Popper-Schule: Hochbegabte können ihre Schule mitentwickeln

15. Februar 2012, 14:55

Open Space anlässlich des 110. Geburtstags von Sir Karl Popper - Einführung von "Labs" für offenes Lernen und Ideenentwicklung

Wien - Die Sir-Karl-Popper-Schule für Hochbegabte am Wiedner Gymnasium in Wien lässt anlässlich des 110. Geburtstags ihres Namensgebers ihre Schüler an der Weiterentwicklung der Schule mitarbeiten. Die 188 Oberstufenschüler veranstalten dazu einen "Open Space", bei dem Ideen gesammelt werden. Die Resultate der Veranstaltung werden in die Schulentwicklung einfließen, wie es in den Unterlagen zu einem Pressegespräch mit Schulleiter Erwin Scheiber am Mittwoch hieß.

Mit diesem Schuljahr gab es bereits eine weitere Neuerung, nämlich die Einführung von "Labs": In diesen modern ausgestatteten Lernräumen können die Hochbegabten ihre Freiarbeitszeit verbringen, an wissenschaftlichen Texten arbeiten oder gemeinsam mit anderen Schülern Ideen entwickeln. Dabei stehen Lehrer zur Beratung und Unterstützung bereit. (APA)

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ErZIEHung braucht SOGwirkung

LERNEN bedeutet "eine Fährte des Lebens verfolgen, eigene Erfahrungen sammeln". Wenn mich das so fasziniert, dass andere mir VON SICH AUS FOLGEN WOLLEN, bin ich Lehrer. Lehrer sind also mitreißende Vorbilder für Lernen.
In unseren Unterrichtsvollzugsanstalten ist der Auftrag aber, den Stoff zu vermitteln und beizubringen. Genau das boykottiert jeden natürlichen, originalen LERNprozess. Mit UNTERricht werden menschliche Entwicklungen nach UNTEN gerichtet. In der Ich-kann-Schule gilt das SOG-Prinzip, wir machen aber überall nur DU-MUSST-Schulen. Die Grundvorgabe in unseren "Schulen" ist schon verkehrt, da kann man über Popper-Schulen nur staunen.
Freundlich grüßt
Franz Josef Neffe

Popper - hochbegabt: falsifiziert

:)

gratulation

dieser schule. ich war beim tag der offenen tür und es war beeindruckend. gebildete, höfliche junge menschen, die ganz "normal" und sehr interessiert am lernen sind. das wird ja heutzutage von vielen menschen schon als befremdend erlebt. ich unterrichte selbst schon lange und würde mir einesolche schule für alle wünschen.

ebensolche schulen

funktionieren aber nicht für alle...

Als Mitorganisatorin dieses Open Spaces

und Schülerin an dieser Schule fühle ich mich dazu verpflichtet hier auch mal meinen Senf dazuzugeben:

Jeder 5.Klässler kommt am ersten Schultag mit genau den angegebenen Vorurteilen in die Klasse und ist nach spätestens einer Woche in einer fabelhaften Gemeinschaft involviert.

Ob Hochbegabte in eine eigene Schule gehören ist immer wieder ein Streitthema. Tatsache ist, dass sich unsere Schulsprecher (Hutziehen an der Stelle ;) ) seit Jahren für eine Angleichung des Wiedner Gymnasiums einsetzen.

Ich erwarte mir von diesem Open Space, dass es genau das weiterantreibt wofür die Popperschule steht: Entwicklung. Gemeinsames Anpacken für ein gutes Schulklima.

hochbegabete kinder = kinder!

auch mit einem IQ jenseits der 140 hat ein mensch recht auf freizeit
auf nichts tun,blödeln,lachen,laufen,freunde treffen,....ect
meine private erfahrung mit jungs jenseits des 150igers
schnelldenker
brauchen die meiste unterstützung von erwachsenen nicht inhaltlich fachlich, sondern zur entwicklung ihrer sozialen kompetenz

Alles ganz interessant aber

Eigentlich müsste es ja mittlerweile die 1. AbsolventInnen geben . Was ist das Ergebnis ? Ich tippe mal auf neurotische SchachspielerInnen denen jeglich Empathie gegenüber normalen Menschen fehlt . Gibt es AbbrecherInnen weil sie wieder mit normal intelligenten Kindern spielen wollten ? (Oder ist es ganz anders und diese Schule macht tatsächlich Sinn ?)

da mir als absolvent leider die soziale empathie fehlt, kann ich ihnen nur eines sagen:

troll

Ich bin selbst Popperschülerin

3.Teil:
Das Interesse der Schüler am Lernen, am neu entdecken an der Herausforderung. Das Interesse der Lehrer das Wissen spannend zu vermitteln.
Und - Womit ich bei dem oben im Artikel erwähnten Open Space wäre–Dem gemeinsamen Interesse diese Schule zu entwickeln!
zusammenfassend :
Ja diese Schule ist sinnvoll&das Klischee ist nur ein Klischee und entspricht nicht der Realität!
Wenn es eine Eigenschaft gäbe die ich einem klassischen Popperschüler zuschreiben würde,wäre das definitiv„Interesse“!

