Telekom-Manager sagte 100.000 Euro für "Familienpartei" ÖVP zu

15. Februar 2012, 18:41
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    ÖVP-Chef Wolfgang Schüssel beim Parteitag 2007 - Sponsor Telekom?

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    "Gernot" heißt Schieszler und war im Jahr 2007 Telekom-Festnetz-Finanzchef. "Rudi Fischer" war Telekom-Vorstand und Michael L. Fischer vormaliger ÖVP-Direktor, der sich auch später noch um Finanzen kümmerte - dann in der Telekom. Auch per E-Mail.

Auch die zweite Hälfte der schwarz-orangen Regierung steckt nun in der Telekom-Affäre - Nicht nur das BZÖ, auch die ÖVP taucht als mögliche Geldempfängerin auf - Profitiert haben soll die Partei, aber auch Politikerkinder

Am 14. November 2007 erhielt der "liebe Gernot" von "Michael" eine E-Mail: "Rudi Fischer hat € 100.0000,- via Peter Hochegger an die ÖVP-Bundespartei für 2007 zugesagt." Mit diesem Einzeiler (Faksimile unten) hat Michael Fischer, in der Telekom für Public Affairs zuständig, davor ÖVP-Bundesorganisationsreferent, um "Berücksichtigung" der elektronischen Post ersucht - bei Gernot Schieszler, damals Telekom-Festnetz-Finanzchef. Rudolf Fischer wiederum, der "Anweiser" des sechsstelligen Betrages an die ÖVP, amtierte damals als Telekom-Vorstand.

200.000 Telekom-E-Mails

Es ist dies nur eine von rund 200.000 E-Mails aus Telekom-Mailordnern, die "News" vorliegen und von denen die brisantesten, die ÖVP betreffenden am Mittwoch auf news.at online gestellt wurden - während im Parlament Ex-Justizministerin Karin Gastinger vor dem U-Ausschuss aussagte, da sich die Telekom auch den BZÖ-Wahlkampf einiges kosten hat lassen.

Zu "News" sagte Michael Fischer, die 100.000 Euro seien nicht an die Bundes-ÖVP geflossen, sondern an die Junge VP. Die aber wies das - wie schon im November 2011, als damals Rudolf Fischer sie als Empfängerin des Geldes angegeben, aber mit der Jungen Wirtschaft (JW) verwechselt hatte - am Mittwoch im STANDARD-Gespräch strikt zurück. Die Bücher aus der Amtszeit der damaligen JVP-Chefin Silvia Fuhrmann seien geprüft, den kolportierten Betrag der Telekom gebe es darin nicht.

Michael Fischer taucht zweifach auf. Vor seinem Wechsel zur Telekom im Jahr 2007 war er ÖVP-Direktor, managte dort Finanzen und Wahlkämpfe. Auffällig war, dass er weiter als Geschäftsführer im schwarzen Verlag Alpha Medien fungierte. Erst nach einem STANDARD-Bericht über seine Doppelfunktion legte er den Alpha-Posten zurück.

Bereits im April 2007 hatte Michael Fischer, damals noch aus der ÖVP-Zentrale, eine E-Mail an die Telekom geschickt: an Rudolf Fischer. Eine "Sponsoringbitte", ob man "die unten angeführten sachleistungen (liveübertragung im internet) als sponsorleistung mit der telekom abwickeln" könne. Im "Gegenzug" bot der ÖVP-Direktor dem Telekom-Manager eine Einladung zum Bundesparteitag am 21. April in Salzburg an.

Laut Telekom-Sprecher Alexander Kleedorfer kam dieses Sponsoring im Gegenzug zu Werbung und Logopräsenz zustande.

Auch um familiäre Belange der "Familienpartei" ÖVP kümmerte sich die Telekom. So mailte Michael Fischer den "lieben rudi" erneut in E-Mail-kompatibler Kleinschreibung an: "nina blum, die tochter von wolfgang schüssel, hat mir ihrem theaterprojekt bei euch um ein sponsoring angesucht (schreiben anbei) ihre anfrage wurde aber abgelehnt." Über ÖVP-Fischer wollte sie von Telekom-Fischer Hilfe. "vielleicht kannst du das projekt mit 2000-3000 € unterstützen." Er konnte, bestätigte die Telekom nun gegenüber "News". "Sponsoring über einen geringen einstelligen Tausenderbereich - mit entsprechender werblicher Gegenleistung" kam zustande.

