Leuchtturmprojekt

Kluge Ampeln optimieren Verkehrsfluss in Salzburg

15. Februar 2012, 07:08
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    foto: ap/axel heimken

    Mithilfe eines Softwareprogramms soll der gesamte Verkehr mit wenig Rotphasen und mit möglichst wenig Stehzeiten durch die Stadt kommen.

Möglichst wenig Stehzeiten für Öffis, Individualverkehr, Radfahrer und Fußgänger - Projekt "Share" wird statt in Graz in der Stadt Salzburg realisiert

Salzburg - Ein österreichweites Pilotprojekt zur optimalen Steuerung des Verkehrsflusses mit gleichzeitiger Schadstoffreduzierung startet Ende Juni in der Salzburger Innenstadt. Sieben Ampelanlagen werden mit einer Software aufgerüstet, die das Verkehrsaufkommen der öffentlichen Busse, Privatfahrzeuge, Radfahrer und Fußgänger über den zentralen Verkehrsrechner der Stadt miteinander abstimmt, so dass keiner benachteiligt wird und möglichst wenig Haltezeiten entstehen. Das zweijährige Forschungsprojekt "Share" soll zum Vorzeigeprojekt für andere Städte Mitteleuropas werden.

Der Projektname steht für "Salzburg Hybrid Advanced Road Efficiency" und bedeutet zugleich "teilen". "Share" soll den Verkehr intelligent regeln, alle Teilnehmer werden berücksichtigt. Das Steuerungsgerät der Verkehrsampel erkennt, wie hoch das Verkehrsaufkommen ist. "Der Kontroller errechnet die günstigste Ampelschaltung", erklärte der Projektleiter im Magistrat Salzburg, Wolfgang Weilbuchner. Der Mitarbeiter im Ressort von Baustadträtin Claudia Schmidt ist mit Martin Hauschild aus dem Ressort von Planungsstadtrat Johann Padutsch mit der Umsetzung des "Leuchtturmprojekts" beauftragt.

"Alle sind gleichberechtigt"

"Es handelt sich um ein Optimierungsverfahren, bei dem alle zum Zug kommen: Der Öffentliche Verkehr, der Individualverkehr, die Radfahrer und Fußgänger", fasste Hauschild zusammen. Alle Verkehrsteilnehmer seien gleichberechtigt, "die Verkehrslichtsignalanlagen gehen auf die verschiedenen Verkehrsströme ein", ergänzte die Baustadträtin. "Vielleicht kann man einmal so weit gehen, dass man auf die Busspuren verzichten kann."

Zur Realisierung des Projekts erhalten die sieben Ampeln bis zum Sommer eine neue Software und werden mit Infrarot- und Induktionsschleifen ausgestattet. Testgebiet ist die Innenstadt, vom Herbert von Karajan-Platz bis zur Nonntaler Brücke. In der ersten Projektphase werden der Öffentliche- und der Individual-Verkehr auf einander abgestimmt. Das adaptierte Steuerungssystem ist aufwendig: "Eine komplexe Lichtsignalanlage umfasst 120 Seiten Logik", veranschaulichte der Projektleiter.

Videokameras mit Ampeln vernetzt

Der gesamte Verkehr soll mit wenig Rotphasen und mit möglichst wenig Stehzeiten durch die Stadt kommen. Über die Nonntaler Brücke wälzen sich täglich bis zu 33.000 Fahrzeuge, Staus sind nahezu an der Tagesordnung. Weilbuchner: "Je flüssiger der Verkehr, desto geringer ist der Schadstoffausstoß".

In der zweiten Projektphase werden Videokameras mit den Ampelanlagen vernetzt. Anhand der aufgenommenen Umrisse erkennt das Steuerungssystem, wie viele Personen über die Straße wollen. Die intelligente Bildauswertung ermöglicht eine Verkürzung der Wartezeiten und bewirkt eine längere Grünphase, falls eine größere Gruppe die Kreuzung überqueren will. Immerhin bevölkern 14.159 Radfahrer und Fußgänger innerhalb von zwölf Stunden die Staatsbrücke, wie eine Zählung aus dem Jahr 2010 ergab. Die einzelnen Personen werden von den Kameras übrigens nicht erkennbar dargestellt.

