Krankenkassen erzielten 2011 ein Plus von 240 Millionen Euro

15. Februar 2012, 12:08

Für 2012 Überschuss von 66 Millionen Euro prognostiziert

Wien - Die Krankenkassen haben im vergangenen Jahr einen Überschuss von 240 Millionen Euro erzielt. Das geht aus dem am Mittwoch vom Hauptverband der Sozialversicherungsträger vorgelegten vorläufigen Endergebnis hervor. Anfang 2011 hatten die Kassen noch mit einem Minus von 32 Millionen Euro gerechnet. Trotzdem liegen die nun erzielten 240 Millionen unter dem Ergebnis von 2010, als ein Plus von 362 Millionen Euro erreicht worden war. Für 2012 rechnen die Krankenkassen ebenfalls wieder mit einem Plus - und zwar in der Höhe von 66 Millionen Euro.

In den Überschuss von 240 Millionen Euro für 2011 sind die seitens der Regierung zur Verfügung gestellten 40 Millionen Euro aus dem Kassen-Strukturfonds sowie die Auswirkungen der mit dem Hauptverband vereinbarten Finanzziele eingerechnet. Im Hauptverband freut man sich darüber, dass nunmehr alle Krankenversicherungsträger den Turnaround geschafft haben und einen positiven Jahresabschluss bzw. eine ausgeglichene Gebarung vorgelegt habe. Neben der guten Konjunktur und den damit steigenden Beitragseinnahmen führt der Hauptverbands-Vorsitzende, Hans Jörg Schelling, das Ergebnis darauf zurück, "dass es den Kassen gelungen ist, ihre Finanzgebarung ohne Leistungseinschränkungen für die Versicherten und ohne Honorarkürzungen für die Vertragspartner zu konsolidieren".

Alle außer Tirol und Vorarlberg im Plus

Ausgeglichen haben die Tiroler und die Vorarlberger Gebietskrankenkasse bilanziert, alle anderen liegen im Plus. Den größten Überschuss erwirtschafteten die GKK von Oberösterreich und der Steiermark mit jeweils mehr als 33 Mio. Euro, die Versicherungsanstalt Öffentlich Bediensteter erreichte sogar ein Plus von 69,2 Mio. Euro.

Die Beitragseinnahmen sind aufgrund der positiven Wirtschaftsentwicklung um 111 Millionen Euro höher ausgefallen als im Voranschlag prognostiziert. Dafür sind die Ausgaben für Versicherungsleistungen um 154 Mio. Euro geringer ausgefallen. Ins Gewicht fielen dabei vor allem die Ausgaben für Medikamente, die gegenüber dem Vorjahr nur um 2,9 Prozent gestiegen sind und nicht, wie prognostiziert, um 4,1 Prozent.

Für heuer erwarten die Kassen einen geringeren Überschuss von 66 Millionen Euro, allerdings ist in den vergangenen Jahren das Endergebnis immer deutlich über den Prognosen gelegen. Auch hier sind die 40 Mio. Euro aus dem Strukturfonds sowie die Auswirkungen der vereinbarten Finanzziele berücksichtigt. Allerdings erwarten in der Prognose nur noch drei Gebietskrankenkassen einen Überschuss - nämlich Oberösterreich, die Steiermark und Kärnten. Vor allem die Ausgaben für Versicherungsleistungen sollen mit 4,2 Prozent deutlich stärker steigen als 2011. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 44
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werauchimmer1
 
00
16.2.2012, 10:13
Sehr gut!

Wie ist das möglich?
Ist uns nicht noch vor ein paar Jahren erklärt worden, dass aufgrund demographischer Prozesse das Krankenkassendefizit quasi unaufhaltsam steigen wird?
Weiter so und Schulden abbauen wie der Mitposter schon gemeint hat!

Der Sparefroh
01
15.2.2012, 22:09
Gewinn auf Kosten der Versicherten

Wenn Krankenkassen Gewinne machen, haben sie ihren Zwangsversicherten Leistungen vorenthalten.

Mein Name ist Nobody
10
16.2.2012, 09:59
falsch

die Krankenkassen haben noch immer Schulden! Mit dem Überschuss können aber die Schulden reduziert werden. Dadurch verringert sich auch der Zinsendienst. Es mag ja vielleicht einige Leute oder Banken geben, die von diesen Zinsen gut leben, mir als Versicherten (oder Zwangsversicherten wie Sie es nennen) ist es aber lieber dass die Schulden zurückgefahren und einmal ganz abgebaut werden. Dadurch werden Gelder frei weg von den Zinsen hin zu den Versicherten. Aber vielleicht gehören Sie ja auch zu denen, die von diesen Zinsen profitieren und nur ein Interesse daran haben hier weiter zu verdienen.

mlau
00

Haben Sie Links zu den Daten bezüglich der Schulden der KK?
Meiner (naiven) Meinung nach ist der Ziensdienst ja auch nur ein weiterer Ausgabeposten; d.h. wenn die KKs wirklich positiv Abschliessen dann muss ich Ihrem Vorposter Recht geben: Den Versicherten wurde Leistung vorenthalten.

konichiwa
 
00
15.2.2012, 19:21

Was passiert mit dem Geld?

chg4711
00
15.2.2012, 18:23
Gratulation!

Offenbar wurde da was richtig gemacht.

csqaEA
01
15.2.2012, 17:23
klar

die Menschen trauen sich nicht mehr, in Krankenstand zu gehen aus Angst um ihren Job

leser 4712
00
15.2.2012, 15:23
na, das ergibt doch nette boni für die manager

Mostbluzza
00
15.2.2012, 15:17
gebts das geld bitte direkt an die kranken

parteikassen. die halten wir uns ja viel zu knapp, die armen damen und herren, zumal schwer vermittelbar im realen leben. denkt an die kinder ...

dann sparen wir uns später viele folge-kosten in der juristerei und vor allem auch nerven.

