Deutsche haben zehn Billionen Euro an Geld und Immobilien

15. Februar 2012, 16:00
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Errechnetes Vermögen ohne Sachwerte ist viermal so hoch wie die Staatsschuld - OECD rät zu höheren Immobiliensteuern

Die Menschen in Deutschland haben erstmals mehr als zehn Billionen Euro an Geld- und Immobilienvermögen angehäuft. Dies gab der Bundesverband Deutscher Banken am Mittwoch in Berlin bekannt. Sachvermögen wie Autos, Möbel, Schmuck und Kunstsammlungen sind darin noch gar nicht eingerechnet. 

Zum Vergleich: Das Finanz- und Immobilienvermögen der Österreicherinnen und Österreicher wurde von der Oesterreichischen Nationalbank zuletzt auf rund 1,37 Billionen Euro geschätzt. 471 Milliarden lagen im Juni 2011 auf diversen Bankkonten, 900 Milliarden steckten in Immobilien.

Zieht man von den zehn Billionen die 1,5 Billionen Euro an Kreditschulden ab, bleibt immer noch ein deutsches Nettovermögen von deutlich mehr als acht Billionen Euro, so der Bankenverband, der diese Zahlen auf Basis von Bundesbank-Daten ermittelte. Das errechnete Vermögen entspricht somit fast viermal der deutschen Staatsverschuldung von knapp 2,1 Billionen Euro. Die 17 Euro-Staaten kamen im dritten Quartal nach Angaben der Europäischen Statistik-Behörde Eurostat auf 8,2 Billionen Euro Schulen. Alle 27 Mitglieder der Europäischen Union stehen gemeinsam mit 10,3 Bill. Euro in der Kreide.

OECD rät zu höheren Steuern

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) rät der deutschen Bundesregierung nun dazu, höhere Immobiliensteuern einzuheben. Diese hätten den Vorteil, dass sie "im Vergleich zu anderen Steuerarten weniger ungünstige Auswirkungen auf das Wachstum" haben, so die OECD. "Solche Steuern können für die Kommunen auch eine relativ stabile Einnahmequelle darstellen, zumindest im Vergleich zu ihrer derzeitigen Haupteinnahmequelle, der Gewerbesteuer", schrieb die OECD. Sie schlägt deshalb vor, den Verkehrswert der Immobilie zur Bemessungsgrundlage für die Grundsteuer zu machen statt der vor Jahrzehnten festgesetzten Einheitswerte. Zudem könnten die Hebesätze weiter erhöht werden.

Immobiliensteuern würden derzeit nur etwas mehr als ein Prozent des Gesamtsteueraufkommens in Deutschland erlösen. Der OECD-Schnitt liegt dreimal höher. (APA/Reuters/red)

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    Ob man die Frankfurter Skyline für niedrig hält, kommt mitunter auf die Perspektive an. Für die OECD sind die Immobiliensteuern in Deutschland jedenfalls ganz sicher zu niedrig.

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