Kritik

Europäische Volkspartei will "gründliche Untersuchung" von ACTA

15. Februar 2012, 13:23

Fraktionsvorsitzender Daul: Grundsätzlich Zustimmung zu Abkommen, aber "Bedenken zu Einschränkungen" berücksichtigen

Im Lichte des wachsenden öffentlichen Protests gegen das internationale Anti-Piraterie-Abkommen ACTA hat die Europäische Volkspartei (EVP) eine "gründliche Untersuchung" des umstrittenen Handelsabkommens zugesichert. Man werde dabei "alle Bedenken zu möglichen Einschränkungen im Internet berücksichtigen", erklärte der Fraktionsvorsitzende Joseph Daul am Mittwoch in Straßburg. Es brauche aber eine Debatte, die auf "Fakten, nicht auf Fiktion" basiert.

Das "freie Internet verteidigen"

Die EVP, stärkste Fraktion im Europaparlament, will das "freie Internet verteidigen". Dessen Wichtigkeit habe sich vor allem durch die Entwicklungen des Arabischen Frühlings gezeigt. Grundsätzlich sei das Ziel von ACTA jedoch zu begrüßen, so Daul. Der Kampf gegen Produkt- und Markenpiraterie müsse intensiviert werden, denn sie koste Europa "tausende von Jobs".

Noch "sehr viele offene Fragen"

Othmar Karas, Vizepräsident und ÖVP-Delegationsleiter im Europäischen Parlament, gab kürzlich zu bedenken, dass es in punkto ACTA noch "sehr viele offene Fragen" gäbe. Die SPÖ-Delegation im EU-Parlament hatte am Dienstag mitgeteilt, gegen ACTA stimmen zu wollen und auch die gesamte Fraktion der Sozialdemokraten davon überzeugen zu wollen. Grüne, BZÖ, FPÖ und der fraktionslose EU-Mandatar Martin Ehrenhauser hatten sich zuvor ebenfalls kritisch zu ACTA geäußert. (APA)

Maria Bergen
00
16.2.2012, 09:34
Kann mir bitte wer sagen

worum es bei ACTA überhaupt geht? Fälschungen und Raubkopien zu verbieten ist doch OK. Oder?

pam ela
00
16.2.2012, 14:39

selbstverständlich. problematisch bei ACTA ist die schwammige formulierung des gesetzestextes. geschützt wird 'intellektuelles gut' und diese breite definition kann leicht missbraucht werden, ähnlich wie der mafia-paragraph bei tierschützern angewandt wurde und so gänzlich zweckentfremdet wurde. auch ACTA läuft gefahr als zensurgrundlage missbraucht zu werden, selbst wenn das nicht der ursprüngliche zweck dieses gesetzes ist (wobei ich mir bei letzterem nicht ganz sicher bin). ACTA gefährdet die pressefreiheit und die freiheit der freien meinungsäusserung. es ist nicht mit unseren hart erkämpften u in jeder demokratischen verfassung verankerten grundrechten vereinbar. es kann und wird missbraucht werden. wehren sie sich ! nächste demo 25.2.

Buntspecht12
02
16.2.2012, 09:38
@Maria - Nein - ist nicht OK

am Besten, Sie lesen sich mal kurz durch, worum es bei ACTA wirklich geht. Da gibt es einen sehr engagierten EU-Abgeordneten der an vorderster Front gegen ACTA kämpft. Der hat eine sehr gute und einfache Zusammenfassung geschrieben.
Finden Sie hier: http://goo.gl/91g7F

M. P.1
02
15.2.2012, 14:03

Ich schätze, die erste Runde ist gewonnen, aber die erste Runde wird wahrscheinlich noch nicht die letzte gewesen sein.

Hofzwerg
00
15.2.2012, 13:35
wer hat acta ausverhandelt?

wenn jetzt auf einmal bedenken(zu recht) kommen?
die lobyisten?

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.