Arsenal kommt bei Milan unter die Räder

15. Februar 2012, 20:16
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Traumtor von Prince Boateng leitet den Untergang der Gunners ein - Zenit gewinnt nach turbulenter Schlussphase gegen Benfica

Mailand/St. Petersburg - Angetrieben von den überragenden Kevin-Prince Boateng, Robinho und Zlatan Ibrahimovic hat der AC Mailand den FC Arsenal demontiert und seinen England-Fluch besiegt. Nach dem souveränen 4:0 (2:0)-Erfolg gegen die Gunners aus London stehen die Rossoneri bereits mit einem Bein im Viertelfinale der Champions League. Die Arsenal-Abwehr war ohne den verletzten Per Mertesacker gegen die Italiener völlig überfordert. Boateng, der mit einem Traumtor in der 15. Minute den Sieg einleitete, und der Brasilianer Robinho, der jeweils nach Vorarbeit von Ibrahimovic doppelt traf (38. und 49.), waren die Matchwinner für die Mailänder. Der Schwede erzielte schließlich mit einem verwandelten Foulelfmeter auch "sein" Tor (79.).

Für Italiens Meister Milan war es der erste Sieg gegen eine englische Mannschaft nach sieben Spielen. Der zur Pause eingewechselte Franzose Thierry Henry erlebte einen traurigen Abschluss seiner Kurz-Rückkehr zu Arsenal, es war die höchste Europacup-Niederlage in der Vereins-Geschichte der Londoner. Zuvor hatte Zenit St. Petersburg nach einer turbulenten Schlussphase im Achtelfinal-Hinspiel einen 3:2 (1:1)-Erfolg gegen Benfica Lissabon gefeiert und sich eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel am 6. März erarbeitet.

Traum-Comeback für Boateng

Als Boateng in der 70. Minute von Milan-Trainer Massimo Allegri ausgewechselt wurde, belohnten ihn die 64.500 Fans im ehrwürdigen Giuseppe-Meazza-Stadion mit tosendem Applaus für eine Klasse-Leistung. Gerade erst nach einer Verletzung wieder fit geworden, war er der große Antreiber der Lombarden und legte mit seinem dritten Treffer in der laufenden Champions-League-Saison den Grundstein zum Sieg. Nach einem Fehlpass von Arsenal-Torhüter Wojciech Szczesny lupfte Antonio Nocerino den Ball in den Lauf des ghanaischen Nationalspielers, der die Kugel mit der Brust stoppte und dann mit dem rechten Fuß über den chancenlosen Szczesny hinweg unter die Latte hämmerte.

Nach dem 2:0 durch den nur 1,72 Meter großen Robinho, der fast ohne Gegenwehr sogar per Kopf traf, hatte Arsenal-Coach Arsène Wenger genug von seiner Hintermannschaft und holte den schwachen Franzosen Laurent Koscielny sogar noch eine Minute vor der Pause vom Feld. Doch auch mit Johan Djourou stand die Gunners-Defensive nicht sicherer, was Robinho schon vier Minuten nach der Pause zum 3:0 nutzte. Arsenal zeigte nur selten durch Robin van Persie ein wenig Torgefahr, auf der Gegenseite holte Ibrahimovic selbst den Elfmeter heraus, den er zum vierten Treffer nutzte.

Auch ein Traumtor in St. Petersburg

Zenit St. Petersburg hatte zuvor mit dem 3:2 zu Hause einen kleinen Schritt Richtung Viertelfinale gemacht. Vor rund 20.000 Zuschauern bei klirrender Kälte im Petrowski-Stadion hatten die Russen zunächst die Partie nach einem frühen Rückstand durch Maxi Pereira (20.) gedreht und waren durch Roman Schirokow (27.) und Sergej Semak (71.) nach zwei herrlichen Ferserl 2:1 in Führung gegangen. Den Ausgleich der Gäste durch Oscar Cardozo, den Zenit-Ersatztorhüter Juri Schewnow durch eine unglückliche Abwehraktion ermöglichte (87.), konterte Schirokow postwendend mit seinem fünften Tor im laufenden Wettbewerb (88.). Vor diesem Treffer hatte Pereira im eigenen Strafraum über den Ball getreten. (SID)

AC Milan - Arsenal 4:0 (2:0)
Mailand, 64.500, Tore: Boateng (15.), Robinho (38., 49.), Ibrahimovic (79./Foul-Elfmeter)

Zenit St. Petersburg - Benfica Lissabon 3:2 (1:1)
St. Petersburg, 22.000, Tore: Schirokow (27., 88.), Semak (71.) bzw. Maxi Pereira (20.), Cardozo (87.).

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    Van Bommel, Ibrahimovic und Robinho (v.l.) in Euphorie, Van Persie recht frustriert.

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    Kevin-Prince Boateng hat soeben voll abgezogen, die Kugel wird sogleich via Latte in Szczesnys-Kasten einschlagen.

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    Die Zenit-Spieler nach dem späten Siegestreffer im Heimstadion.

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