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15. Februar 2012, 11:02

"On a Bumpy Road": Der holprige Weg zur Zentralmatura - Diskutieren Sie mit!

Die AHS-Gewerkschaft lehnt die Verordnung zur Zentralmatura ab. "Der Entwurf wirft mehr Fragen auf, als er beantwortet", so die Gewerkschafter in einer Stellungnahme. Die vom Ministerium angestrebte Vergleichbarkeit zwischen den beiden Schularten sei "nicht einmal ansatzweise gegeben".

Zudem wird auch der österreichweite Klausurtermin kritisiert: "Im Sinne einer Gleichbehandlung" brauche es in Ost- und Westösterreich "zwei zentrale Klausurtermine, damit das Schuljahr in der letzten Schulstufe für alle Schüler gleich lang ist".

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Posting 1 bis 25 von 36
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ich habe 1984 in bayern mein "zentral"-abitur gemacht

warum das in bayern, damals ohne probleme organisierbar war und in österreich eine unüberwindliche hürde darstellen soll ist mir unbegreiflich

.....vielleicht liegt´s aber auch daran, daß bayern bei vergleichbarer größe nur einen bruchteil der anzahl beamten wie österreich hat?

Ich schlage vor, alle LehrerInnen in Österreich zu entlassen

und durch jene aus Politik, Wirtschaft und Medien zu ersetzen, welche ohnehin besser wissen, wie es geht.
Dann wird alles gut - vielleicht nicht in der Schule, aber in Politik und Wirtschaft sicherlich.
Allerdings: Wie lange werden es die betroffenen Personen schaffen, einmal tatsächlich arbeiten zu müssen?!

?????

Momentaner Stand:
Deutsch-Matura am PC mit Rechtschreibprüfung.
Deutsch-Matura handschriftlich OHNE Wörterbuch!

kommt ganz sicher:
1-2 Jahre nach der ersten Standardmatura kommt österreichweit der Numerus Clausus!!!!

Bin schon gespannt was am Ende herauskommen wird.

Tippe auf eine oesterreichische Loesung die es allen recht machen will aber am ende so schwamming ist, dass sich genau gar nichts aendert.

Wenn Lehrer und deren Fähigkeit zur Vermittlung des Lehrstoffes und der Lehrstoff ident sind, dann hat eine Zentralmatura Sinn, weil sie Vergleichbarkeit schafft.

Beim derzeitigen freien Setzen von Schwerpunkten innerhalb des "Solllehrplans" und unter der Berücksichtigung der Unvergleichbarkeit der Lehrer, fürchte ich eine Senkung des Niveaus einer Zentralmatura, weil da doch nur an einem angenommenen Minimalniveau vergleichen werden kann

Gegen die Zentralmatura an sich ist nichts zu sagen,nur gegen deren Vorbereitung und Zeitplan. Schüler der derzeitigen 6. Klassen sollten darauf vorbereitet werden und es gibt noch sehr viele Ungereimtheiten und Unklarheiten,fehlende Detailbestimmungen.So fährt man den Karren an die Wand.Besonders unfair ist,dass man hier mit den Karrierechancen eines geamten Jahrgangs spielt.Ich prognostiziere,dass die sogenannte "Vorwissenschaftliche Arbeit" auf breiter Front scheitern wird, da weder Lehrkräfte noch Schüler und auch nicht die Eltern darauf genügend vorbereitet sind und sie praktisch nicht finanziert ist.
Aber von oben herab lässt es sich ja leicht entscheiden, besonders wenn man dann die Maxime: "Alles wird bestens klappen" ausgibt.

ich bin

sehr dafür. nimmt die lehrer in die pflicht und schafft gerechtigkeit.

ALLES ist besser,

als den LehrerInnen ihre Macht zu lassen! Natürlich muss eine standardisierte Prüfung her, wenn die Matura was wert sein soll und es darf natürlich nicht der Willkür einzelner Lehrer unterliegen, was geprüft und wie benotet wird.

Und, meine liebe Gewerkschaft, auch jetzt gibt es bereits unterschiedliche Maturatermine, sodass die Unterrichtszeit in der 8. unterschiedlich lang ist. Das hat nichts mit der Zentralmatura zu tun, hat euch aber bis jetzt nicht gestört.

