Steirische Verwaltung speckt radikal ab

  • Schauen aufeinander: Voves (l.) und Schützenhöfer.
    foto: apa/neubauer

    Schauen aufeinander: Voves (l.) und Schützenhöfer.

Reformduo Voves und Schützenhöfer schwört: Postenbesetzung ohne Parteibrille

Graz - Die steirische rot-schwarze Regierungskoalition drückt auf ihrem Reformkurs weiter aufs Tempo. Anfang März werden erste Details der Gemeindefusionen vorliegen, am Mittwoch präsentierten Landeshauptmann Franz Voves (SP) und sein VP-Vize Hermann Schützenhöfer ihren steirischen Beitrag zur Verwaltungsreform. Konkret: Grundzüge einer Neuorganisation der Verwaltung in der Landesregierung. Geplant ist de facto eine Halbierung des Verwaltungsapparates. Die 48 Abteilungen werden auf 16 und neun Fachabteilungen gestrafft.

Die Organisationsreform soll laut Angaben von Voves und Schützenhöfer zu einer "dauerhaften Entlastung des Personalaufwandes" um rund 15 Millionen Euro jährlich führen. Die 7200 Landesjobs werden bis 2015 auf 6500 reduziert, direkt im Amt der Landesregierung sollen von den 3150 Stellen 300 gestrichen werden. Franz Voves: "Wir wollen ein starkes Dienstleistungsunternehmen mit schlanken Strukturen und hohem Kostenbewusstsein schaffen. Das Topmanagement des Landes verringert sich von bisher 50 auf 25 Führungskräfte, die den Auftrag erhalten, ihre jeweiligen Organisationseinheiten neu zu strukturieren." Mit der Verwaltungsreform, die bis 1. August umgesetzt werden soll, werden auch sachlich zusammengehörige Einheiten "fusioniert".

SPÖ-Chef Voves und OVP-Obmann Schützenhöfer schwören Stein und Bein, dass die jahrzehntelang geübte Praxis, Spitzenpositionen streng nach der rot-schwarzen Farbenlehre aufzuteilen, keine Rolle gespielt habe. Voves: "Schützi und ich haben die Parteibrille weggelassen."

Auch Hermann Schützenhöfer, Personalreferent des Landes, zeigt sich angetan vom eigenen Reformeifer: "In welchem Land gibt es sonst eine 50-prozentige Verschlankung der Verwaltung? Nirgendwo. Es ist ein großer Schritt der Reformpartnerschaft. Wir wollen damit in der Verwaltung schlanker, effizienter und sparsamer werden und auch weiterhin so motivierte Mitarbeiter im Landesdienst haben." (Walter Müller, DER STANDARD, Printausgabe, 16.2.2012)

 

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