Für 2012 Überschuss von 66 Millionen Euro prognostiziert
Wien - Die Krankenkassen haben im vergangenen Jahr einen
Überschuss von 240 Millionen Euro erzielt. Das geht aus dem am
Mittwoch vom Hauptverband der Sozialversicherungsträger vorgelegten
vorläufigen Endergebnis hervor. Anfang 2011 hatten die Kassen noch
mit einem Minus von 32 Millionen Euro gerechnet. Trotzdem liegen die
nun erzielten 240 Millionen unter dem Ergebnis von 2010, als ein Plus
von 362 Millionen Euro erreicht worden war. Für 2012 rechnen die
Krankenkassen ebenfalls wieder mit einem Plus - und zwar in der Höhe
von 66 Millionen Euro.
In den Überschuss von 240 Millionen Euro für 2011 sind die seitens
der Regierung zur Verfügung gestellten 40 Millionen Euro aus dem
Kassen-Strukturfonds sowie die Auswirkungen der mit dem Hauptverband
vereinbarten Finanzziele eingerechnet. Im Hauptverband freut man sich
darüber, dass nunmehr alle Krankenversicherungsträger den Turnaround
geschafft haben und einen positiven Jahresabschluss bzw. eine
ausgeglichene Gebarung vorgelegt habe. Neben der guten Konjunktur und
den damit steigenden Beitragseinnahmen führt der
Hauptverbands-Vorsitzende, Hans Jörg Schelling, das Ergebnis darauf
zurück, "dass es den Kassen gelungen ist, ihre Finanzgebarung ohne
Leistungseinschränkungen für die Versicherten und ohne
Honorarkürzungen für die Vertragspartner zu konsolidieren".
Alle außer Tirol und Vorarlberg im Plus
Ausgeglichen haben die Tiroler und die Vorarlberger
Gebietskrankenkasse bilanziert, alle anderen liegen im Plus. Den
größten Überschuss erwirtschafteten die GKK von Oberösterreich und
der Steiermark mit jeweils mehr als 33 Mio. Euro, die
Versicherungsanstalt Öffentlich Bediensteter erreichte sogar ein Plus
von 69,2 Mio. Euro.
Die Beitragseinnahmen sind aufgrund der positiven
Wirtschaftsentwicklung um 111 Millionen Euro höher ausgefallen als im
Voranschlag prognostiziert. Dafür sind die Ausgaben für
Versicherungsleistungen um 154 Mio. Euro geringer ausgefallen. Ins
Gewicht fielen dabei vor allem die Ausgaben für Medikamente, die
gegenüber dem Vorjahr nur um 2,9 Prozent gestiegen sind und nicht,
wie prognostiziert, um 4,1 Prozent.
Für heuer erwarten die Kassen einen geringeren Überschuss von 66
Millionen Euro, allerdings ist in den vergangenen Jahren das
Endergebnis immer deutlich über den Prognosen gelegen. Auch hier sind
die 40 Mio. Euro aus dem Strukturfonds sowie die Auswirkungen der
vereinbarten Finanzziele berücksichtigt. Allerdings erwarten in der
Prognose nur noch drei Gebietskrankenkassen einen Überschuss -
nämlich Oberösterreich, die Steiermark und Kärnten. Vor allem die
Ausgaben für Versicherungsleistungen sollen mit 4,2 Prozent deutlich
stärker steigen als 2011. (APA)