Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate
vergrößern 700x558Wie Edvard Munchs Malerei von der Fotografie beeinflusst wurde: hier "Neuschnee in der Allee", von 1906.
Scheu. Wortkarg. Melancholisch. Depressiv. In einem nicht überdachten Freiluftatelier arbeitend, so dass er winters bis zu den Knöcheln im Schnee stand, der fast bis an die Gemälde reichte, die an den Wänden lehnten. So lauten gängige Klischees bezüglich des norwegischen Malers Edvard Munch (1863-1944), der als Maler des expressiven Fin de Siècle angesehen wird.
Bilder wie Der Schrei (1893) oder Das kranke Kind (1885/86) sind visuell prototypischer Ausdruck dieser Epoche geworden, in der die Erforschung des Überspannten und Nervösen, von Neurasthenie und Hysterie anderes überschattete.
Doch all dies egalisiert die fulminante Munch-Schau in der Frankfurter Kunsthalle Schirn. Diese Ausstellung dürfte nach dem Centre Pompidou mit 490.000 Besuchern auch in Hessen Rekorde brechen. Denn sie liefert einen tatsächlich neuen, fesselnden Zugang zum Werk eines bekannten und vielfach reproduzierten Malers der Moderne des 20. Jahrhunderts. Der Untertitel Der moderne Blick drückt dies bündig aus.
Reproduktion ist das Schlüsselwort für die 60 Gemälde, 20 Arbeiten auf Papier, 50 Fotografien, allesamt Originalabzüge, und die Handvoll Filme, die zu sehen sind. Denn es geht um Schlüsselreize Munchs, der gerne illustrierte Periodika las und Magazine aufhob, der Fotografien gründlich studierte und der oft und gern ins Kino ging.
Munch und die Fotografie
Was in den vergangenen Jahren für so manchen Autor untersucht wurde, der einflussreiche Hang zum Kintopp, etwa von Hanns Zischler für Franz Kafka, der ein leidenschaftlicher Kinogänger war, das leistet diese klug arrangierte Werkübersicht für Munch. Sie setzt ein mit dem Kapitel "Wiederholungen", einem kunsthistorisch keineswegs seltenen Phänomen: dass Maler im Lauf der Jahrzehnte immer wieder zentrale Bildfindungen neu malen, variieren, anders angehen.
So wie dies Munch bei Vampir (1893, 1895, 1916-1918) tat, bei Mädchen auf der Brücke (1902 und 1927) und Zwei Menschen. Die Einsamen (1905 und 1933). Die folgenden acht Abteilungen, unterbrochen von Kabinetten mit Fotografien und fotografischen Selbstporträts Munchs, offerieren Augenöffnendes: wie Munch, der jahrzehntelang Kinofilme und Wochenschauen sah, Kreationen des frühen Films aufgriff, etwa den Kampf zwischen einer weiß gekleideten und einer schwarz gekleideten Figur, wie seine Blickführung zwischen Verkürzung und Verzerrung, seine Bildausschnitte und die Staffelung der Personen im Raum inspiriert wurde von den perspektivischen Winkeln der Kameraleute der 1910er- und 1920er-Jahre.
Vor 20 Jahren veröffentlichte der damalige Direktor des Munch-museet, Arne Eggum, eine Untersuchung über Munch und die Fotografie. Viel stupender jedoch ist Munchs Verbindung zum Film, die er mit anderen Künstlern der Moderne teilte, mit Georges Braque, Kasimir Malewitsch, Francis Picabia und Man Ray - der Dada-Künstler Hans Richter wechselte ganz die Seiten.
Unübersehbar ist dies etwa beim Bild Pferde im Galopp (1910-1912) das in Frankfurt mit einem französischen Kurzfilm von 1908 über ein durchgehendes Pferd gekoppelt wird. Wie sehr Munch, dieser unermüdliche Arbeiter im Kunstbergwerk, Eindrücke der Außenwelt - einen Brand, Plünderungen, Arbeiterkolonnen - verarbeitete und zu seiner expressiven und farblich oft erstaunlichen Kunst modulierte, wird erhellend vor Augen geführt.
Ab Sommer 1930 war bei ihm auch Innenweltoptisches präsent. Damals trat bei ihm im rechten Auge eine Blutung des Glaskörpers auf, die Eintrübungen bannte er fieberhaft mit Wasserfarben und Zeichenstift auf Papier. Am Ende ging der Blick in beide Richtungen - und darüber hinaus.
