Alle zwei Wochen geht eine der 6.000 heute verwendeten Sprachen verloren
Bonn - Die UNESCO warnt vor einer globalen drastischen Sprachen-Verarmung: Fast die Hälfte der 6.000 derzeit weltweit gesprochenen Sprachen ist
vom Verschwinden bedroht. Alle zwei Wochen gehe
eine Sprache verloren, teilte die Deutsche UNESCO-Kommission am Mittwoch in Bonn
mit. Am kommenden Dienstag (21. Februar), begeht die UN-Organisation für Bildung,
Wissenschaft und Kultur den Internationalen Tag der Muttersprache. In diesem
Jahr liegt der Fokus auf muttersprachlichem Unterricht. Länder sollen ermutigt
werden, Bildungsangebote und Schulunterricht in den jeweiligen Muttersprachen zu
unterstützen.
Atlas der bedrohten Sprachen
Seit dem Jahr 2000 ist der Internationale Tag der Muttersprache ein Welttag
zur Förderung sprachlicher und kultureller Vielfalt und Mehrsprachigkeit. Die
UNESCO hat einen Atlas der bedrohten Sprachen erstellt, der gegenwärtig 2.474
Sprachen nach Name, Bedrohungsgrad und Region auflistet. Darunter befinden sich
auch 230 Sprachen, die seit 1950 verschwunden sind. Der Atlas wird wöchentlich
aktualisiert.
Dass Sprachen gefährdet sind, hat vielfältige Gründe. Krieg, Vertreibung und
Stigmatisierung gehören ebenso dazu wie Migration und Vermischung. Auch neue
Informationsmedien begünstigen den weltweiten Einfluss einzelner Sprachen,
insbesondere des Englischen. Ein wichtiger Faktor zur Stärkung gefährdeter
Sprachen ist eine positive Einstellung zur eigenen Muttersprache. (APA, red)