Schweizer entwickeln Weltraum-Müllabfuhr gegen orbitalen Schrott
15. Februar 2012, 14:31
foto: epfl
"CleanSpace One" soll bei einem Testlauf in drei bis fünf Jahren einen Schweizer Satelliten einfangen und mit ihm zur Erde stürzen, wo beide in der Atmosphäre verglühen.
Prototyp eines Satelliten soll in wenigen Jahren den Abfall im All entsorgen
Lausanne - Hunderttausende Trümmerteilchen, die im Weltall
herrenlos um die Erde kreisen, gefährden Raketen, Satelliten und Raumfahrer. Eine zumindest teilweise Lösung für dieses Müllproblem im Orbit könnte in einigen Jahren aus der Schweiz kommen. Forscher der
ETH Lausanne arbeiten an Reinigungssatelliten, die als eine Art Weltraum-Müllabfuhr den gefährlichen Schrott entsorgen soll.
Trümmerteile von Raketenstufen, Abdeckkappen,
Schrauben, Isolationsstücke, Kupferdrähte, verloren gegangenes Werkzeug und andere Überbleibsel aus mittlerweile über 50 Jahre Raumfahrt: Experten schätzen, dass Hunderttausende Objekte von mehr als einem Zentimeter Größe teilweise mit Geschwindigkeiten von mehreren zehntausend Kilometern pro Stunde in der Erdumlaufbahn kreisen. Die US-Weltraumbehörde NASA überwacht permanent die Umlaufbahn von
16.000 Objekten mit einer Größe von mehr als zehn Zentimetern. Der Abfall stellt eine große Gefahr für die bemannte Raumfahrt und die Satelliten gleichermaßen dar.
"CleanSpace One"-Test in drei bis fünf Jahren
Die Risiken, die von diesem Weltraumabfall ausgehen, müssten äußerst ernst
genommen werden, sagte der Schweizer Astronaut Claude Nicollier laut einer
Aussendung der ETH Lausanne (EPFL) am Mittwoch. Astronomen und Techniker am
Swiss Space Center der EPFL wollen das Problem nun angehen. Die Forscher um
Zentrumsdirektor Volker Gass planen eine ganze Armee von Reinigungssatelliten.
Ein Prototyp mit dem Namen "CleanSpace One" könnte laut EPFL in drei bis fünf
Jahren ins All geschickt werden. Seine Entwicklung und die Mission selbst
dürften zehn Millionen Franken (rund 8,3 Mio. Euro) kosten.
Die erste Putzaktion soll folgendermaßen ablaufen: Der Satellit wird ins All
geschossen, nimmt ein Trümmerteil ins Visier und macht sich an dessen Verfolgung. Dazu wird
er mit einem neuartigen, für den luftleeren Raum geeigneten Motor ausgerüstet.
Erreicht der Reinigungssatellit sein Ziel, fährt er einen Greifarm aus und packt
den Müll. Dieser Teil der Mission ist laut EPFL besonders heikel. Denn der
Reinigungssatellit und das Trümmerteil rasen mit bis zu 28.000 Kilometern pro Stunde durchs
All. Ist die "Beute" ergriffen, ändert "CleanSpace One" den Kurs in Richtung
Erdatmosphäre. Beim Eintreten in die Atmosphäre verglühen Satellit und Trümmer.
Welches Objekt "CleanSpace One" bei dem Testeinsatz auf's Korn nehmen soll, ist noch nicht
entschieden. Der EPFL schwebt aber eine "symbolische" Aktion vor, bei der der
Reinigungssatellit entweder den 2009 ins All geschickten Schweizer
Minisatelliten "SwissCube" oder dessen Tessiner Cousin "TIsat" aus dem Verkehr
zieht.
Der Aufwand, um nur ein Schrottteil zu entfernen, erscheint auf den ersten
Blick ungerechtfertigt groß. Doch laut Gass will die EPFL diverse Systeme entwickeln und
kommerzialisieren, die für verschiedene Typen von Satelliten geeignet sind. "Die
Raumfahrtagenturen sind immer stärker gefordert, das, was sie ins All schießen,
auch wieder zu entfernen", sagte Gass. (APA, red)
And alle die geposted haben, "was nur ein Teil, was für eine verschwendung".... Seht euch doch mal an, wie gorß das Ding geplant ist! 30cm x 10cm x 10cm. Das ist winzig, und jetzt wohl nur ein erster Probelauf, wo mit dem gerinen Volumen und Gewicht der Lift in den Weltraum quasi wo anders dazu geschenkt bekommen werden.
Wenn man eine Areane 5 Rakete nur mit diese Satelitten füllen würden, passen da locker 100 Stück rein.
man müßte "Bremseinheiten" an den Trümmern anbringen ...
anstatt den ganzen Satelliten gleich verglühen zu lassen.
