Hochegger

"Ex-Politiker aller Parteien arbeiteten für mich"

15. Februar 2012, 16:23

Lobbyist bestreitet Zusammenhang zwischen Gorbach-Geld und Universaldienstverordnung

Wien - In den Jahren 2000 bis 2010 sollen 28 ehemalige Politiker, frühere Kabinetts- und Parteimitarbeiter sowie ehemalige Funktionäre aller Parteien für die Firmen des Lobbyisten Peter Hochegger entweder als Angestellte oder auf Werksvertragsbasis gearbeitet haben, wie dieser selbst in einem Interview mit "News" behauptet. Einen Zusammenhang zwischen Geld für Ex-Infrastrukturminister Hubert Gorbach (früher BZÖ) und der Universaldienstverordnung stellt er in Abrede. Hochegger gilt als zentrale Figur in zahlreichen vermutlichen Korruptionsfällen rund um die Telekom Austria, er soll am Donnerstag dem Korruptions-U-Ausschuss Rede und Antwort stehen.

Aus allen Lagern

Hochegger gab an, zehn dieser "Mitarbeiter" seien von der SPÖ gewesen, sieben von der ÖVP, sechs aus dem FPÖ- bzw. BZÖ-Lager und fünf von den Grünen. Die Vorsitzende des U-Ausschusses, Gabriela Moser (Grüne), zähle nicht dazu, meinte Hochegger auf Nachfrage. Stattdessen nannte er SPÖ-Telekomsprecher Kurt Gartlehner und Ex-FPÖ-Telekomsprecher Reinhard Firlinger, sie hätten für ihn im Rahmen ihrer Beratungsfirmen gearbeitet. Die Felder der Zusammenarbeit hätten keine Bereiche der Telekom betroffen. Der Pressesprecher von Grünen-Chefin Eva Glawischnig, Reinhard Pickl-Herk, meinte dazu über Twitter, dass die Grünen von vier Angestellten wüssten, die davor oder danach, aber nie gleichzeitig für Hocheggers PR-Agentur gearbeitet hätten. Alle vier seien weder Funktionäre noch Politiker.

Firlingers Beratungsunternehmen habe er engagiert, als er vom damaligen Telekom-Generaldirektor Heinz Sundt den Auftrag gehabt habe, "der Politik klarzumachen, wie schädlich eine Wiederbestellung des damaligen Telekom-Regulators Heinrich Otruba wäre", meinte Hochegger. Otruba sei nicht wiederbestellt worden. Die Bestellung des neuen Regulators Georg Serentschy habe er "indirekt" beeinflusst. Man habe ein Konzept für Serentschy entwickelt, "von dem er allerdings nichts wusste".

Dass er Gorbach für die Novelle der Universaldienstverordnung rund 240.000 Euro gezahlt haben soll, bestritt Hochegger. Er sei von der Telekom in das Projekt weder eingebunden noch im Detail darüber informiert worden. Überhaupt habe es in den 13 Jahren bis 2009, in denen er für die Telekom-Gruppe als Berater tätig war, "weder den Auftrag an mich noch den Versuch, Gesetze bzw. Verordnungen zu kaufen", gegeben.

Ein Anliegen Gorbachs

Einen Auftrag, Gorbach als Entlohnung für frühere Gefälligkeiten gegenüber der Telekom zu beschäftigen, habe es nicht gegeben, sagt Hochegger. Die Telekom war aber offenbar doch involviert: "Wenn ich mich richtig erinnere, hat mich der damalige Telekom-Vorstandsdirektor Rudolf Fischer angerufen und gesagt, Gorbach habe ein Anliegen. Er könne nichts für ihn tun, und ich solle ihn mir anhören." Gorbach habe Kontakte zur Vorarlberger Wirtschaft und sein Kontaktnetzwerk in Österreich auf europäischer Ebene angeboten. Letztendlich kam Hochegger demnach zu dem Schluss, dass Gorbach "nützlich sein könnte".

Er habe vorgehabt, Gorbach für Telekom-Angelegenheiten einzusetzen, so Hochegger. "Immerhin hat mir der stellvertretende Generaldirektor der Telekom Austria, Gernot Schieszler, signalisiert, dass es die Telekom gerne sieht, wenn ich mit Gorbach zusammenarbeite." Dass es einen Werkvertrag mit Gorbachs Sekretärin gab, erklärte Hochegger damit, dass Gorbach gemeint habe, es wäre besser, über sie abzurechnen. Nach dem "unglücklichen Brief von Gorbach an ein britisches Regierungsmitglied" habe er ihn in Österreich nicht mehr einsetzen können, erklärte Hochegger zum Ende des Verhältnisses.

