Jeder Blick ein Treffer - Im Land des Hechelns

Ansichtssache | Sigrid Schamall
20. Februar 2012, 06:15

Der Körper spricht immer. Tatsächlich "hören" wir instinktiv mehr auf die Sprache des Körpers als wir vermuten würden. Auf der ganzen Welt reden Politiker mit Händen und Füßen, zwinkern und lächeln sich zu oder starren mit hängenden Schultern auf ihr Gegenüber. Manche Signale sind eindeutig, manche nicht.

Samy Molcho, einer der international renommiertesten Pantomimen und Körpersprache-Experten, hat sich im Gespräch mit derStandard.at einige Politiker in Zeiten der Finanzkrise angeschaut.

Bild 1 von 33»
foto: ap/petros giannakouris

3. November 2011: Nach seiner überraschenden Ankündigung, das Volk über den Sparkurs der Regierung abstimmen zu lassen, steht der griechische Ministerpräsident Giorgios Papandreou vor dem Fall.

Samy Molcho: Die Hand will sagen: "Hand aufs Herz, vertrau mir, ich meine es ernst." Sein Gesicht sagt, wie er wirklich empfindet: Der Blick geht zur Seite, Augenbrauen und Stirn sind angespannt und zeigen die Sorge, dass man ihm nicht vertraut.

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Einfach nur genial.
Und es freut mich, dass es noch immer so viele gibt, die Molcho als Hokuspokus ab tun. Ihr seid uns gegenüber klar im Nachteil:-)

ich krieg a krise bei sammys allgemeinplätzen

molcho hat vielen politikern seine bewegungen antrainiert und uns damit lustige bilder verschafft

Wie bitte was.

"Man sieht am Gesichtsausdruck, dass er sich nicht wohl fühlt. Die Gefahr kommt in der Evolution von hinten."

Ach wirklich...Dafür brauchts nen Profi? :D

Was soll bitte "hinten" in der "Evolution" sein? Die Gefahr sind die vorangegangenen Hominiden? o_O

"blickt nicht in die Kamera"

Blickt in eine andere Kamera, verdammt! Wie unseriös, sowas nicht einzubeziehen.

Dadurch wird das Ganze zu so etwas wie Traumdeutung.

Und hier die (warum eigentlich?) bisher fehlenden analysen zu den bildern 32 und 33:

Die weit aufgerissenen augen, die theatralisch hochgezogenen augenbrauen und die effekthascherisch vor dem gesicht wachelnden finger signalisieren eindeutig, dass es der mann ungeheuer genießt, sich mit halbgaren milchmädchen-psycho-infos vor staunendem publikum als guru zu produzieren.

Der halb geöffnete, schief nach rechts unten verzogene mund entlarvt seine maßlose enttäuschung, mit diesem "wissen" keine millionärs-karriere als poker-profi gestartet zu haben, sodass er sich hier als reserve-freud für klickstrecken in szene setzen muss.

Ich deute mal die letzten beiden bilder:

Molchos übertriebenes herumgezappel drückt aus wie überrascht er ist dass jemand seinem sinnlosen gebrabbel beachtung schenkt.

du wirst zeuge des traurigen endes im standard, eines vor 40 jahren erfolgreichen künstlers

mag sein

dass molcho eine kapazität in seinem metier ist, aber aus gestik aus schnappschüssen irgendwelche versteckten nonverbalen metaaussagen zu deduzieren, ist nur spekulatives herumdeuteln.

Augen zu und durch,

denkt sich der auf Bild 8.

Diese Fotos sind doch nur bedingt aussagekräftig, weil in der bewegung. Eine sekunde später könnte das foto und somit die interpretation dessen, völlig anders aussehen.

Darauf aufbauend kann man doch keine seriösen Einschätzung abliefern, oder?

Hätte mich über ein Foto von Berlusconis Körpersprache gefreut. Dessen Stärke liegt ja eindeutig zwischen den Beinen, sein Schwachpunkt wohl zwischen den Ohren.

Bild 2: "Fühlt sich ein Mann nicht so sicher, wird er eine Hand als Schutz in den Schritt legen"

Also ich bin mir ja immer wieder bei so manchen Dingen nicht ganz sicher. Ich hoffe nur dass ich nicht jedes mal in solchen Situationen meine Hand in den Schritt lege!

Muss mal anfangen darauf zu achten

ein einziger hokuspokus,

diese deutung der körpersprache, wertlos wie die sterndeuterei.

watzlawick, schulz von thun, bzw. die modernen kommunikationsmodelle sind für sie wohl noch neuland? schade eigentlich.
grundsätzlich gilt aber, nonverbale kommunikation nie isoliert betrachten, sondern immer im kontext der jeweiligen situation.

Es sind und bleiben..

..Modelle. Und um ehrlich zu sein, sind die Herren eher aus der "schwachen" Ecke des Konstruktivismus.

Bevor wir hier in Metakommunikation versinken, möchte ich doch andeuten, dass dieses Körpersprache "lesen" (ich meine jetzt die Kommentare zu den Bildern) im Nachhinein - jetzt wo die Geschichte bekannt ist - sehr einfach ist.

2. Bei Fotos würde ich immer aufpassen, denn sie sind aus dem Kontext geschnitten und könnten Reaktionen auf ganz andere Fragen zeigen. (zB auf einen Scherz, den der Fotograf gemacht hat)

Bild 24: Sarkozy fängt eine Fliege :)

Achja, und natürlich sind diese Politiker hoch trainiert. Sie bringen also das rüber, was sie rüberbringen wollen. Die verraten genau gar nix unbewusst.

Das glauben Sie ja selbst nicht, dass ein Mensch, selbst wenn er trainiert ist, bei jeder Gelegenheit seine Körpersprache im Griff haben kann (Kinn,Augen,Hände, Füsse, usw.).

das funktioniert nicht so einfach. irgendwann geben die sich alle eine schlappe, sonst dürften sie sich in der öffentlichkeit keinen mm bewegen und nur starr nach vorne schauen.

Ist zwar interessant und eine super Idee, ABER die Wissenschaft' von der Körpersprache eine sehr ungenaue und auf Fotos noch viel mehr. Ich zB stehe recht gern mit den Armen vor dem Körper verschränkt, also eigentlich eine Abwehrhaltung. Aber ich find's eigentlich nur bequem so. Ich glaube nicht, dass eine Momentaufnahme so genaue Rückschlüsse zulässt.

Mag sein.

Mir geht es ähnlich. Die Frage ist jedoch, wann. Also, in welcher Situation empfindet man die verschränkten Arme als bequem. Ich für meinen Teil eher, wenn ich quasi 'in der Öffentlichkeit stehe'. Also, bei Gesprächen im größeren Firmenkreis, in einer mir teilweise unbekannten Gesellschaft oder ähnlichem. Aber sicher nicht, zu Hause, wenn ich mich mit meiner Frau unterhalte.

Daher denke ich, dass Haltungen wie verschränkte Arme durchaus Aussagekraft haben.

War sehr interessant zu lesen, super!

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