Schwieriges Umfeld

Qantas streicht rund 500 Arbeitsplätze

16. Februar 2012, 08:29

Die australische Fluggesellschaft greift nach einem Gewinneinbruch zu drastischen Maßnahmen und spart beim Personal ein

Sydney -  Qantas streicht nach einem deutlichen Gewinneinbruch im ersten Geschäftshalbjahr etwa 500 Arbeitsplätze. Betroffen seien unter anderem die Bereiche Wartung und Bodenbetreuung am Standort Sydney, erklärte Qantas-Chef Alan Joyce. Zudem sollten ältere Maschinen früher ausrangiert werden, um Kosten zu sparen. In den sechs Monaten bis Ende Dezember halbierte sich der Vorsteuergewinn nach Qantas-Angaben auf 202 Mio. Australische Dollar (166 Mio. Euro). Das Marktumfeld bleibe auch im laufenden Halbjahr schwierig.

Bereits im November hatte die Fluggesellschaft ihre Gewinnprognose wegen hoher Kerosinpreise und eines zweitägigen Streiks nach unten geschraubt. (APA/Reuters)

el_burrito
00
21.2.2012, 11:31

der markt ist einfach übersättigt! es gibt in jedem land mindestens drei verschiedene fluggesellschaften und durch den wettbewerb drücken die unternehmen ihre preise gegenseitig so in den keller, dass es fast unmöglich ist mit einem gewinn am jahresende auszusteigen. der hohe kerosinpreis, naturkatastrophen ala vulkanasche und politische auseinandersetzungen wie unter anderem in ägypten tragen ihren teil dazu bei, dass immer mehr airlines in geldnot kommen und um ihre existenz kämpfen müssen. ich denke, die einzige chance um zu überleben wäre eine minimierung der fluggesellschaften weltweit - wenn nötig auch durch fusion, übernahme oder auflösung einzelner firmen.

Mann40
01
16.2.2012, 14:06

"In den sechs Monaten bis Ende Dezember halbierte sich der Vorsteuergewinn nach Qantas-Angaben auf 202 Mio. Australische Dollar (166 Mio. Euro)."

Ich finde es immer wieder schön, wenn ein Unternehmen trotz Gewinns Mitarbeiter hinauswirft, herzerwärmend ist so etwas.

Sarkasmus off

wrkskrfzk
00
16.2.2012, 11:55
Vielleicht sollte man diesen Artikel den diversen Betriebsräten der AUA weiterleiten

Michael B
00
16.2.2012, 12:41
Ein kaputtes Unternehmen KANN man nicht durch Lohnverzicht sanieren.

Das hat noch nirgendwo funktioniert.
Man kann sich höchstens ausrechnen, wobei man mehr verdient: Derzeitiges Gehalt x Restlebenszeit des Unternehmens vgl. Niedrigeres Gehalt x verlängerter Restlaufzeit.
Üblicherweise werden den Arbeitnehmern aber noch Eingeständnisse abgepresst, während das Management wegen der besonders schweren "Sanierungsaufgabe" noch Zulagen erhält.
Siehe AUA: 2010: +3 Millionen BONUS, weil Verlust NUR 65 Millionen beträgt !!

gimme hope
00
16.2.2012, 11:08
Eine Ankündigung wird wahr

Dass Qantas mit finanziellen Problemen zu kämpfen hat, zeigte sich, als im Winter die Maschinen für ein paar Tage am Boden blieben. Damals dachte die Gewerkschaft noch, Qantas treibt das branchenübliche Spiel, um die Gehälter zu drücken ... in Wahrheit war es eine Ankündigung auf das, was noch kommen wird und nun eingetreten ist.

Bergdolm
10
16.2.2012, 10:05
Die Flugbranche ist kaputt

egal, ob in Australien, Österreich, Ungarn (Malev), ...

Deren Glanz ist lange vorüber.

Wenn es die Autohersteller (im Westen) und die Elektronikbuden, die noch bei uns produzieren, trifft, wird es bald finster in "der westlichen Welt".

Österreich hat noch Glück als "Alpen-Disneyland" für die Russen und zukünftig auch für die Chinesen. Aber ob das reicht?

PS: Diese Gäste werden der Austrian ein wenig helfen, sofern sie nicht über MUC anreisen ...

Der Busfahrer
01
16.2.2012, 11:12
die branche ist kaputt...

...weil sie sich über dumpingpreise einen markt geschaffen hat, der zu kostendeckenden preisen nicht existent ist. für 98Euro fliege ich auch schnell mal in eine schöne europ. hauptstadt, aber mir ist klar, dass dies kein geschäft für die airline sein kann. und wenn dieser flug eben vernünftige 499,- kostet, spare ich mir den trip. lange zeit ging es nur um marktanteile, schön langsam kommt man drauf, dass man damit erstens keine rechnungen bezahlen kann und zweitens jetzt anteile an einem fiktiven markt innehat, der sofort wegbricht wenn man etwas damit verdienen will.
fliegen wird teurer werden, somit werden weniger leute fliegen, dadurch wird es noch teurer, darum werden noch weniger leute fliegen, usw....

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.