Bei seinen Einvernahmen "zum ersten Mal gehört" hat Hochegger eigenen Angaben zufolge, dass die Telekom eine Mio. Euro an das BZÖ gezahlt haben soll. Die Behauptung, er habe das Geld vermittelt, verwundere ihn. Er habe mitbekommen, dass der BZÖ-Politiker Klaus Wittauer für die Telekom tätig gewesen sei. (APA/red)

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Posting 1 bis 25 von 48
1 2
soamist
01
16.2.2012, 09:35
hochegger

lacht täglich mindestens eine stunde über diese kasperln

Was war nochmal mein Nick?
01
16.2.2012, 09:25

RÜCKTRITTE - JETZT!

Thomas Felder1
00
19.2.2012, 13:48

von wem?

maj jong
11
16.2.2012, 09:18
wer hat immer mehr Privat statt Staat gefordert?

wer hat immer die Sozis angeprangert und mit Sprüchen die Wahlen gewonnen und wer sind jetzt die größten Korruptionisten?

Die Ehrlichen, Fleißigen, gut Wirtschaftenden, die Parteibuchgegner, Besitzstandverteidiger Schlechtmenschen und kein Ende...

hlg
00
17.2.2012, 16:33
wer hat immer mehr Privat statt Staat gefordert?

die europäische union???

die uns die ederer gittl, der klima vickerl und mock loisi verkauft haben?

rotschwarzblauorange haben nurmehr umgesetzt was bereits als gesetz umzusetzen war.

erst diese umkehrung der rollen, dass die neuen pseudoprivatriesen der wirtschaft mehr verdienen und im gleichen masse mehr zu reden haben, als die politkasperl, die zu reinen sprechpuppen verkommen sind...

hat uns diese zustände in diesem ausmaß gebracht.

vorher gab es zwischen den politikern soetwas wie futterneid, dadurch war nur korruption mit konsens möglich. heute wird ungeniert alles gefüttert, was nicht irgendwie anders mundtot gemacht werden kann.

es lebe die wirtschaft, weil gehts der wirtschaft gut gehts uns allen gut... (sagt ein politiker;-)

Hermine Berg
 
00
16.2.2012, 09:13
wieviele ausschussmitglieder wohl auf seiner gehaltsliste stehen?

Was war nochmal mein Nick?
00
16.2.2012, 09:09

Grüne: Bitte um die Namen, um alle Unklarheiten zu beseitigen.

funkenschuster
14
16.2.2012, 09:05
Glaubt Ihr das läuft nur bei der Telekom so???

Das läuft bei allen staatsnahen Unternehmen von der OMV über den Verbund bis zur Post so und noch bei einigen sogenannten Privatbetrieben auch. Schaut euch doch nur einmal an wie bei der Energieliberalisierung seit 10 Jahren vorgegangen wird. Je länger eine Partei an der Macht ist desto korrupter wird sie. Das gilt für alle. Am längsten sitzen bei uns die Roten und die Schwarzen am Trog also braucht man sich nicht zu wundern wo es herkommt.

anders and
 
12
16.2.2012, 09:21

Ich verstehe: BZÖ und FPÖ sind bei uns tausend Jahre an der Macht gesessen - das entschuldigt die überbordende Korruptionsanfälligkeit dieser Parteien.

Eine wirklich raffinierte Argumentation.

funkenschuster
12
16.2.2012, 09:38
Absolut nicht ...

Nicht am Trog zu sitzen schützt nicht vor Korruption. Aber Macht korrumpiert und absolute Macht korrumpiert absolut. Ausserdem, in gewisser Weise sitzen auch die FPÖ und das BZÖ seit Jahrzehnten an der Macht, den sie haben es sich ja toll in den verschiedensten Institutionen Österreichs eingerichtet und das seit Jahrzehnten.

Österreich ist ein Proporzsystem wo jeder ein bischen am Trog stehen darf wenn er nur brav grunzt. Der Trog beschränkt sich nicht auf die Regierung.

sandor gjalski
13
16.2.2012, 02:35

langsam wäre ich dafür dass die gesamte regierung zurücktritt

haben jegliche glaubwürdigkeit verloren!!!!!!

Thomas Felder1
00
19.2.2012, 13:48

was hat das mit der regierung zu tun??

)so(
12
16.2.2012, 00:54
Übersetzt aus dem Politjargon: Gelder flossen zu allen Parteien

Was erklären könnte, warum sich dieses Netzwerk so lange hielt. Und es auch heute noch zu keinen Verurteilungen oder ernsthafteren Anstrengungen in diese Richtung seitens des Justizapparates kam.

mama schlumpf
02
15.2.2012, 22:42
Namen?

Hochegger soll die Namen nennen, und zwar alle. Sonst ist er viel, aber noch nicht glaubwürdiger als bisher. Dass er seinen A**** retten will ist auch klar.

1116er
03
15.2.2012, 22:04
"...er soll am Donnerstag dem Korruptions-U-Ausschuss Rede und Antwort stehen."

und gleich anschließend soll er in die nahe haftanstalt josefstadt begleitet werden!

unglaublich, dass diese grausliche grinsekatze noch immer frei herumläuft.