Was ist daran unmöglich, wenn man nur will?

In Bayern gibt es seit 40 (vierzig) Jahren eine Zentralmatura, aber in Österreich ist das natürlich unmöglich.

Warum ist das ist?

Weil es Transparenz schafft, Vergleichbarkeit, Leistungsbeurteilung u Bewertung von SchülerInnen und LEHRERINNEN.

Gerade Letztere sind sakrosankt und tragen einen gewerkschaftlich beschützten Heiligenschein. Womit wir wieder beim Ende jeglicher Weiterentwicklung angelangt sind, aber keine Sorge, das ist nicht der einzige Schaden den die Gewerkschaft anrichtet.

Die AHS-Gewerkschafter/innen haben nicht die Zentralmatura, sondern den Entwurf zu ihrer Durchführung abgelehnt, und zwar, weil er vor Fehlern, Ungereimtheiten und ausgemachten Blödsinnigkeiten strotzt!!!

Der Hauptvorwurf, der übrigens detailliert begründet und belegt wird, ist, dass im vorliegenden Entwurf Transparenz verhindert und Vergleichbarkeit unterlaufen wird.

Der Zug in Richtung teilzentrale Reifeprüfung ist abgefahren -- und kein Gewerkschafter äußert sich dagegen.

Eingefordert wurde lediglich, dass

1. die grundsätzlichen Vereinbarungen gehalten werden (etwa die, allen Schüler/innen die ganze Oberstufe Zeit zur Vorbereitung zu lassen und nicht unter 2 Jahre, wie derzeit geplant)

2. die Prüfung auch durchführbar ist. (Etliche der vorgeschlagenen Bestimmungen sind schlicht und einfach praxiswidrig.)

3. Lehrer/innen nicht als Sündenböcke für alle Fehler und Versäumnisse in Bifie und Ministerium herhalten müssen.

Derzeit ist folgender Prozess im Gange: Wo es das Gesetz auf Grund schwammiger Bestimmungen zulässt, werden sich die Lehrkräfte (verständlicherweise) aus der Verantwortung stehlen und Schülern und Eltern den schwarzen Peter für das Scheitern zuschieben.

Was Sie sich so alles aus den Fingern saugen!

Mir wäre es lieber, Sie würden die Kritik der AHS-Gewerkschaft hier und jetzt widerlegen.

beachten würde ich an dieser stelle aber, dass wir schüler nicht gefragt werden, sondern einfach "überrumpelt werden. weiters haben auch gar keine chance uns zu wehren, weil die 10% aller schüler die wählen dürfen, sind der politik herzlich egal

Ich kenne

die Leiden der SchülerInnen sehr gut, teils aus der eigenen Schulzeit und teils durch die Erfahrungen meiner 16jährigen Tochter.

Ich fürchte jedoch, daß der Satz "Das Leben ist fair und gerecht" auch auf ihrer Geburtsurkunde nicht vorkommt?

Ich versteh nicht, weshalb an jeder höheren Schule genau der gleiche Kenntnisstand gegeben sein muss. Es gibt so viele unterschiedliche Schwerpunktschulen und gewöhnlich besuchen Schüler die Schule, die für sie von der Richtung her interessant ist. Eine Einheitsmatura würde (wieder) Einheitsschulen nötig machen und das wär ungemein schade. Ich finde, jede (höhere) Schule sollte ihren individuellen Charakter behalten und weiterhin schwerpunktmäßigen Unterricht anbieten, womit allerdings die Vergleichbarkeit (speziell bei Sprachen und Mathematik) nicht gegeben sein kann - außer man einigt sich auf den gemeinsamen Nenner: auf das Mindestniveau...

Das Problem ist derzeit eher,

wie dieser einheitliche Kenntnisstand definiert werden soll.

(In Mathematik z. B. zeichnet sich ein völliges Chaos ab, da hier weder eine einheitliche Terminologie noch eine einheitliche Auswahl der Fachgebiete zustande gekommen ist.)

Das zweite große Problem sind die eklatanten Planungsfehler: Obwohl die betreffenden Schüler/innen bald die Hälfte der Oberstufe hinter sich gebracht haben werden, gibt es für einige Gegenstände noch immer keine klare Definition des Prüfungsstoffes.