Die Augen des greisen Malers auf dem allerletzten Bild dieses grandiosen Bilderparcours, dem fragilen letzten Selbstporträt Zwischen Uhr und Bett (1940-43), sind fast schon erloschen, der Lebensfilm war durchgelaufen. (Alexander Kluy, DER STANDARD - Printausgabe, 16. Februar 2012)
Bis 13. Mai
Delogierung mal anders: Architekt Édouard François stapelte für den Bauträger Paris Habitat verschiedene Wohnhäuser zu einer urbanen Collage
Karlsruhe: Juristisches "Neuland" zu Urheberrecht bei Fotos
Die Bewegungsstudie von 1925 ist Rudolf Koppitz' wohl bekanntestes Foto. Faktisch ist sein Œuvre umfangreicher, wie eine Ausstellung in Brünn und der Kunstmarkt belegen
Eine Ausstellung im Palazzo Strozzi beschäftigt sich umfassend mit dem Ursprung der Renaissance. "Die Ausbreitung der Schönheit" lässt sich dort konzentrierter und ruhiger nachvollziehen als im umgebenden Florenz
Helmut Draxler beschäftigte sich am Beispiel der Generali Foundation mit dem Prinzip Sammeln
Die Berliner Künstler Janina Janke und Maurice de Martin beforschten die UN-Sitze in Wien, Nairobi und New York City als "unbekannte Räume"
Ars-Electronica-Jury hatte aus über 4.000 Einreichungen zu wählen - Preisverleihung am 6. September
René Block tauchte ab in die Tiefen des Depots von Sammler-Ehepaar Agnes und Karlheinz Essl und fühlte eine Ohnmacht. Aus etwas ihm vertraut Unvertrautem - der österreichischen Avantgarde der 1960er-Jahre - wurde die Schau "Eine kleine Machtmusik"
Ernst Logar hinterfragt in Graz "Orte der Unruhe", wo NS-Opfern gedacht wird
Studienjahr 2013/2014: Internationale Jury kürte je vier Projekte aus den Bereichen Architektur und bildende Kunst sowie jeweils zwei Ersatzprojekte
Jakob Lena Knebls Mahnmal "Schwule Sau" am Morzinplatz in Wien erinnert an die im Nationalsozialismus verfolgten und ermordeten Homosexuellen, Lesben und Transgender-Personen
Kreditvergaben an Kunststiftung zu gering besichert: Anklage gegen acht Personen
Der öffentliche Raum und die Erinnerung sind Kernthemen in Marko Lulics künstlerischer Arbeit: In der Ausstellung "Psychogeography" folgt er sehr persönlichen Wegen durch Wien
Große Bandbreite, Vielschichtigkeit und Komplexität der bildhauerischen und fotografischen Arbeit des Künstlers wird gewürdigt
Geometrische Kompositionen, die sich nur auf den ersten Blick ähneln: Bilder von Ingo Nussbaumer und Florentina Pakosta
Aufnahme in Liste der "World's 50 Greatest Galleries"
Künstler Martin Walde gestaltet den Kunstraum Dornbirn: Die Ausstellung "Von Moment zu Moment" lädt Betrachter zur Kommunikation ein
Inhalte können geteilt und nach Hause geschickt werden
Sabine Marte stellt die Welt auf den Kopf: In der Galerie allerArt in Bludenz sind derzeit ihre Videoarbeiten zu sehen
Eröffnung Mitte September
Bis 20. Juli ist in der Leica Galerie Wien eine Auswahl an Porträts und Reportagefotografien der aus Graz stammenden Magnum-Fotografin zu sehen
Vergeben werden auch je ein Atelier in Indonesien und im Prater
Macht, Liebe, Erotik: Galerist Hilger zeigt Christian Ludwig Attersee in der BrotKunsthalle
Kritik am "hohen Anteil von Besuchern aus sozioökonomisch wohlhabenden Gruppen" - Künstler Petro Wodkins kettete sich an Absperrungen
Hybride aus Skulptur und Malerei, aufgeladen mit Referenzen zu Kunstgeschichte und Alltagskultur, kennzeichnen das Oeuvre von Rachel Harrison, das die Nähe zum Readymade nicht verhehlen kann
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.