Tango Korrupti2013
12
15.2.2012, 21:17
SPERRTs diesen Korruptions- Lehrling vom Herrn LEITl einfach ein und nach kurzer Zeit SAGT er die WAHRHEIT

Dieser korruptions - Ar** s oder dieses Korruptions Dre ** s ch**

aus dem HAUSE LEITL verarscht doch die gesamte

Republik Österreich

Wurzelsepp101
01
15.2.2012, 20:07

HILFE - Wer schützt uns vor dem Staatsapperat?

Nummer6371
06
15.2.2012, 19:42

Österreich hät schon paar Vollzeitpolitiker verdient die sich nicht nebenbei mit Zweit- und Drittjobs das gehalt aufbessern müssen.

Entweder das oder wirkliche Glaspolitiker die halt für die Amtszeit mal 2 ihre Finanzen offen legen damit man sieht obs da ned irgendwelche versteckten Zahlungen für irgendwelche Leistungen gibt.

Ich weiß, das sind alles absolute Top Manager die in der Privatwirtschaft ja auch viel mehr verdienen würden usw aber glaub für das Gehalt findet man ähnlich gut qualifizierte die diese Bedingungen ertragen würden.

obibiber
01
16.2.2012, 08:46

bin ganz bei ihnen in punkto transparenz.
wenn sie leider nur ein paar gehälter offenlegen, naja, dann überweist halt der KHG auch weiterhin an, naja, wohl das nächste mal nicht mehr das köfferchen an die schwiegermama.
offenlegen auch von firmenkonten, sonst braucht kein konzern mehr eines seiner x-ten shops mehr im land aufmachen. dann sehen wir, wo kapital fließt, von den staaten abgesogen (und da auch prozentuell unterschiedlich, wo's herkommt) ins transnationale kapital, und von dort, naja, zurück in die staaten nicht mehr, dafür aber über konsum von dort nochmal weg, usw.

K1981
01
15.2.2012, 19:52

Ja das wäre gut.

Der unterschied zu politfreien-privatwirtschaft Managern ist, dass sie kein lebenslanges sehr hohes Gehalt haben (so wie es politiker haben)

politiker haben hingegen in der Regel ein ganzes leben lang horrende Bezüge. ich glaub in der lebens-durchrechnung verdienen politiker mehr (vielleicht mit ein paar wenigen ausnahmen)

Nummer6371
00
15.2.2012, 20:55

Zumindest Geld pro Leistung ist sicher höher. Und Risiko gibts auch keines, weil zahlen muss eh ein anderer, egal wie schlecht man war.

Und das Beste an der Sache: der blöde Kerl wird nichtmal gefragt ob er das überhaupt will. Das darf der Politiker selbst entscheiden.

Henry44
12
15.2.2012, 18:42
Welche Motivation gibt es,

SPÖ-Telekomsprecher Kurt Gartlehner und Ex-FPÖ-Telekomsprecher Reinhard Firlinger zu bezahlen, außer jener, Gesetze oder Verordnungen im gewünschten Sinn zu beeinflussen?

Herr Gartlehner ist als Abgeordneter untragbar!

Warum wollte Herr Gorbach, der ja laut Hochegger keine Leistung für ihn erbracht hat, dass die Bezahlung seiner Nichtleistung via Sekretärin erfolgt? Wenn eh alles sauber ist?

Warum und mit welchem Geld hat Herr Hochegger eine Nichtleistung bezahlt? Auf Wunsch des Herrn Schieszler?

Zahlt jemand mit seinem Geld Nichtleister, nur weil sie angeblich gute Netzwerker sein sollen?

Von A bis Z unglaubwürdig.

Schüssel Biograf Walter Moers
14
15.2.2012, 20:42

Nicht nur wegen der Gesetzgebung, sondern wohl auch, dass diese Parteien den Mund halten müssen.

Interessanterweise betont ja Hochegger immer, dass auch SPÖler Geld bekommen hätten. Zwar nur einen Bruchteil von ÖVP und FPÖ. Aber das posaunt er hinaus, während er sich mit Informationen über Geldflüsse zu ÖVP und BZÖ/FPÖ zurückhält.

Es ist ganz klar, dass Hochegger glaubt, die SPÖ komprimitieren zu können, damit alle diese Sauerein nicht wirklich untersucht werden.

Und hier zeigt sich wieder, wie durch und durch versaut dieses Land ist: Wenn die Politik nicht will, dass etwas aufgedeckt wird, kann sie das auch verhindern.

Es gibt einfach keine unabhängige Justiz.

ehschowissen1
01
15.2.2012, 18:32
Wie würde das Bild aussehen

wenn der Charakter unserer Politiker neben ihnen sichtbar wäre. Mindestens zum Kotzen würde ich sagen.

winedoctor
06
15.2.2012, 17:48
der §278a gehört umbenannt

von "mafiaparagraf" auf lobbyismusparagraf", der text kann so bleiben, und dann konsequent angewendet.

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