Associated Press verklagt Nachrichtenaggregator Meltwater

15. Februar 2012, 10:40
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Wie angekündigt, will AP ab 2012 digitalen Clipping-Diensten Content und Kunden nicht mehr kampflos überlassen

Die amerikanische Nachrichtenagentur AP hat vor einem New Yorker Gericht Klage wegen Schadensersatz und Unterlassung wegen Verletzung seiner Urheberrechte gegen den norwegischen Nachrichtenaggregator Meltwater eingebracht.

Der Vorwurf lautet, dass Meltwaters Hauptprodukt "Meltwater News" Schlagzeilen und Presseausschnitte an zahlende Kunden ausliefert, obwohl die Urheberrechte bei AP liegen. Zudem stellt der Online-Dienst Geschäftskunden eine Datenbank mit Nachrichten-Websites und Printmedien zu Recherchezwecken zur Verfügung. Wie AP in seiner Pressemitteilung verrrät, sind inzwischen wichtige Kunden wie die US-Heimatschutzbehörde von der Presseagentur zu dem Onlinedienst gewechselt und dagegen müsse angegangen werden, formuliert der scheidende AP-Geschäftsführer Tom Curley scharf: "Meltwater News ist ein parasitärer Vermittlungsdienst, der direkt mit traditionellen Nachrichtenquellen in Wettbewerb steht, ohne dabei Lizenzgebühren für die Deckung der Produktionskosten zu zahlen". Meltwater sieht in seiner Stellungnahme keinerlei Verfehlungen und sieht sich im rechtlich abgesicherten Umfeld der Suchmaschinenanbieter beheimatet.

Die rechtliche Initiative von AP ist in direkter Verbindung zu dem im August 2011 gegründeten Startup NewsRight zu sehen, dass es sich zu ersten Aufgabe gemacht hat, Aggregatoren zur Lizensierung ihrer Inhalte zu bewegen und ihre Geschäfte damit in einen legalen Rahmen zu betten. Die bevorstehende Verhandlung vor Gericht ist somit prädestiniert, ein weiteres Puzzlestück zur Definiton von Zitatrecht, Content Scraping und Urheberrecht im Internet beizusteuern. (red)

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