In Deutsch dagegen hat man es sich leicht gemacht, indem die Fragestellungen an von Fremdsprachenprüfungen angeglichen wurden.

Stimmt, noch immer hört man, dass es für Etliches noch keine Bestimmungen gibt, oder schulautonome Entscheidungen getroffen werden sollen. Und diese schulautonomen Entscheidungen können mangels Erfahrungswerten gut oder auch furchtbar schlecht sein.

Sie können eigentlich nur eines nicht sein:

sachlich gerechtfertigt.

Da es die Bestimmungen, nach denen geprüft werden soll, noch nicht gibt, spielen wir derzeit heiteres Matura-Raten.

Schwachsinn

Aus drei Gründen: a) Das Niveau muss auf das Niveau der Schwächsten (z.B. ORG!) gesenkt werden, sonst Durchfallquote nahe 100%.
b) Kreativität in den Sprachfächern bleibt zugunsten der streamlined practical texts, die den jungen Menschen nur noch auf die ökonomische Bewährung hintrimmen, völlig auf der Strecke. (Seminarleiterinzitat: "Narrative texts können nicht objektiv in Prozenten beurteilt werden")
c) Der gestreamlinete Eurododel ist das Ziel. ("Europäische Vergleichbarkeit von Abschlüssen") Runter also auf das Englischniveau der meisten Spanier, Griechen etc. Kein Vorurteil. Bei vielen In- und Auslandsprojekten bzw. bei Schüleraustausch erlebt.

Stimmt!

Ich möchte noch ergänzen: Selbst wenn verschiedene Schulen jeweils eine gute Ausbildung anbieten, muss das Niveau bei einer einheitlichen Prüfung zurückgefahren werden. Immerhin gibt es (gerade in technischen Fächern, z.B. an HTLs) oft viele gleichwertige, aber doch verschiedene Ansätze für eine Aufgabe. Bei einer vereinheitlichten Prüfung muss man sich nun, der Fairness halber, auf den kleinsten gemeinsamen Nenner beschränken, d.h. auf den Stoff, den bestimmt alle durchgenommen haben. Und das heißt: man kann nicht so genau prüfen.

Sie haben es richtig erkannt. Wahrscheinlich war im Erarbeitungsteam keiner dabei, der in der Schule NICHT gefehlt hat, als der kleinste gemeinsame Nenner in Rechnen durchgenommen wurde. ;-(

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Genau - daher doppelt unterstrichen!

zentralmatura ist ungerecht ggüber schülerInnen!!!

Die / der SchülerIn kann nichts dafür, welcher Stoff in welchem Ausmaß auch immer durchgenommen wird - egal welches Fach. Hier kommen die SchülerInnen ungeküsst zum Handkuss!

Zentralmatura gut, aber so?

Ich beschäftige mich als Schülervertreter in letzter Zeit viel mit der Zentralmatura und gute Ansätze gibt es, aber wenn man die Verantwortlichen vom bm:ukk fragt und die selber keien Anworten auf viele Fragen haben, dann fühle ich mich als Schüler im Stich gelassen und frage mich, ob 2014 als Termin irgendeinen Sinn macht. Ich bin für: 1. Feldtestungen, 2. Auswertungen, 3. Verbesserung, 4. Terminfixierung wenn alles passt!

Sie haben jetzt hoffentlich verstanden, wie das System funktioniert

1. Das Ministerium war erfolgreich, wenn die Öffentlichkeit vermittels der Medien vom Erfolg überzeugt werden konnte.
2. Ob die Maßnahmen in der Praxis tatsächlich funktionieren, ist für Pkt. 1 irrelevant weil
a) der Misserfolg der Öffentlichkeit vermittels der Medien frühestens in der nächsten Regierungsperiode auffällt
b) im speziellen Fall der Schulen der Misserfolg sowieso an den Lehrergewerkschaftsbetonierern liegt.
3. Fragen an die Obrigkeit sollten niemals so präzise formuliert werden, dass sie zu den vorgefertigten Standard-Antworten aus den Hochglanz-Prospekten inkompatibel sind.

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