Heftiges Gezerre um EU-Kandidatenstatus

15. Februar 2012, 17:53
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Kein Einigung, wie der Kosovo in regionalen Organisationen repräsentiert werden soll

Mitrovica - Im Vorfeld der Entscheidung, ob die EU-Außenminister Serbien am 27. Februar den Kandidatenstatus zusagen, findet ein heftiges diplomatisches Gezerre statt. Deutschland pocht darauf, dass sich Prishtina und Belgrad bis kommende Woche darauf einigen, wie der Kosovo in regionalen Organisationen repräsentiert werden soll. Vergangene Woche schlug der serbische Verhandler Borislav Stefanović dem EU-Verhandler Robert Cooper bei einem Treffen in Wien vor, dass die kosovarische Delegation ein Schild verwenden soll auf dem bloß "Kosovo" steht - das Wort "Republik" also nicht vorkommt.

In einer Fußnote soll die UN-Resolution 1244 genannt werden, die serbische Seite will damit betonen, dass der Kosovo noch von der Uno verwaltet wird. Prishtina wurde eingeräumt, das IGH-Urteil, wonach die Unabhängigkeit nicht widerrechtlich war, in der Fußnote anzuführen.

Mit diesem (nicht neuen) Vorschlag fuhr Cooper am Mittwoch nach Prishtina. Doch die kosovarische Regierung ist offenbar nicht bereit, diese Lösung zu akzeptieren, obwohl dies in den vergangenen Monaten als sicher galt. Premier Hashim Thaçi pocht plötzlich (wie die Opposition) auf das Wort "Republik". Die Zeit für Serbien wird knapp. Der Druck von Cooper sei "enorm", sagt der kosovarische Analyst Krenar Gashi.

Beim Referendum der Serben im Norden, die darüber befinden, ob sie die kosovarischen Institutionen akzeptieren oder nicht, lag die Beteiligung am Mittwoch bei 48 Prozent. Klar ist, dass die Serben "Nein" sagen werden. (awö/DER STANDARD, Printausgabe, 16.2.2012)

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