Auf Anleihen bauen statt auf Bausparen setzen

15. Februar 2012, 17:36
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Die Einschnitte für Anleger durch das Sparpaket können kompensiert werden, Alfred Reisenberger von der Wiener Privatbank empfiehlt Anleihen

Wien - Für Anleger hat das Sparpaket der Regierung keine guten Nachrichten gebracht. Wie berichtet, wird die staatliche Prämie beim Bausparen und bei der geförderten Zukunftsvorsorge halbiert, die zehnjährige Spekulationsfrist bei Immobilien gestrichen. Auf der Suche nach einem Ausgleich für die nun schwindende Rendite empfiehlt Alfred Reisenberger, Leiter vom Asset Management der Wiener Privatbank, einen Blick auf das Segment der Anleihen.

Konservativen Sparern rät der Experte, österreichische Staatsanleihen zum Ausgleich beizumischen. Ihren Fokus sollten Anleger aber auch auf Unternehmensanleihen richten, da diese Konditionen bieten, die es derzeit bei keinem Sparbuch gibt. Zudem ist die Laufzeit mit einigen Jahren überschaubar. Reisenberger erwartet in diesem Segment in den kommenden Monaten noch viel Aktivität. Einerseits, weil die Unternehmen weniger auf Bankkredite setzen, um von den Instituten nicht abhängig zu sein, und die Banken bei der Kreditvergabe ohnehin zögerlich sind; andererseits stellt die Begebung von Anleihen für Unternehmen derzeit eine bessere Einnahmequelle dar als Kapitalerhöhungen. Diese sind aktuell ob der niedrigen Kurse für Unternehmen in vielen Fällen nicht ausreichend lukrativ.

Keine Angst

"Als Besitzer einer Anleihe ist man bei einer Insolvenz des Unternehmens zudem besser gestellt als ein Aktionär", versucht Reisenberger im Gespräch mit dem Standard Ängste vor dem Produkt abzubauen.

Für die in der Krise von Anlegern vernachlässigte Assetklasse der Fonds erwartet Reisenberger heuer ein Comeback: "Spätestens ab der zweiten Jahreshälfte werden die Zuflüsse in diese Produkte wieder ansteigen." Obwohl viele Aktien bereits jetzt wieder gut performen, werde es traditionsgemäß noch dauern, bis sich Private wieder in diese Anlageklasse trauen - "dann haben Investoren aber bereits die ersten paar Prozent liegen gelassen", sagt Reisenberger.

Innerhalb der Fonds rät der Banker zu Produkten, die auf europäische Unternehmensanleihen, Immobilien oder auch Dividenden setzen. Mit einem Fonds könnten Anleger vor allem das Einzeltitel-Risiko vermeiden und börsentäglich wieder aussteigen. (Bettina Pfluger, DER STANDARD, Printausgabe, 16.2.2012)

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    Auf der Suche nach einem Ersatz für die staatliche Prämie sollten Sparer sich trauen, neue Wege zu beschreiten.

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