Miba will mit Anleihe weitere Zukäufe finanzieren

15. Februar 2012, 13:03
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Zeichnungsfrist 20. bis 22. Februar 2012 - Zinssatz 4,5 oder 4,625 Prozent

Wien - Der börsenotierte Autozulieferer Miba mit Sitz in Laakirchen (OÖ) holt sich erstmals durch die Emission einer Unternehmensanleihe Geld vom Kapitalmarkt. Mit dem geplanten Emissionsvolumen von bis zu 75 Mio. Euro sollen vor allem weiteres Wachstum und auch Firmenübernahmen finanziert werden, sagte Miba-Chef Peter Mitterbauer am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Wien. Ob sich noch heuer eine größere Akquisition ausgehen wird? "Da ist einiges im Kochen. Ob sich das Ganze dann heuer oder nächstes Jahr oder gar nicht realisiert - wir werden sehen."

Die Anleihe soll mit einer Stückelung von 500 Euro auch für Privatanleger attraktiv sein, der Zinssatz je nach Nachfrage 4,5 oder 4,625 Prozent p.a. betragen, bei einer Laufzeit von sieben Jahren. "Damit rendiert die Anleihe ungefähr zwei Prozent über der letzten Bundesanleihe", sagte der Firmenkunden-Vorstand der Bank Austria, Dieter Hengl. Er geht davon aus, dass die Mehrheit der Anleger aus dem Retailbereich kommen wird. "Das ist erst die zweite Corporate-Anleihe in diesem Jahr, die erste erste war die Wienerberger und die Miba ist jetzt die zweite. Wir gehen davon aus, dass die Nachfrage ziemlich stark sein wird."

Bank Austria und Erste Group fungieren bei der Emission als Joint Lead Manager. Die Anleihe kann von 20. bis 22. Februar 2012 bei allen österreichischen Kreditinstituten gezeichnet werden. Geplant ist eine Notiz im geregelten Freiverkehr der Wiener Börse. Das genaue Emissionsvolumen und der Ausgabekurs sollen bis Donnerstag (16. Februar) festgelegt und veröffentlicht werden. Der Emissionskurs wird eine Verkaufsprovision von 1,5 Prozent des Nennbetrages enthalten.

Laut Hengl gehen die großen und mittelständischen Unternehmen in Österreich immer mehr dazu über, eine Art Basisfinanzierung über Anleihen sicherzustellen. Vorteile seien lange Laufzeiten und eine fixe Verzinsung, außerdem "bekommen sie ihre Banklinien frei und die Banken sind in der Lage, Erweiterungsinvestitionen zu finanzieren". 2011 habe es in Österreich ein Gesamtemissionsvolumen von 5 Mrd. Euro an Unternehmensanleihen gegeben. "Wir erwarten im heurigen Jahr, dass dieser Wert jedenfalls wieder erreicht werden wird." Auch nach Einschätzung von Franz Hochstrasser, Finanzchef der Erste Group Bank AG, wird 2012 "ein sehr interessantes Jahr werden. Wir haben heuer insgesamt an Corporate Bonds in Europa bis Mitte Februar bereits 25 Milliarden im Investment-Grade-Bereich emittiert. Das ist deutlich mehr als in den letzten zwei Jahren."

Wenn die Emission platziert ist, werde man das Geld "zuerst einmal auf ein Konto legen und dort einsperren, weil die Begehrlichkeiten in einem Unternehmen, dieses in vielfältigster Art und Weise zu verwenden, sind natürlich riesengroß", sagte Mitterbauer. Abgesehen von diesen allgemeinen Geschäftszwecken sei das Geld aber vor allem für weiteres Wachstum und Akquisitionen gedacht. An dem bereits 2008 formulierten Ziel, bis zum Ende des Geschäftsjahres 2015/16 einen Umsatz von rund 750 Mio. Euro zu erreichen, halte man nämlich nach wie vor fest, betonte der Miba-Chef. Das Unternehmen hat zuletzt seinen Umsatz und Ertrag kräftig gesteigert. In den ersten drei Quartalen 2011/12 (bis Ende Oktober) kletterte der Umsatz um 37 Prozent auf 429,6 Mio. Euro, das operative Ergebnis (Ebit) legte um 22,1 Prozent auf 50,2 Mio. Euro zu.

Die Miba gehört zu 76,92 Prozent der Mitterbauer Beteiligungs AG. 17,47 Prozent sind Vorzugsaktien, die an der Wiener Börse gehandelt werden, 5,61 Prozent ihrer Aktien hält die Miba selbst. An die Börse ging das Familienunternehmen 1986. "Der Zwang zur Transparenz, der Zwang zur Veröffentlichung" sei etwas sehr Gutes gewesen, sagte Mitterbauer. "An dieser Argumentation hat sich nichts geändert", daher werde man auch weiterhin an der Börse bleiben. "Es ist richtig, es ist kein wirklicher Beitrag zur Belebung der Wiener Börsenszene, aber wir fühlen uns mit dem, was wir derzeit haben, wohl." Es gebe auch keinen Grund, den Streubesitz zu erhöhen. "Cui bono? Dem Unternehmen hilft es nichts", so Mitterbauer.(APA)

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