Marquis de Sade
 
00
15.2.2012, 13:55

wenn man sich die Verwaltung ansieht (man muss nur mal vor Ort schauen WIE gearbeitet wird), muss man aber zwangsläufig glauben, dass nochmal so viel drin wäre. Und es wäre schön, wenn man dafür auch gewisse Leistungen bekommen würde bzw mehr Unterstützung erhält.

Wenn eine Behandlung nix bringt aber von der Kasse bezahlt wird, wird sie verordnet. Das, was allerdings von Ärzten, Bekannten, Therapeuten empfohlen wird, darf man meist einreichen und kriegt kaum was ersetzt. Dafür gibt aber der Chefarzt seinen Sanctus drunter.

Mike Davis
 
11
15.2.2012, 16:18

Womöglich. Allerdings haben wir bei unseren Krankenkassen Ausgaben für Verwaltung von weniger als 2%.

Private haben in den USA Ausgaben für Verwaltung, Werbung und Gewinnabschöpfung von bis zu 50 Prozent!

D.H. in unserem System kommen mehr als 98% Prozent der Beiträge über Medikamente, Krankenhäuser, Behandlungen etc. bei den Patienten an, in den USA sind es bei privaten Versicherungen teilweise kaum 50% (und auch in den besten Fällen kaum über 80%).

janek
01
15.2.2012, 16:27

und die Quellen für solche Behauptungen?

Der Sparefroh
00
15.2.2012, 22:11

Diese Quellen würden mich auch sehr interessieren.

Mike Davis
 
00
15.2.2012, 19:38

Die Verwaltungskosten für die GKKs sind sehr leicht im Netz zu ergoogeln, sie sinken laufend und sind mittlerweile deutlich unter zwei Prozent.

Hier ein Artikel aus der NYT in der gesagt wird, dass private Versicherer in Zukunft dazu gezwungen werden sollen, zumindest 80 bis 85% der Beiträge für Medical costs auszugeben...

http://www.nytimes.com/2011/10/0... miums.html

wer?
00
15.2.2012, 18:27
Zum Beispiel:

Rechnungshofberichte
geschäftsberichte der Gkk's

max1210
01
15.2.2012, 13:44

Dann sollten die Leistungen schnellstens verbessert werden, sodass man nicht fast alles selbst zahlen muss: Zahnarzt, Brillen, Osteopathie, usw......

Der Sparefroh
00
15.2.2012, 22:33
Helikopterrettung gefährdet

Durch jahrelange diletantische Ablehnung der Kosten für Einsatzflüge haben die kranken Kassen die Zukunft der in Ö vorbildlichen Helikopterrettung massiv gefährdet (die Länder sind zum Glück eingesprungen).

wer?
00
16.2.2012, 20:03
für das rettungwesen wären grundsätzlich die länder zuständig

der schalldämpfer
31
15.2.2012, 13:33

Na dann ist ja völlig klar, das Psychotherapie auf Krankenschein für die nächsten 1 1/2 Jahre eingestellt werden muß und somit bis zu 225.000 Menschen ohne adäquater Behandung auskommen.

hot doc
25
15.2.2012, 12:59
herr schelling, sie sind nicht mehr manager eines möbelhauses!

haben sie das vergessen, oder sind sie so eine krämerseele, dass für sie ein betriebswirtschaftlicher gewinn etwas erstrebenswertes selbst für ein non-profit-unternehmen ist?
die kassen haben mit dem geld für eine gesundheitsversorgung zu sorgen, und es nicht anzuhäufen!

Mostbluzza
00
16.2.2012, 09:12
krankenkassen sind aber auch kein VEB

der am ende des jahres nix übrig haben darf und drum nochmal eingekauft wird was geht.

wenn gespart wird ist es gut. wenn was überbleibt auch, rücklagen sind wichtig, wenn einnahmen eh bald wieder eingehen.

also halblang, das spürt der patient gar nicht, wenn zig kassen da und dort eine million einsparen.

weiter so. gut iss bis es fast weh tut.

PS: prozesse wegen vorenthaltener leistungen möchte ich aber nicht sehen.

wer?
00
15.2.2012, 18:31
als insider..

müssten sie wissen das diese summen nicht einmal Promille des Umsatzes sind und somit von anhäufung nicht gesprochen werden kann.

diese darstellung ist ein 100%iger erfolg
weis es sich bei 100 millionen Euro +/- um eine augeglichene Bilanz handelt

hot doc
00
16.2.2012, 08:39
zustimmung.

natürlich haben sie recht, in wahrheit ist es eine ausgeglichene bilanz, und deshalb soll umgekehrt auch keiner das system schlechtreden, wenn in einem jahr hundert mio minus entstehen.
aber hier wird so getan, als sei ein überschuss was absolut wünschenswertes, und suggeriert, je mehr überschuss, desto gesünder das system, und das ist auch nicht richtig.
übrigens kommt ein bedeutender kostenschub auf die kassen zu, bedingt durch die zunehmende zahl der diabetiker und deren neue aber kostenintensivere medikamente, sowie durch neue und sicherere medikamente zur verminderung der blutgerinnung.

wer?
00
16.2.2012, 09:06
ebenso absolute Zustimmung

Warpsignatur
00
15.2.2012, 16:50

ein typischer övp-abkömmling halt. große klappe, von nix eine ahnung, aber weil er geschäftsführer eines möbelhauses war, ist er natürlich super-qualifiziert für diesen job. mir persönlich wäre da der ikea-elch lieber. bei gleicher qualifikation wäre der in jedem fall sympathischer...

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