Zähnebleckende Herzlichkeit

Kommentar |

Die Rivalität zwischen beiden Ländern bleibt virulent

Als der unverwüstliche Henry „Dr. K.“ Kissinger ins Mikrofon brummte, aus dem Verhältnis zwischen den USA und China werde sich kein neuer Kalter Krieg entwickeln, stimmte das Publikum unlängst bei der Münchner Sicherheitskonferenz einhellig zu. Zu sehr sind die beiden Mächte bereits voneinander abhängig, zu sehr ist die Welt(wirtschaft) inzwischen globalisiert. Weder Peking noch Washington haben Interesse, Differenzen eskalieren zu lassen – dagegen sprechen schon jene 2000 Milliarden Dollar, die Chinas Nationalbank in US-Anleihen investiert hat.

Die Rivalität zwischen beiden Ländern bleibt dennoch virulent. Aber vor dem oben genannten Hintergrund begegnen sich die beiden Großmächte, deren Verhältnis das 21. Jahrhundert definieren wird, bei Xi Jinpings Besuch in den USA mit zähnebleckender Herzlichkeit. Beide trauen einander nicht über den Weg, und beide müssen doch einen Modus Vivendi miteinander finden.

China, so schätzt der australische Außenminister Kevin Rudd, wird die USA 2020 als weltgrößte Wirtschaftsmacht abgelöst haben und 2025 als führende Militärmaschinerie. Dann wird die Welt erstmals seit Jahrzehnten keine demokratische und erstmals seit Jahrhunderten keine westliche Führungsmacht mehr haben. Was das bedeuten wird, ist allen Beteiligten – auch China und den USA – noch unklar. Weil das so ist, lächelt man heute in Washington höflich, auch wenn dazwischen gelegentlich harsche Worte fallen. (DER STANDARD, Printausgabe, 16.2.2012)

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14 Postings
Mißbrauch

Der Begriff "Demokratie" wird in den westlichen Medien immer verkürzt auf Verhältnisse innerhalb eines Landes verwendet. ein wichtiger Bestandteil demokratischer Rechte ist das auch das recht von Völkern und Nationen auf Selbstbestimmung. das wird von den USA durch Interventionen in anderen Ländern permanent durch militärische Interventionen verletzt. Viel demokratischer ist es natürlich, wenn es keine Führungsmacht gibt (die ja ihre Macht nur für die eigenen Interessen verwendet), sondern eine breitere Machtverteilung auf die Nationen. Dazu dient ja die UNO.

"Dann wird die Welt erstmals seit Jahrzehnten keine demokratische und erstmals seit Jahrhunderten keine westliche Führungsmacht mehr haben."

noch bescheuerter geht ami-angst-propaganda wohl nicht.

wenn sich die USA...

wieder mehr auf ihre Waffengewalt stützt, siehe neue Australien- und Asienintiative, ist das nicht gerade ein Vertrauensbeweis für die von Obama so propagierte "partnerschaftliche" Weltordnung.

erstmals seit Jahrzehnten keine demokratische und erstmals seit Jahrhunderten keine westliche Führungsmacht

LOL,

was genau ist bei uns demokratisch ?

China überlegt wenigstens bevors Kohle reinbuttert, wos landet,

da können unsere was lernen.

China ist in Geiselhaft

Es sitzt auf Bergen von Papier, das die Welt als Leitwährung anerkennt. Der Dollar ist weder durch Werte noch durch Perspektiven gedeckt.
Die einzige Bedeckung besteht in der mit Abstand teuersten Militärmaschinerie.

Jetzt kann China schwer dem imperialistischen Anspruch der USA entgegen treten. Damit riskierte China auf einem Berg wertlosem Papiers sitzen zu bleiben. Also zieht China tw. die Unterordnung (oft euphemistisch als Kooperation bezeichnet) vor.

Sie werden dem Nick Ihrer Metapher gerecht.

Dadong hat schon mal vorgerechnet, dass das nicht mehr allzulang so sein muss.

Naja, ...

... der Trend ist sicher richtig und es kann schon sein, dass man am Ende des 21. Jahrhunderts vom "chinesischen" spricht - ähnlich wie vom 20. Jh. vom "US-amerikanischen".

Aber die Ablöse der USA als führende Militärmacht bis 2025 halte ich für ein nicht haltbare, zu pessimistisch/optimistische (je nach Perspektive) Prognose. Die stärkste Wirtschaftsmacht bis 2020 - ok, aber das heißt noch lange nicht das die USA als globale Führungsmacht abgelöst werden.

und im Hintergrund arbeiten die Rockefellers mit den Chinesen

um aus Buddhas Geburtsort Lumbini in Nepal ein Disneyland zu machen.

2 Milliarden Rockefeller USD für einen chinesichen Verein!?

http://apecf.net/english/w... 505_3.html

und jetzt?

Was hat das Disneyland mit den Unsicherheiten der zukünftigen politischen Weltordnung zu tun

Was nützt eine demokrtische Führungsmacht

wenn diese permanent illegale Angriffskriege führt?

Is aber eh nix Demokratisches !

uns allen nütze es was

damit wir noch schön SUVs fahren können uns den Luxus leisten in schlecht isolierten Wohnungen zu wohnen weil Energie noch billig ist und billig konsumieren konnten. Natürlich ist das scheisse was die USA machen, aber wir profitierten davon und es sicherte unseren Lebensstil. Wird sich aber alles ändern wenn Diktaturen wie China weltweit den Ton angibt.

weil die Eingriffe in Lybien, Irak, Afghanistan, Restjugoslawien definitiv besser zuneinem augeklaerten Weltbild passen als die in Tibet, Nepal und Taiwan.

Kolonialismus und Sklaverei haben ebenfalls ausgezeichnet zu einem aufgeklärten Weltbild gepasst und mussten leider wegen des politischen Drucks unaufgeklärter christlicher Demagogen aufgegeben werden.

Wehe dem, der von uns aufgeklärt wird - da können die Chinesen mit Ihrem System nicht mithalten.

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