Psychologe warnt vor "Social-Media-Burnout"

15. Februar 2012, 11:55

Informationsflut durch Social Media kann krank machen - Tipp eines Experten: "einfach mal abschalten" - "digital natives" besonders betroffen

Hamburg - Die Informationsflut durch Online-Netzwerke wie Facebook und Twitter kann Stress verursachen - nach Ansicht eines Experten auch so sehr, dass es die Gesundheit gefährdet. Es gebe zwar noch keine wissenschaftlichen Erkenntnisse zu einem "Social-Media-Burnout", sagte der Psychologe Heiko Schulz von der Techniker Krankenkasse (TK) am Rande der Social Media Week in Hamburg. "Aufgrund von Erfahrungen" spreche aber einiges dafür, dass eine übertriebene Nutzung zu einem Erschöpfungssyndrom beitragen könne.

Wie genau sich der Informationsstress durch Hunderte Tweets, Statusmeldungen und Kontaktanfragen auswirkt, sei bisher zwar noch nicht in Studien erforscht worden, erklärte Schulz. Bei der Social Media Week wolle die TK von Nutzern hören, welche Erfahrungen sie machten. Der Begriff Burnout ist unter Experten allerdings umstritten. Viele kritisieren, dass es sich um eine Modediagnose handle, hinter der sich psychische Erkrankungen wie Depressionen versteckten.

Erschöpfungszustände

Gerade die "digital natives" - also junge Nutzer, die im Internet zu Hause sind - seien potenziell gefährdet, sagte Schulz. "Ihnen fällt die Grenzziehung zwischen Privat- und Berufsleben schwer, sie sind immer erreichbar." Für Stress sorgten aber nicht die Sozialen Netzwerke allein - doch in Verbund mit Zeitdruck, wenig Kontrolle über die eigene Arbeit und geringem Handlungsspielraum könne die ständige Informationsflut durchaus zu Erschöpfungszuständen führen.

Um der Überlastung vorzubeugen, müsse jeder einzelne Strategien entwickeln, die über den üblichen Tipp - "einfach mal abschalten" - hinausgingen, sagte Schulz. Auch der Arbeitgeber könne ein Bewusstsein für die Relevanz des Themas schaffen, etwa durch die Schulung von Führungskräften. (APA)

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17 Postings
...der goldene Mittelweg...

Ich denke, dass es eher eine Sucht, als ein Burnout ist - aber Bornout hört sich natürlich "eleganter" an ;o)
Wie bei allem im Leben, macht die Dosis das Gift - wenn man Social Media maßsinnvoll einsetzt, kann es ein sehr hilfreiches Tool sein...wenn man allerdings zuviel davon erwischt, wirds krankhaft und man sollte dringend einen "Entzug" in Betracht ziehen!

psychologen-burnout

...
fragt eigentlich irgendein
menschliches wesen mal,
wieso mensch IMMER skeptischer
die meldungen derer zu sehen sieht,
die die von ihnen diagnostizierten
'krankheiten' praktischerweise
IMMER auch gleich selbst 'behandeln' ?

DAS ist auch STRESS,
solche heilsbringer wahrnehmen
zu müssen, obwohl etliche
weniger laut sensibel menschen
therapieren - UNmodisch.
...

Es gibt diese Theorie, die besagt, dass beinahe jeder soziale Kontakt - vor allem mit nicht dem engsten Vertrauenskreis zugehörigen (Un-)Bekannten - immer eine Form von Stress darstellt. Sehr gut zu erkennen etwa, wenn man einen neuen Menschen kennen lernt: Es gibt eine leichte (bei manchen heftigere) Reaktion, bei der das Unterbewusstsein zur Vorsicht mahnt - es könnte ja ein "Feind" sein. Deshalb: Adrenalin (=erhöhte Aufmerksamkeit) -> Stress.

Umgelegt auf Social Media: Sofern man aktiv teilnimmt, ist dieser kleiner Teil immer aktiv, der damit rechnet, für das Gepostete angegriffen zu werden. No na, natürlich kann das auf Dauer schlauchen.

Gilt übrigens auch fürs Forenposten. ;-)

ich leide

eher an einem social-media bored out !

Die Informationen auf facebook gliedern sich in:

+ "Look I am an Attentionwhore - uiiiiiiii !