Im November 2007 galt es einen Tourbus für den Sohn des ÖVP-Abgeordneten Franz Morak aufzutreiben, "der sehr erfolgreich in einer band - PBH club - spielt". Argumentative Hilfestellung lieferte "michi" Fischer auch: "er hilft uns sehr (serentschy, TKK ...)" Georg Serentschy ist der Telekom-Regulator, TKK die Telekom-Kontroll-Kommission. Daraus wurde nichts, die Telekom habe keine Busse verliehen.

Begünstigte der Telekom waren laut E-Mails auch der ÖAAB, der mit 15.000 Euro aufscheint, und das FCG-Magazin der Christgewerkschafter ("Lobhudelei hineinschreiben lassen", 3000 Euro).

ÖVP-Generalsekretär Hannes Rauch sagte am Mittwoch im STANDARD-Gespräch: "Wir haben in den Kassen keine 100.000 von der Telekom gefunden." Vorwürfe müsse man aufklären, aber: "Jeder Verein, der einen Ball veranstaltet, sucht sich einen Sponsor. Bei Sponsor-Vereinbarungen gibt es einen, der fragt, und einen, der zustimmt oder ablehnt. Das ist ein normaler Vorgang, bei dem man sich fragt, ob es einem etwas bringt oder nicht."

"Sponsored by uns selber"

Die Mitglieder von PBH Club sind übrigens auch ohne Telekom zu einem Tourbus gekommen. Auf ihrer Facebook-Seite schrieben die Musiker am Mittwoch: "und weil's grad so schön aktuell ist. ich und ben haben den bus ausgesucht und gekauft. bezahlt mit geld aus der bandkassa. ich hab ihn dann von linz nach wien überstellt, gleich mal mit einem schönen schaden an der zylinderkopfdichtung angekommen usw. ... diese krücke war und ist also komplett 'sponsored by uns selber'." (nim, as, pm, cs, DER STANDARD, Printausgabe, 16.2.2012)

Kommentar posten
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forever52
00
22.4.2012, 10:05
Das ist alles so schlimm...

...und wie hoch muß der Leidensdruck der Bevölkerung noch sein ?

Alexander Patjomkin
04
16.2.2012, 17:15
Eine Gesellschaft, wo sowas (in Serien) passieren kann,

ist mit Sicherheit keine Demokratie, wie auch immer sie bennant wird.

Cocooning
04
16.2.2012, 14:58
Österreich = Kleptokratie

Mostbluzza
15
16.2.2012, 16:32
die parteien sind unser finanzieller tod

und moralischer abgesang.

diese paar spassparteien sind des steuerzahlers enron.
demokratiepolitisch gar nicht abschätzbar, da auch nicht mit rücktritten zu rechnen ist (spitzen der reg.parteien samt gefolge).

neuwahlen sind sofort notwendig. psychologisch.
können wir aber nicht weils dann verlieren, jaja wissen wir, drum machts so weiter.

Mostbluzza
11
16.2.2012, 16:13
aber eines muss man auch sagen

so wie früher, das mit mord und totschlag, sowas gibts nicht mehr. und den schaden haben nur aktionäre und steuerzahler, keine banken/versicherungen usw. das ist jo auch sehr positiv.

sie san alle scho recht brav und genügsam geworden. für jeden einzelnen bleibt do eh nix über - nach der finanz und anwälten.

hauptsache es passiert so nix (betonpatscherl, herzinfarkte, unfälle, ...)

Freedyi Lincoln
08
16.2.2012, 14:18
Da fragt man sich zwangsläufig

ob die ÖV-Partei nicht eine

sog. " Kriminelle Organisation" i.S. von § 278a StGB ist.

