Abgeordneter leugnete Deportation von Homosexuellen

15. Februar 2012, 15:29
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Der UMP-Abgeordnete Vanesse wird wegen seiner Aussagen zur NS-Zeit von der Partei ausgeschlossen

Paris - Weil er die Deportation von Homosexuellen aus Frankreich in NS-Konzentrationslager geleugnet hat, wird ein französischer Abgeordneter aus der Regierungspartei UMP ausgeschlossen. Parteichef Jean-Francois Cope sprach am Mittwoch in Paris von "schockierenden" und "inakzeptablen Äußerungen" des Abgeordneten Christian Vanneste. Die Parteiführung habe die Aussagen einstimmig verurteilt.

In einem im Internet verbreiteten Video hatte Vanneste erklärt: "Es gibt die berühmte Legende von der Deportation der Homosexuellen." Er sagte weiter: "Offenbar hatte Himmler persönlich eine Rechnung mit den Homosexuellen zu begleichen. Es gab Unterdrückung und Deportation in Deutschland, aber nicht anderswo." Mehrere Regierungsmitglieder sowie die oppositionellen SozialistInnen wandten sich nachdrücklich gegen diese Aussagen des Abgeordneten aus dem Departement Nord.

Während der Nazi-Zeit wurden WissenschaftlerInnen zufolge zwischen 5000 und 15.000 Homosexuelle europaweit in NS-Konzentrationslager deportiert. Aus Frankreich seien 63 Homosexuelle deportiert worden, sagte der Historiker Mickael Bertrand, der eine umfangreiche Studie zu dem Thema geleitet hatte. Zuvor war die Wissenschaft lange von mehreren tausend Deportierten allein aus Frankreich ausgegangen. Bertrand hob aber hervor, dass eine unbekannte Zahl von Homosexuellen auch aus anderen Gründen deportiert worden sein könne, etwa weil sie JüdInnen oder WiderstandskämpferInnen waren. (APA)

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