Epic-Gründer: Perfekte Spielegrafik "in Sichtweite"

15. Februar 2012, 15:34
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Sweeney: 2.000-mal stärkere Grafikprozessoren für makellose Virtualität benötigt

Der Tag, an dem Videospielgrafik nicht mehr realistischer sein kann, ist "in Sichtweite". Dies erklärte Epic Games-Gründer und Grafik-Guru Tim Sweeney im Rahmen der vergangenen Entwickler-Konferenz DICE.

Physische Limitierungen

Dieses Limit des virtuell Reproduzierbaren ergäbe sich durch die Limitierungen des menschlichen Auges. Demnach arbeite das Auge mit einem Detailgrad, der sich Pi mal Daumen mit der Auflösung einer 30-Megapixelkamera vergleichen ließe. Ein Display mit einer Auflösung von 8.000 x 4.000 Pixel biete demnach das Maximum des menschlich Erfassbaren. Gleichzeitig könne der Mensch Bildwiederholungsraten von über 72 pro Sekunde nicht mehr erkennen. Daraus lasse sich ein Ziel ableiten, dessen Erreichung ausgehend von der heutigen PC-Technologie absehbar sei. "Innerhalb unserer Lebenszeit", so der 41-jährige Spielentwickler, "werden wir in der Lage sein, genug Rechenkraft aufzubringen, um die Realität zu simulieren."

Was es braucht

Alle Komponenten, die man für die Vortäuschung von visueller Realität benötige, seien bekannt. Heute schon wissen Entwickler, wie sie Licht, Texturen, Polygone einsetzen müssen, um virtuelle Welten echt aussehen zu lassen. Für die Perfektion der Bilder benötige man laut Sweeney etwa 2.000 mal stärkere Grafikprozessoren, als heute verfügbar sind. Diese Anforderungen seien technisch erfüllbar, wenngleich Chipdesigns sich aufgrund physikalischer Grenzen bis dahin noch stark verändern werden müssen.

Visuelle Perfektion, aber noch nicht real

Größere Probleme als die reine Spielegrafik stellen Sweeney nach alle restlichen Elemente dar, die Realität ausmachen. Grafik und Design habe man im Griff, bei künstlicher Intelligenz, Sprache, Physik und Animation stecke man praktisch noch in den Kinderschuhen.

Ein Blick in die nahe Spielezukunft bot Epic Games bereits vergangenes Jahr mit der Echtzeit-Demo "Samaritan". Um diesen Grad der Bildqualität bei 1.920 x 1.080 Pixel bei 30 Bildern pro Sekunde zu erreichen, benötige es in etwa die zehnfache Leistung einer Xbox 360.

  • Nicht perfekt, aber auch nicht übel: Laut Epic Games könnte die nächste Generation der Spielkonsolen derartig schöne Grafik leisten
    foto: epic games

    Nicht perfekt, aber auch nicht übel: Laut Epic Games könnte die nächste Generation der Spielkonsolen derartig schöne Grafik leisten

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