Die Sache mit dem Hicks

16. Februar 2012, 09:35

Große Vielfalt an Maßnahmen bei gelegentlichem Schluckauf - Erlösung nicht garantiert

Tipps gegen den Hicks

Regensburg - Er ist lästig und für den Betroffenen gar nicht lustig: der Schluckauf. Französische Wissenschaftler sind dem Sinn des Schluckaufs auf den Grund gegangen, berichtet der deutsche Online-Reportagedienst obx-medizindirekt.

Sie kamen zu dem Schluss, dass der Schluckauf ein Überbleibsel der Kiemenatmung ist, die auch beim menschlichen Embryo und beim Neugeborenen noch einen Sinn erfüllt: Das abrupte Zusammenziehen des Zwerchfells dient wie eine Umschaltung vom Atmen zum Schlucken: Dadurch wird das Einatmen von Fruchtwasser beziehungsweise Muttermilch beim Kleinkind verhindert, bei dem weder die Luftröhre noch die Speiseröhre durch den noch unterentwickelten Kehlkopf dicht verschlossen werden.

Beim Erwachsenen hat der Schluckauf keinen erkennbaren Sinn mehr. Er wird vermutlich aber durch unterschiedliche Reizungen des Zwerchfells mit ausgelöst, wie etwa durch überreichliche Mahlzeiten, Nervosität oder seelische Belastungen,hastiges Trinken, sowie durch Alkohol- oder Nikotingenuss. Um das lästige Phänomen wieder loszuwerden gibt es eine Reihe von Empfehlungen.

Luft anhalten und ablenken

Da ein niedriger Spiegel an Kohlenstoffdioxid im Blut den Schluckauf begünstigt, kann der Schluckauf durch Luft anhalten, oder Atmen in einen geschlossenen Plastiksack eventuell wieder abgeschaltet werden. Die verzögerte Atmung führt zur Anreicherung von Kohlenstoffdioxid im Blut.

Ablenkung der betroffenen Person kann ebenfalls helfen. Diese Hausmittel klingen oft sinnlos, können aber hilfreich sein: „Den Betroffenen erschrecken", „In Gedanken langsam von zehn bis Null herunter zählen und dabei ruhig ein- und ausatmen" usw. Andere Methoden beruhen darauf, die Reizleitung bestimmter Nerven zu beeinflussen, die am Schluckauf beteiligt sind. 

Vermutlich beruht darauf der Erfolg der Leibärztin des früheren US-Präsidenten Kennedy, die dessen Schluckauf abstellte, indem sie ihn kräftig an der Zunge zog. Auch das Lutschen von Eisstücken, das Trinken von kaltem Wasser oder der Druck mit den Handballen auf die geschlossenen Augäpfel könnte auf die betreffenden Nerven einwirken.

Wenn der Schluckauf partout nicht mehr aufhören will, sollten Betroffene unbedingt zum Arzt gehen. Denn es können sich dahinter auch ernsthafte Erkrankungen, zum Beispiel der Bauchspeicheldrüse, des Rippenfells, des Magens oder der Speiseröhre, Tumore oder eine Gehirnentzündung verbergen. (red)

Weiterlesen:

Genauer Betrachtet: Schluckauf: Wer denkt an mich?

“ der Druck mit den Handballen auf die geschlossenen Augäpfel“

Wie schließt man denn die Augäpfel? ;o)

So ein Schwachsinn!

Atmen in ein Sackerl ERHÖHT den CO2 Anteil im Blut und nicht umgekehrt.

Jo eh. Wo steht was anderes?

“Da ein niedriger Spiegel an Kohlenstoffdioxid im Blut den Schluckauf begünstigt...“
“Die verzögerte Atmung führt zur Anreicherung von Kohlenstoffdioxid im Blut.“

Tut mir leid, aber das lese ich nicht heraus.

das ist so schlecht formuliert.

Niedriger Spiegel an CO2 BEGÜNSTIGT Schluckauf, das heißt, bei einem niedrigen Spielel tritt Schluckauf leichter auf, weil er ja BEGÜNSTIGT wird. Was wahrscheinlich hier gemeint ist, entspricht dem englischen Wort "beneficial", begünstig heißt aber im Deutschen, das etwas leichter passiert/eintritt/vorkommt/vorhanden ist.
Insofern ist der Satz grammatikalisch zwar korrekt, aber inhaltlich falsch formuliert.

Ähm... Du sagst eh zwei mal das selbe - wenn etwas begünstigt wird, tritt es leichter auf.
Und es ist auch so gemeint: weniger CO2, leichter Schluckauf.
Bzw. besser umgekehrt gesagt: mehr CO2 hemmt dem Schluckauf.
Daher ist das ins-Sackl-Atmen auch die richtige Therapie.

Aber ich gebe zu, man könnte geschickter formulieren.

The one and only Schnackerl-Therapie:
Oberkörper nach vorn beugen und Kinn zur Brust, dann "verkehrt" ein Glas Wasser in kleinen Schlucken trinken (nämlich mit dem Glasrand an der Oberlippe). Wenn das nicht hilft, dann zumindest die Ablenkung, die man beim Aufwischen hat, oder wenn man das Wasser in die Nase bekommt.

Ihre beschriebene Körperhaltung rekonstruierend komme ich zum Schluß, daß Sie des einhändigen Kopfstands nicht fähig sind (die zweite Hand führt ja das Wasserglas zum Mund) und auf Behelfslösungen ausweichen

Als Langzeitfolgen der regelmäßigen Anwendung sind Kehlkopf- und Schilddrüsenquetschungen zu befürchten, bei sehr lang andauernder Anwendungen könnten Barthaare mit den Brusthaaren verwachsen und umgekehrt

Lernen Sie doch bitte unseren Kindern nichts falsches :-)

"Er wird vermutlich aber durch unterschiedliche Reizungen des Zwerchfells mit ausgelöst, wie etwa durch überreichliche Mahlzeiten, Nervosität oder seelische Belastungen,hastiges Trinken, sowie durch Alkohol- oder Nikotingenuss."

Ergo, die vielleicht effizienteste Maßnahme gegen häufiges Schluckauf:
Sich Gedanken über den Lebenswandel und über etwaige Veränderungen machen... :-)

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