Freedyi Lincoln
01
16.2.2012, 14:14
Da fragt man sich zwangsläufig,

Österreichische Verbrecher Partei!
15
16.2.2012, 14:04
G I B T S D I E K P Ö N O C H ?

Ich bin soweit, mir reichts
korrupte Drecksbagage

jede Wette: kein Einziger wird verurteilt!

daher noch einmal:

G I B T S D I E K P Ö N O C H ?

Timagoras
 
31
16.2.2012, 15:40
"G I B T S D I E K P Ö N O C H ?"

.
Sie meinen, da könnt's nie unregelmäßigkeiten geben?

http://orf.at/stories/2... 6/2092609/

sepp saubadl
02
16.2.2012, 14:32
ja die gibts noch

http://www.kpoe.at/

Marlon62
03
16.2.2012, 13:52
Wäre ich an Pilz' Stelle,

würde ich jetzt den Uwe "Geh in Häfen" Scheuch laden. Lügt er für den politischen Gegner und riskiert eine weitere Strafe wegen Falschaussage, oder schadet er sich sofort selber?

Freigeistin1
24
16.2.2012, 13:43

Keine Partei ist "sauber".

Die Telekom gehört (wie viele andere staatsnahe Unternehmen) restlos entpolitisiert!

http://www.unzensuriert.at/content/0... ere-schwer

Marlon62
00
16.2.2012, 17:55
Da müssten zuerst einmal

Politiker sämtlicher Parteien, die Telekom-Aktien besitzen, enteignet werden.

Walther von der Vogelweide, der 1.
21
16.2.2012, 16:28
Die Telekom gehört restlos entpolitisiert!

Dann können Sie die Telekom zusperren, weil sie keine Mitarbeiter mehr hat. ;-)

avision
00
16.2.2012, 13:27
unglücklichen Händchen? Um seine Geldstrafe abzustottern, braucht der ehemalige Zocker vor allem eines: Zeit, sehr viel Zeit

Vorweg einige Zahlen: 70 Mal schepperten intern und extern die Alarmglocken. Doch die Bank ließ ihn arbeiten - solange der Börsestar Gewinne einfuhr. 50 Milliarden Euro nahm der damals 30-Jährige dafür in die Hand. Ausgemacht waren 125 Millionen. Anfang 2008 waren 4,9 Milliarden Euro verzockt, perdu. Der höchste Spekulationsverlust aller Zeiten.

Jetzt wandert Kerviel ins Gefängnis. Ein Pariser Gericht sprach den einstigen Banker der Veruntreuung für schuldig. Fünf Jahre Haft, davon drei unbedingt, muss der Händler mit dem unglücklichen Händchen absitzen.
Er wird dafür lange arbeiten müssen. Mit einem Gehalt von 2.300 Euro nämlich - Daumen mal pi - 177.000 Jahre. Ein paar auf oder ab kümmert uns heute wenig. Die Geldstrafe, eine Farce?

Marlon62
00
16.2.2012, 17:55
Hat Ihr Navi versagt?

Freigeistin1
06
16.2.2012, 12:48

Seit Jahrzehnten wird der Staat von diesen Politikern in Geiselhaft gehalten. Immer wieder wird von der Politikverdrossenheit der Menschen gesprochen. Es handelt sich dabei um eine Politiker Verdrossenheit. Es wird versucht Rankings(wer ist korrupter) aufzustellen, so weit sind wir gekommen.
Man kann keine Partei ausnehmen. Macht ohne Kontrolle korrumpiert! Wo ist die Kontrolle in Österrreich? Was war mit den Medien? Was war mit den Kontrollinstanzen (Rechnungshof, FMA) Wo sind die Richter?
Das Vertrauen in die Regierung und die Politik ging verloren. Die "Ehrlichen und Anständigen" haben genauso zugelangt wie die "Altparteien".

