Voest handelt beim Kartellvorwurf

15. Februar 2012, 17:50
posten

Wien - Das Kartellverfahren wegen illegaler Preisabsprachen zwischen internationalen Schienenherstellern in Deutschland ist noch nicht abgeschlossen, bei der Voestalpine gab es jedoch bereits Konsequenzen: In der Division Bahnsysteme wurden sechs leitende Mitarbeiter ihrer Funktion enthoben. Das geht aus dem aktuellen Aktionärsbrief hervor.

In der Voest-Bahndivision waren zuletzt 10.332 Mitarbeiter beschäftigt. Der operative Gewinn der Sparte erhöhte sich in den ersten drei Quartalen 2011/12 kräftig um 13,4 Prozent auf 235,2 Mio. Euro, die Marge verbesserte sich von 10,2 auf 10,6 Prozent. Die Umsätze legten gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 9,7 Prozent auf 2,29 Mrd. Euro zu.

Das Verfahren gegen Voestalpine hatte das deutsche Kartellamt im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2011/12 eingeleitet, es folgten zahlreiche Razzien an diversen Firmenstandorten. Der Deutschen Bahn sollen durch die Preisabsprachen Schäden in Millionenhöhe entstanden sein. Die Kartellmitglieder ("Schienenfreunde") hatten dem Vorwurf zufolge mindestens seit Mitte der 1990er-Jahre Preise und Mengen auf dem deutschen Schienenmarkt abgesprochen; das Kartell wurde erst durch Ermittlungen des deutschen Bundeskartellamts im vergangenen Mai zerschlagen. (APA/Reuters, DER STANDARD, Printausgabe, 16.2.2012)

Share if you care.