Aufwändige Variante:
Man bringt eine kleine Einheite Triebwerk/Treibstoff am Trümmerteil an und fliegt dann weiter zum nächten Ziel. Nachteil ... mehr als 2-3 solcher Bremseinheiten wird man auch nicht auf einmal transportieren können
Billigere aber langsamere Variante:
Man bringt am Trümmerteil ein "Sonnensegel" an ... keins zur Stromerzeugung sondern ein echtes Segel ... die Teile sind in experimentaler Erprobung und wiegen so gut wie gar nichts (superdünne Folie).
Da die meisten Trümmer sehr Atmosphärennah unterweg sind würden sie durch das Segel im Laufe der nächsten Jahre über Reibung gebremst und dann abstürzen
Nur das Problem des Anbringens müsste gelöst werden
Sie haben Ideologie? Wir dagegen feste Überzeugung!
... die Umsetzung scheint mir noch nicht so ausgereift.
Es muss doch irgendeine Möglichkeit geben, viele Schrotteile einzusammeln und sie erst dann zu Verglühen.
Oder warum überhaupt vernichten ... sind doch wertvolle Rohstoffe ... keine Ahnung, was die Machbarkeit betrifft ... aber der Zugang scheint mir zu banal und ineffizient.
Das Problem ist, er muss den Schrott abbremsen, damit der abstürzt und verglüht, und das kostet schon mal Energie - und dann müsste er damit, er selber nicht runterfällt, wieder beschleunigen... viel zu energieaufwendig.
Zumindest könnte man schauen, dass er bei einer Mission neben dem Hauptziel noch möglichst viele kleine Trümmer mit einsammelt, die den selben oder einen sehr ähnlichen Orbit haben wie ersteres, dann wird es effizienter.
Sie haben Ideologie? Wir dagegen feste Überzeugung!
wäre auch mein Ansatz. Muss ja nicht einmal fest sein dieser Tritt. Außerdem könnte der Satelit so Treibstoff sparen wenn er in einen höheren Orbit will (Impulserhaltung)
Dafür sollte sich doch eigentlich in relativ energieeffizienter Federmechanismus konstruieren lassen - es recht ja ein kleiner Schubs. Während der darauf folgenden Bahnänderung und Suche nach dem nächsten "Opfer" wäre auch Zeit, diese für den nächsten Einsatz wieder zu spannen (selbst wenn man dafür nur geringe Energiemengen aus z.B. Solarzellen zur Verfügung hat).
Größtes Problem wäre wohl die genau Navigation und das exakte Vermessen des unregelmäßig geformten und möglicherweise rotierenden Opfers, damit der Impuls die richtige Richtung hat.
Sie haben Ideologie? Wir dagegen feste Überzeugung!
Treibstoff dürfte das größte Problem sein.
Das Ding ist ja relativ klein und für Orbitale Navigation benötigt man einiges an "Sprit", ein Objekt auf eine Wiedereintrittsbahn zu setzen und dann wieder "zurückzurudern" und zum nächsten Objekt zu navigieren erfordert enorme Treibstoffmengen.
Auszug/Zusammenfassung aus Wikipedia: Da Pirx sonst eben nichts zu tun hat, übernimmt er den Auftrag, einen Zug Raumschiffwracks mit einem nahezu schrottreifen Raumschiff namens „Perle der Nacht“ vom Merkur zur Erde zu schleppen. ....
Kommentar: Schon 1965 erahnte Lem, was auf uns zukommen wird ....
.... das bringt mich echt zum Schmunzeln ....
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.
Alle Rechte vorbehalten. Nutzung ausschließlich für den privaten Eigenbedarf. Eine Weiterverwendung und Reproduktion über den persönlichen Gebrauch hinaus ist nicht gestattet.
Bitte geben Sie eine E-Mail-Adresse an.
Aktualisierung Ihrer E-Mail-Adresse
Ihre aktuelle und korrekte E-Mail-Adresse ist Voraussetzung für alle Benachrichtigungen, die Sie von derStandard.at erhalten (z.B. Antworten auf Ihre Postings, Hilfe bei vergessenem Passwort). Zusätzlich werden Sie Ihre E-Mail-Adresse künftig für das Login benötigen.
Daher bitten wir Sie um eine kurze Überprüfung und Bestätigung Ihrer E-Mail-Adresse. Ihre E-Mail-Adresse wird dadurch nicht für Dritte sichtbar!
Die von Ihnen angegebene E-Mail-Adresse ist bereits mit einem anderen Account verknüpft. Bitte geben Sie eine andere E-Mail-Adresse an.
Diese E-Mail-Adresse ist leider ungültig. Bitte verwenden Sie eine dauerhafte E-Mail-Adresse!
Eine E-Mail-Adresse kann nicht für mehrere Accounts verwendet werden!
Aktualisierung Ihrer E-Mail-Adresse
Danke für die Bestätigung Ihrer E-Mail-Adresse. Es wurde ein Bestätigungslink an die angegebene Adresse gesendet.
Aktualisierung Ihrer E-Mail-Adresse
Ein unbekannter Fehler ist aufgetreten. Die E-Mail konnte nicht gesendet werden. Bitte versuchen Sie es noch einmal.