Frankreich

Hat Sarkozy noch eine Chance?

Blog | Stefan Brändle, 15. Februar 2012, 22:43
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    foto: reuters/philippe wojazer

Schlechte Umfragewerte für den den Amtsinhaber

Hat Sarkozy bei den Präsidentschaftswahlen im April/Mai noch eine Chance? Allein schon der Umstand, dass die Frage gestellt wird, noch bevor der französische Präsident die Kandidatur für ein zweites Fünfjahresmandat offiziell erklärt hatte, spricht Bände. Gäbe es in Paris Wettbüros wie in London, fiele die Quote des Jockeys Sarkozy gelinde gesagt dürftig aus. Das hat zwei relativ simple Gründe: Die Wirtschaftsbilanz des rührigen Staatschefs ist negativ; Arbeitslosigkeit und die Staatsverschuldung sind seit 2007 massiv gestiegen - im Unterschied zur Kaufkraft, die Sarkozy bei seiner Wahl 2007 hochzuzaubern versprach. Zum zweiten sind heute auch viele Rechtswähler richtiggehend allergisch auf den Stil des dauergaloppiernden Präsidenten.

Nun scheint das Szenario laut allen Umfragen vorgezeichnet: Sarkozy dringt Ende April mit Müh und Not in die Stichwahl ein, wo er dem sozialistischen Favoriten François Hollande unterliegt. Bloss mögen es die Franzosen nicht besonders, wenn die Meinungsforscher das Wahlergebnis vorwegnehmen. Noch so gerne machen sie ihnen und den Politikern einen Strich durch die Rechnung. Darin liegt paradoxerweise eine Chance für das Umfrage-Rotlicht im Elysée. Aber auch für Kandidaten wie François Bayrou: Der Chef der Mittepartei Modem kann in die zweite Runde vorstossen, wenn er es (was ihm allerdings selten gegeben ist) etwas geschickt anstellt; in der Endausscheidung könnte er dann auf die Stimmen der Rechten zählen, die Hollande verhindern wollen. Aber auch die Front-National-Kandidatin Marine Le Pen setzt darauf, wie ihr Vater Jean-Marie Le Pen 2002 in die Stichwahl vorzustossen. Eine neue Sensation ist möglich, auch wenn das Verhalten ihrer Wähler ziemlich undurchschaubar bleibt.

Was Sarkozy anbelangt, ist nicht zu vergessen: Der 57-jährige Gaullist mag ein unpopulärer und mittelmässiger Präsident sein - doch er ist ein gerissener und gnadenloser Wahlkämpfer. Im Unterschied zur Wahl 2007 gegen Ségolène Royal steht er nun mit dem Rücken zur Wand. Und er attackiert bereits hart auf der Rechten: Gleich zwei Volksabstimmungen stellt er für den Fall seines Wahlsiegs in Aussicht - um die Rechte der Zuwanderer und der Arbeitslosen zu beschneiden. Bis im April wird der "kleine Napoleon" (ein älterer Spitzname) alle Reserven aufbieten, alle Tricks anwenden, alle Mittel in die Schlacht werfen. Er wird dies umso skrupelloser tun, als es auf jeden Fall seine letzte Kampagne sein wird; ein drittes Mandat untersagt die Verfassung. So sei zumindest eine Wetterprognose gewagt: Der französische Frühling dürfte von heftigen Turbulenzen begleitet sein. (derStandard.at, 15.02.2012)

Kommentar posten
13 Postings
fmi
00
Eu wird alles tun

Damit er bleibt. Zum ersten Mal habe sich Angst vor Wahlfälschung in der EU.

Sunny Boy3
00
19.2.2012, 21:02
Naja,vielleicht klappt es ja noch mit Anti-Türkei Parolen..?

Die Armenische-Lobby hat er ja schon auf seiner Seite..
Dazu noch etwas Populismus..

Aber ob das wohl reichen wird,um seine ganzen Misserfolge wett zu machen?

Roter Baron
00
16.2.2012, 14:33
für einen rücktritt immer

kurt haenel
 
23
16.2.2012, 12:52

wieder einmal so ein typischer Brändle-Artikel....

hetzerisch populistisch..

Wer von den andern Kandidaten sollte denn gewinnen ? Hollande ? Der hat kein Charisma. Die andern ?
Die haben keinen Stab und kein ernstzunehmendes Programm.

Es ist übrigens eigenartig, dass der superintelligente Brändle nie den Widerspruch hervorhebt
Einserseits die sogenannte Sarkoczy Niederlage anderseits der hohe Beliebtheitsgrad von Fillon, der aber eben von sarkoczy ernannt wurde.

Alles zusammen ist ein so ein Mist, dass man sich die Haare ausreissen möchte....

Ich sag's mal so:

Sarkoszy wird diese Wahl haushoch gewinnen, wenn er in die Stichwahl kommt und dafür wird er schon sorgen.

Walter Bimini
00
17.2.2012, 15:02
wenn er es in die stichwahl schaffen sollte, ....

unkenrufe
00
16.2.2012, 11:49
trotz promi-trophy-frau ist sein lack schon ziemlich ab

MUNDI BURLI
00
16.2.2012, 10:26
Üppig nicht dürftig.

Gäbe es in Paris Wettbüros wie in London, fiele die Quote des Jockeys Sarkozy gelinde gesagt üppig, nicht wie behauptet, dürftig aus.

Liberaler Atheist
01
16.2.2012, 09:40
Meine Kandidatin: Cindy Lee

http://www.parti-du-plaisir.com/

Perkun
00
16.2.2012, 00:51
Es reicht

Politiker können alles versprechen, aber nicht regieren

Horst73
 
10
16.2.2012, 00:35
Schön...

Und vor ein paar Monaten hieß es noch er sei unschlagbar und praktisch schon wieder gewählt...
Ich schaue mir das ganze dann doch lieber selber an.

Raptor Jesus
01
16.2.2012, 00:25
Sarkos Wahlspruch:

Präsident werden ist nicht schwer, Präsident sein dagegen sehr.

Traurig das in dieser Zeit nur der fähigste Wahlkämpfer gewählt wird und nicht der fähigste Präsident.

Chien de Pique
00
16.2.2012, 16:08

Die Fähigkeit ist halt nicht in allen Fällen so klar ersichtlich - und wie soll man sie messen? - schon gar nicht, bevor diese Person tatsächlich dieses oder ein zumindest vergleichbares Amt einmal ausgeübt hat.
Sarkozy ist ein furchtbarer Präsident, aber unter günstigeren äußeren Umständen hätte er wohl eine größere Chance, wiedergewählt zu werden, wie andere furchtbare Präsidenten.

der schwitzbär der schwitzt sehr
210
15.2.2012, 20:16
Sobald er nicht mehr Immunität genießt

einfach in Sirte abladen. Die Bewohner möchten gern mit ihm etwas besprechen.

Oder im Banlieu, bei den Racaillemenschen. Deren Jugendarbeitslosigkeit hat er vollmundig versprochen zu verbessern.

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