Fehlende Personalressourcen in Graz

Das dritte Projektziel ist eine "taktische Fahrweise" der Öffis, um ein gleichmäßiges Rollen ohne erzwungenen Halt zu erreichen. Den Lenkern der Busse wird die optimale Fahrgeschwindigkeit signalisiert. Was die Staus bei Schlechtwetter im Sommer auf den Ein- und Ausfahrstraßen Salzburgs betrifft, müssten dann noch weitere Schritte in Richtung eines Verkehrsmanagement gesetzt werden, meinte Weilbuchner.

"Share" wurde von der Stadt Graz initiiert, als Projektentwickler wurde die Gevas Software mit Sitz in München ins Boot geholt und als fachlicher Beirat die Technische Universität Graz herangezogen. Doch das Projekt sei aufgrund nicht vorhandener Personalressourcen in Graz gescheitert, erzählten die zwei Mitarbeiter des Salzburger Magistrats. Deshalb wird es jetzt in Salzburg umgesetzt. Die Kosten für "Share" betragen 822.000 Euro, davon sicherte die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft FFG 461.000 Euro zu. Für die Infrastruktur, die technische Aufrüstung der Anlagen mit dem Softwareprogramm Epics und die Vernetzung mit dem Zentralrechner zahlen Stadt und Land Salzburg 150.000 Euro. Die restlichen Kosten übernehmen Gevas und Projektpartner. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 60
1 2
Maroš
00
16.2.2012, 09:08
Liebe Autofahrer und auch -innen...

... werdet euch bitte bewusst dass Ampeln für euch gebaut wurden. Je mehr MIV desto mehr Ampeln braucht man. Oder habt ihr schon irgendwo in einer Fußgängerzone oder bei einer Kreuzung von zwei Radwegen eine Ampel gesehen?

Also flächendeckend echtes Tempo 30 (oder sogar weniger in dicht besiedelten Gebiet, natürlich mit Ausnahmen für Durchzugstrassen) und mehr Schutzwege (und diese auch bitte respektieren) oder shared-space Lösungen und wir können uns 2/3 der Ampeln sparen.

Pylorus
00
16.2.2012, 08:49

120 Seiten Logik aufwendig? In unserer Branche würden wir uns freuen mit solchen Pausenfüllern auch noch Geld zu verdienen...

Steirerbub1
00
15.2.2012, 22:01
Fehlende Personalressourcen?

Das ich nicht lache! Wer die in Graz verantwortlichen Personen im Magistrat und der Stadtregierung kennt, kann sich leicht ausrechnen, dass denen ein flüssigerer Verkehr völlig gegen den politischen Strich geht, egal wieviel CO2 eingespart werden kann.
Und, womöglich würde sich herausstellen, daß ein flüssigerer Verkehr nicht nur weniger CO2 bedeutet, sondern auch weder mehr Verkehr, noch mehr Feinstaub. Und da sei Gott vor!

Radio Eriwan
00
15.2.2012, 20:48
Flüssiger Verkehr.

Je mehr Autos, desto grün.

Wurli63
12
15.2.2012, 19:38
"Shared Space"

...um den Preis des völlig überflüssigen "Shared Space"-Projektes am Sonnfelsplatz in Graz hätten wir dem Bericht zufolge locker diese Verkehrsflußoptimierung kaufen können-aber Frau Rücker staut ja lieber den Individualverkehr und freut sich über die Feinstaubwerte. Bravo!

galiontariaho
00
16.2.2012, 08:34
zur info bezüglich "preis"

die kosten für den umbau des sonnfelsplatzes in graz waren deshalb dermaßen hoch, weil dabei auch alle nötigen unterirdischen renovierungsarbeiten durchgeführt werden. diese kosten 1:1 auf das mittelerweile anerkannte shared spaces-projekt zu schieben wär dann doch auch etwas verwegen.

Schnick
01
15.2.2012, 18:26
Und Dumme Ampeln pessimieren Verkehrsfluss in Wien ...