+ Einträge von Leuten mit fragwürdigen politischen Standpunkten, wo anschließend seitenlang diskutiert wird.

+ Irgendwer will mich daraufhinweisen, dass in Süd-Ost-Papaneuginea Hundewelpen getötet werden, aber wenn ich auf Like drücke spendet KHG persönlich 10 € für jedes Like

+ Irgendjemand "liked" seinen eigenen Tollen Kommentar, wie "gestern wars wieder heavy ;-) " oder "war heute Pizza essen" oder "hab bauchweh"

toll, was ich ohne all diese Informationen anfangen würde, ich weiß es nicht !

"Einträge von Leuten mit fragwürdigen politischen Standpunkten, wo anschließend seitenlang diskutiert wird."

Ihnen ist die Ironie schon bewusst, wenn Sie dies ausgerechnet im Standardforum kund tun, oder? :-)

na toll ...

Um der Überlastung vorzubeugen, müsse jeder einzelne Strategien entwickeln, die über den üblichen Tipp - "einfach mal abschalten" - hinausgingen, sagte Schulz.
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Die beste Erfindung der Suchtforschung ever: Stoffungebundene Süchte! Der Markt ist einfach riesig. Jetzt bloss nichts verwässern und "SUCHT" durch "BURN-OUT" ersetzen! Psychologen müssen noch viel lernen, bis sie sich den Ärtzen beim Konstruieren lukrativer Diagnosen annähern.

Zuviel Gemuese kann auch krank machen...

Da gibt es weitaus bedenklichere Sachen im Zusammenhang mit Internet und auch Social Media wie Zeit mit Facebook zu vertroedeln...

Müsste einen eh wundern, wenn sich der ganze Wahnsinn nicht irgendwann rächt!

Facebook frisst mehr Zeit als World of Warcraft.

Habe beides längst wieder gekübelt.

Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass je nach Bekanntenkreis die News in sozialen Netzwerke Stress auslösen.

Wenn ständig Urlaubsfotos gepostet werden und sonst gepostet wird wie "Awesome" alles ist, könnte ich mir gut vorstellen, dass sich ein depressiver Mensch oder jemand der sich das nicht leisten kann nochmals schlechter fühlt.

Wobei man in diesem Fall SN nicht Ursache sind, sondern als Verstärker bei einem bereits vorhandenen Krankheitsbild fungieren.

Hallo Chef, ich kann heute nicht zur Arbeit kommen, ich bin total fertig. Ich hab ein Facebook-Burnout. Ärztliche Bestätigung folgt.

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ja, muss ich gleich auf facebook posten, und schauen was meine Freunde dazu sagen

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Experte: Sachen übertreiben ist manchmal nicht gut!!
+++Meldung mit lustigen Fachbegriffen zubereitet folgt+++

ok, ernsthaft: hat natürlich nicht ganz unrecht der Gute.
Die Diskussion ist auch nicht neu, Frank Schirrmacher hat in seinem Buch Payback Ähnliches aus der Sicht eines Digital Immigrants betrachtet.
Richtig pessimistisch sieht es Elias Aboujaoude.

Ich kenne übrigens haufenweise digital natives die social media nur in homöopathischen Dosen zu sich nehmen und ebenso einige deutlich ältere Facebook Fanatiker.

Ich weiß ehrlich gesagt ja nicht, wie das mit Facebook ist - weil ich ja nicht dabei bin - aber hat man da tatsächlcih den Druck "Ich muss jetzt unbedingt etwas reinschreiben"?
Ich hab gerademal einen Account bei Livejournal und da gibts von mir auch nur sporadisch Einträge. Meistens wenns um Themen geht, die mir momentan wichtig sind. Was mir so im täglichen Leben passiert kann ich meinen Freunden auch so erzählen, da brauch ich keinen social media Dienst.

Müssen tut man gar nichts. Man kann auch monatelang abwesend bleiben oder nie was posten, oder nicht lesen was gepostet wird.

Ich erlebs allerdings, dass manche Menschen nur noch ausschließlich über FB erreichbar sind (nicht einmal mehr über Email oder Handy)... und das ist einer der Gründe für mich, dabei zu sein. Ein Anderer, man erreicht mehr Leute mit einem Klick. Was wiederum praktisch ist, wenn man zu Demos oder Unterschriftenaktionen aufruft...

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