Der Rechnungshof hat ein sehr gutes Image beim Volk. Das würde dem RH zutrauen, ein Vetorecht bei den Staatsfinanzen, zum Wohl der großen Mehrheit zu verwenden.
Wie kommt die Demokratie jetzt aber vom Bürger zum Rechnungshof? Ich seh das schon als Bürgersache und nicht Partei-Angelegenheit. Ein mündiger Bürger regelt das selbst, wie auch die Abschaffung von anonymen Parteispenden aus Wirtschaft und Finanzindustrie.

Welche Made befreit sich schon selbst vom Speck? Kanns kaum erwarten, die geheimen Listen zu sehen. Und ein wenig Souveränität steht uns sicher gut.

Jene Grüne Straßenkatze
45
16.2.2012, 19:08
...

Schon faszinierend, wie blauäugig die Medien die Aussagen dieses Mannes weiterverbreiten.

Ein überführter Halunke muss ja ehrlich sein, gell?

Andreas Sonnberger2
12
16.2.2012, 19:18

Als Zeuge mußt schon ehrlich sein, ansonsten wirst wegen falscher Zeugenaussage angeklagt.

beos
11
16.2.2012, 21:58

es handelt sich hier um einen Untersuchungsausschuß....

Nur DIREKTE DEMOKRATIE ist Demokratie!
01
17.2.2012, 04:04

... mit Wahrheitspflicht

Thomas Felder1
00
17.2.2012, 20:20

er hat ja nicht gelogen, er hats nur irreführend dargestellt

maus 14
02
16.2.2012, 18:47

das sollen die vertreter des volkes sein?
die selbst abcashen länge mal breite
in ihre mäuler nicht genug reinstopfen können

sich bezahlen lassen
für angenehme bundesgesetze und vo
nichts ist bewiesen-wie denn? alle sind unschuldslämmer und werden es ewig sein

Android1337
04
16.2.2012, 18:46
Es ist doch wohl klar,

dass alle Anschuldigungen gegen ÖVP, FPÖ und BZÖ wahr sind, schließlich steht Hochegger unter Wahrheitspflicht. Und alle Aussagen gegen SPÖ und Grüne sind erlogen, schließlich kann man diesem Hochegger nicht trauen.

Oliven Brot
23
16.2.2012, 18:43
Es scheint

den Grünwählern oder sagen wir pauschaler den eher Linken i Ö gar nicht zu schmecken, dass der Hochegger auch Grünossen auf der Liste hatte.
Es kann natürlich nicht sein, was nicht sein darf.

Und wenn der Hochegger vor diesem Tag gerne als "glaubwürdig" oder wichtig genommen wurde, ist er ab heute ein unglaubwüriger Zeuge und Anpatzer.

Es lebe die Objektivität.

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