"Voyager"

HPs Reise in die Wolke: Vom PC-Leader zum Server-Spezialisten

15. Februar 2012, 11:09

Da mit PCs nicht mehr viel zu verdienen ist, setzt HP auf Server

Cloud-Computing, vor Jahren noch ein Modewort, ist zur Gebrauchstechnologie geworden. Statt Dokumente, Fotos, Videos, Musik oder Software auf dem PC zu speichern, werden sie auf Servern in der "Internet-Wolke" abgelegt. Auch Unternehmen setzen immer mehr darauf, dass ihre Mitarbeiter von überall auf Firmendaten zugreifen können.

Große Nachfrage

Dieser Cloud-Datenverkehr nimmt drastisch zu. "165.000 Fotos werden jede Minute hochgeladen, 200 Millionen Anfragen gestellt. Diese Datenmenge wird sich in den nächsten zwei Jahren vervierfachen", prognostiziert Mark Potter, bei Hewlett-Packard für Server verantwortlich, bei einer HP-Konferenz in Las Vegas.

Solche Datenmengen lassen sich nur mit dem weiteren Ausbau der Server-Infrastruktur in Rechenzentren oder der Unternehmens-IT schaufeln. Die Konkurrenz um dieses Milliardengeschäft ist heftig - mit der in Las Vegas vorgestellten neuen Servergeneration will sich das kalifornische IT-Unternehmen, das sich bei Servern ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit IBM liefert und zunehmend von Oracle herausgefordert wird, den Vorsprung sichern.

300 Millionen Dollar-Investition

Die neuen HP-Rechner für die Wolke, ProLiant-Generation-8-Server, sind Teil des HP-Projekts Voyager. 300 Millionen Dollar hat der IT-Hersteller darin investiert, dass Administrationsaufgaben künftig weitgehend automatisiert sind, erklärte HP-Vizepräsident Dave Donatelli. Die Botschaft, die HP damit seinen Kunden verkauft: Weniger händische Bedienung und mehr Software sparen den Unternehmen Geld.

Den Rechnern wurde eine Art Autoimmunsystem eingebaut: Sie überwachen durch entsprechende Software selbsttätig ihren Gesundheitszustand und melden, wenn sie "verschnupft" oder überhitzt sind - was teure Ausfälle verhindern soll. Ein Jobkiller für IT-Administratoren sei dies nicht, beteuert Donatelli: IT-Mitarbeiter erhalten so "wieder die Möglichkeit, mehr Arbeitszeit in Neuerungen zu investieren".

Wandel

Schon davor machte Hewlett-Packard mit dem im November vorgestellten Projekt "Moonshot" deutlich, dass neben Druckern und PCs - die Ex-CEO Leo Apotheker abstoßen wollte, was seine Nachfolgerin Meg Whitman wieder revidierte - Unternehmensinfrastruktur zum Kerngeschäft gehört. Bei Moonshot baut HP erstmals Server mit Handychips statt mit stärkeren Computerprozessoren. Erste Geräte aus dem Projekt sollen bis zu 89 Prozent weniger Energie verbrauchen und nur ein Zehntel des Platzes eines konventionellen Servers einnehmen. (Karin Tzschentke aus Las Vegas, DER STANDARD/Printausgabe, 15.2.2012)

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13 Postings
Bonobo
00
21.2.2012, 03:04
um welche "Server" geht es da?

bei Intel und AMD bestückten Servern ist HP-Compaq doch eh schon seit Jahren Marktführer.

hmo8020
00
21.2.2012, 17:52
ARM von Calxeda

und keine "Handychips" (maybe Karin has some chips handy [griffbereit] in vegas) ... im Mix mit "Internet-Wolke", Daten schaufeln, verschnupft und händische Bedienung ... eigenartige Wortwahl/Übersetzung.

Bonobo
00
21.2.2012, 19:10
Danke habe es nun nachgelesen.

http://www.heise.de/newsticke... 69977.html

Das Project finde ich genial. In meinem PassivHaus passt mein derzeitiger Server einfach nicht hinein. Aber ein Miniserver mit Anroid oder sonst einem Linux schwebt mir ohnehin schon länger vor.

hmo8020
00
22.2.2012, 02:59
Guru/DreamPlug

ARM Miniserver + Ubuntu for ~ 100USD.

Green.L
 
00
15.2.2012, 16:06

Handychips... Also ARM? Oder doch was essbares?

der Pinguin
 
00
15.2.2012, 17:20
ich glaub das sind die

chips von kelly's!

reysa
00
15.2.2012, 14:19
'Karin Tzschentke aus Las Vegas'

nicht schlecht...
dieser web standard muss kohle haben.

Mathias Steinlaus
 
01
15.2.2012, 12:56
HPs Reise in die Wolke: Vom PC-Leader zum Server-Spezialisten

Ach, und wieso haben diese "Spezialisten" sich damals nicht SUN Microsystems gekauft???

DAS wäre dann eine Übernehme geworden, aber die haben lieber Oracle das Feld überlassen ... nicht ohne Grund hat sich auch IBM dafür sehr interessiert ...

chelene chirsch
10
15.2.2012, 18:43

was stört sie an proliant, integrity und non-stop ?

das problem liegt eher an den kleinen nebensächlichkeiten, etwa...

... lahmende itanium cpus
... unklare vms roadmap
... verärgerte enterprise-kunden, die sich keinen support in aserbaidschan antun wollen
... anderen verärgerten kunden, die alpha und tru64 eigentlich ganz gern hatten
... den anderen willigen, die keine blades wollen und diese auch nicht brauchen

usw. usf. - von der bestenfalls als komisch zu bezeichnenden strategie im storage-bereich ganz zu schweigen, bis heute ist kein transparentes failover zwischen rechenzentren möglich. nebst anderem...

Bonobo
01
21.2.2012, 03:21
schlimmer wie SUN oder IBM kann es auch nicht sein.

Obwohl mit den Outsourcing und Remote support Projekten aus Südamerika, Asien und den Oststaaten haben sich da alle nicht gerade mit Ruhm bekleckert.

chelene chirsch
00
28.2.2012, 13:09
haben sie da praktische erfahrungen ?

ich für meinen teil betreibe hier hp, ibm und ... naja, sagen wir mal "exoten" und "legacy"-hardware. am zuverlässigsten sind die "legacy", weswegen der verfall von vms etwa sehr schmerzt.

sowas haben ibm und sun/oracle ihren kunden noch nicht angetan, sage ich mal salopp.

und dann sind es kleinigkeiten: man kauft ein blade chassis mit itanium blades, hat ein integriertes dvd-laufwerk mitgezahlt, und muss über USB ein bootmedium einbinden. remote access at it's best, sage ich mal... beim marketing hört sich eben die wahrheit auf.

somit bleibt eigentlich aus einem interessanten mischkonzern ein kistenschieber mit intel-bezug, den man problemlos mit thomas-krenn oder dell ersetzen kann. und ja, ich mag hp eigentlich.

Kopernikuss
37
15.2.2012, 11:41

"Da mit Autos nicht mehr viel zu verdienen ist, setzt Volkswagen jetzt auf die Herstellung von Bremsbelägen".

BlackAdder
00
15.2.2012, 20:02

Die allerdings nur für fahrzeuge aus dem hause volkswagen passen ;-)

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