Mfg

PS: Wenn es sich ergibt, am 25. Februar hat die Sir Karl Popper Schule ihren Tag der offenen Türe – Sie sind herzlichst eingeladen vorbeizuschauen und sich, fernab von allen Vorurteilen, selbst ein Bild von dieser Schule zu machen

Es sollte ja auch nur ein provozierendes Klischee sein

Gut Schach spielen können ist ja auch nur eine Inselbegabung und hat nur bedingt etwas mit Intelligenz zu tun . So wie ich das verstehe hängt die Popperschule ja doch sehr eng mit einem öffentlichem Gymnasium zusammen . Und es gibt durchaus gemeinsame Aktionen mit diesen SchülerInnen . Also ist es im Prinzip nur die ideale Form einer Gesamtschule ohne ProblemschülerInnen . Es freut mich dass du deine Schulzeit genossen hast - das haben aber spätestens im Nachhinein die überwiegende Mehrheit aller SchülerInnen auch in höheren Regelschulen (Und ich bin auch dafür dass die restlichen Schulen Wiens auch mit dem selben Budget agieren können wie die Popper Schule . Aber den wirklichen Vorteil dieser elitären Einrichtung sehe ich noch immer nicht)

Ich bin selbst Popperschülerin

2. Teil :
Bezüglich der Aussage mit der Empathie, ich kann Ihnen wirklich aus tiefstem Herzen versichern: meine Mitschüler sind die empathischsten Menschen die mir in meinem ganzen Leben begegnet sind!! (Es gibt viele andere Menschen außerhalb dieser Schule die sozial um einiges unfähiger sind…)

Und um auf Ihre letzte Frage noch zu antworten- „ist es ganz anders und diese Schule macht tatsächlich Sinn?“ – Ja sich macht Sinn!!
Der Sinn ist nicht etwa (wie es leider oft behauptet wird ? ) eine komplett leistungsgedrillte Elite heranzuziehen. Nein! – das ist nicht das wofür diese Schule steht.
Wofür diese Schule steht (und was meiner Ansicht nach diese wundervolle Schule ausmacht) ist das gemeinsame Interesse.

Ich bin selbst Popperschülerin

1. Teil:
Ich bin selbst Popperschülerin und möchte Ihnen die gesamte Situation mal aus meiner Sicht schildern:
Sie beschreiben da ein absolutes Klischee-Bild. Und wie ein ganz klassisches Klischee, muss ich auch eingestehen, trifft es auch auf einen ganz kleinen Anteil - jedoch Fakt ist, dass dieses Klischee NICHT die gesamte Popperschule ausmacht.
Ihrem Posting entnehme ich, dass Sie (leider) ein doch sehr falsches Bild über die Popperschule und ihre Schüler haben.
Beispielsweise ich bin alles andere als das Klischee – ich trage weder eine Brille, habe keine Zahnspange, gehe auf Partys, schreibe auch 4er & 5er auf Schularbeiten und verabscheue Schach zutiefst!

Die ersten AbsolventInnen

kamen meiner Erinnerung nach 2002 aus der Schule.

Ich halt es nach wie vor fuer keine gute Idee, diesen Schulversuch in einer "normalen" Schule parallel zu deren Betrieb zu fuehren.

A propos Empathie und normale Intelligenz:

Beides vermisse ich in Ihrem Posting.

Schachspieler: Klischeebilder haben oft mit der Realität sehr wenig zu tun.

sehen sie in der Welt auch was positives oder is

für sie alles scheiße?

die hochbegabten werden

in ihrer freiareitszeit am computer spielen oder spiele entwickeln.

Ersteres stimmt, zumindest zu meiner Zeit. War in der Parallelklasse (Wiedner Gymnasium, nicht Popper) und wir sind in der Nachmittagsbetreuung zu den Popperschülern Starcraft und GTA spielen gegangen.
Keine Ahnung, ob sich das mittlerweile geändert hat.

freiarbeitszeit

das wort inkludiert nachhaltigkeit. passt zu einer kompetenten schule.

Schade dass

"In diesen modern ausgestatteten Lernräumen können die Hochbegabten ihre Freiarbeitszeit verbringen, an wissenschaftlichen Texten arbeiten oder gemeinsam mit anderen Schülern Ideen entwickeln. Dabei stehen Lehrer zur Beratung und Unterstützung bereit"

dies nicht in jeder Schule der Fall ist..

Ja. Und leider wohnen nicht alle (Hoch)begabten in Wien. Manche langweilen sich wie ich in einer Landhauptschule fast zu Tode, weil die Eltern keine Notwendigkeit sehen, warum das Kind in ein Gymnasium soll. Ich habe mich zwar immer viel selbst mit meinen Interessen beschäftigt und haufenweise Bücher aus der Pfarr- und Schulbibliothek gewälzt, aber ich denke mit einer professionellen Förderung hätte ich noch viel mehr daraus machen können.

gut dann beginnen sie jetzt
wielange wollen sie nocht dritte oder umstände verantwortlich dafür machen
intellektuell unterfordert durchs leben zu laufen

nur zur Info: Heute studiere ich an einer technischen Uni. Da musste ich zum ersten Mal in meinem Leben richtig "lernen", unter anderem wegen mangelnder Vorbereitung in der Schule (HS, HBLA) auf die Anforderungen in Mathematik und Physik. Aber mir gefallen diese Herausforderungen, weil endlich nicht mehr alles zehnmal durchgekaut wird, sondern ich jedes Semester viel Neues lerne.

Ihrem Nick zufolge wohl in Leoben.

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