higgs - wozu?
04
16.2.2012, 14:33

ein systemproblem, nichtmal länderspezifisch sondern global, welches sich aus der verquickung der politik mit den konzernen und monopolen ergibt - nicht die politiker halten den staat in geisselhaft, sondern das system hält alle in geisselhaft und die staaten dienen nur mehr als erfüllungsgehilfen des privaten machtkonzentrats, welches sich aus dem monopol der geldrechte zwangsläufig ergibt.

politiker sind in einem solchen system, und unseres ist jetzt über 300 jahre alt, immer nur die sprechpuppen jener, die das kapital und somit die macht halten, oder noch besser, das kapital selbst herstellen und in umlauf bringen dürfen.

somit ist jeder staat dem privaten untergeordnet und mitnichten souverän, genauso wie seine "staatsdiener"

CyberCop
01
16.2.2012, 19:01
ich kann ihnen nur zustimmen

außer bei "geissel" - sowas gibt es nämlich nicht, weil man das mit scharfem ß schreibt.

die geißel hat aber nur insofern mit der geisel zu tun, dass man zweitere mit erster malträtieren kann.

;)

Freigeistin1
20
16.2.2012, 14:39

Das (Geld)"System ist nicht Schuld - der verantwortungslose Umgang damit macht die Probleme (Stichwort Verschuldung - sowohl der Staaten als auch der Privatpersonen).

higgs - wozu?
02
16.2.2012, 17:48

ja, nur ist die verschuldung systembedingt, weil jeder staat gezwungen ist, sich das hilfsmittel geld zu kaufen und sich verschulden MUSS, sobald er geld für seine wirtschaft verwenden will. (geldrechte)

daher sind die schulden auch niemals tilgbar, weil die schuldmenge immer um den zins (den kaufpreis des geldes) höher ist, als die vorhandene geldmenge, und natürlich wachsen die schulden ganz automatisch, und mit ihnen die geldmenge, was wiederum zu einer geldentwertung bis hin zur hyperinflation führt.

es ist ein rein mathematisches problem:
schuld = geldmenge + zins
schuld > geldmenge

wodurch natürlich konkurrenz um das künstlich verknappte gut geld entsteht, und wir zu ständigem wettbewerb gezwungen werden

Freigeistin1
20
16.2.2012, 17:53

Wettbewerb ist ja nichts schlechtes. Der Zins hat auch einen Sinn - ausserdem würde niemand Geld verborgen, es würde nicht investiert werden, wenn man keinen Zins verlangen würde.
Schulden per se sind nicht automatisch "schlecht" - es kommt nur immer aufs Verhältnis an.
So wie jeder Haushalt, jedes Unternehmen kalkulieren muss,muss es auch der Staat.Auf Dauer mehr ausgeben als einnehmen funktioniert nicht ewig.

helmhof1
01
16.2.2012, 14:23
Endlich handeln!

Eines ist klar: mit DIESEN Politikern und Parteien sind wir verloren.
Aber es gibt eine Alternative zu den rot/schwarzen/blau/orangen Nehmern und Bremsern: eine NEUE politische Bewegung - Österreich 21.
Politik mit Vernunft und Augenmaß für den Mittelstand und nicht für Parteiklientel und den ohnehin geschützten Sektor, mit deutlich weniger Föderalismus-Wahnsinn, echten Einsparungen und keinen neuen Schulden auf Kosten unserer Kinder und Enkel.
Bei Programmanfragen und Mitarbeitsinteresse bitte an helmhof@tele2.at mailen.
Danke - für ein Österreich des 21. Jahrhunderts!

Jonny van Irgendwas
 
02
16.2.2012, 12:42
Schmiergelder

Bald frage ich mich wer im Parlament hat nicht die Hände aufgehalten und sich " Schmieren " lassen ? Gut andere sagen es sind Beraterhonorare.

Marquis
212
16.2.2012, 12:35
ÖVP größte Abzockerpartei

Und immer wieder sind es VP Politiker die illegale Bestechungsgelder annehmen, sich an Volkseigentum ungeniert bedienen und keine Hemmung kennen Provisionen zu kassieren.

Die VP ist dermaßen moralisch verludert, dass es schon fast pathalogische Formen angenommen hat. Diese Partei ist nicht mehr demokratiefähig.

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