Marlon62
00
16.2.2012, 06:42
Ansichtssache

Wenn dadurch Autofahrer dazu bewogen werden können, die Kraxn stehen zu lassen und auf Öffi und/oder Rad umzusteigen, kann man das durchaus auch als klug bewerten.

Kawinga
02
15.2.2012, 17:21
ghare

hätt sich sowieso unschön angehört.

HornToBeWild
00
15.2.2012, 17:11

Salzburg zahlt halt mehr als Graz

SagServus
00
15.2.2012, 18:21

Graz wollte es nicht...

verleih nix
00
15.2.2012, 16:43
ich hätte ein softwareupdate für etwa 1000 wiener ampeln

nach dem update zeigen sie dann für 2 sek gelbes licht, dann bleiben sie 2sek finster. die zeitersparnis für alle betroffenen wäre enorm.

r_2_d_2
22
15.2.2012, 15:11

will man wirklich stehzeiten verringern? echt?

was ist zb mit den stehzeiten bei der verkehrsinsel hinterm bus? hat nicht so ein vogel vor vielen jahren einmal gesagt, die autofahrer sollen ruhig im stau stehen und die lust am autofahren verlieren?

unterwegs in Österreich
00
16.2.2012, 12:08
Die Inseln neben den Bushaltestellen haben ihren Sinn

Der Bus würde im Stau immer weiter nach hinten fallen, weil bei jeder Haltestelle ca. 100 m Blech mit 20 Personen den Stau vor dem Bus verlängerten, der in 12 m Blech immerhin 50 Fahrgästen befördert.

In der Stadt gehört der öffentliche Verkehr bedingungslos bevorrangt. Schließlich verlieren mehr Leute mehr Zeit in Straßenbahn und Bus, weil sich Autos stauen, als die Autofahrer selbst im Stau.

M L3
00
15.2.2012, 22:35
Leider ist das offensichtlich die Philosophie der Planung bei den Wiener Öffentlichen Verkehrsbehinderungsmitteln

Und mit den Grünen als Verkehrsstadtrat hat man dann vollends den Bock zum Gärtner gemacht.

prusiner
00
15.2.2012, 15:02
nachdem

die div. letzten Umbauten (wochenlanges Chaos in der Münchner Bundesstraße letztes Jahr; Desaster am Rudolfskai, Kreisverkehr Lengfelden, Busspur Nonntaler-Hauptstraße ..) nicht von allzugroßer Intelligenz geleitet wurden, mag ich fast nicht zu hoffen wagen

BraS
 
14
15.2.2012, 14:35
Alle Verkehrsteilnehmer seien gleichberechtigt?

Heißt dass, jeder einzelne Busfahrgast bekommt gleich viel Anteil an der Grünzeit, wie jeder Autoinsasse und jeder einzelne Fußgänger?

Dann wäre das endlich einmal ein faires System im Stadtverkehr - allein, ich glaub nicht so recht daran.

audrey187
00
15.2.2012, 14:32
Ich habe mir gerade gedacht...

audrey187
00
16.2.2012, 08:48
tja, das passiert, wenn das im zug verfasste posting "auf der strecke" bleibt.

Marlon62
00
16.2.2012, 11:23
Jetzt sind Ihre Gedanken

aber immer noch auf der Strecke geblieben.

:-))

Marlon62
00
16.2.2012, 06:43
...aha, also wieder mal nichts.

:-)))

Irma la Douce
00
15.2.2012, 16:11
Ja und ich find 's

Schwingschnelle
00
15.2.2012, 14:30

wer heit no mit´n Auto foart...
http://www.youtube.com/watch?v=OT28fmOxYEg

elDiez
01
15.2.2012, 14:18
Öffentlichen Verkehr ausbauen ...

Die Topografie der Stadt Salzburg erfordert einfach den großflächige Ausbau des Öffentlichen Verkehrs. Da wird man nicht drum rum kommen.
Wartezeiten / Verspätungen / Netzausbau / Preise - das alles macht de Öffis nicht besonders attraktiv.

Die Wiedereinführung von Straßenbahnen würde mehr "Respekt" gegenüber dem Öffentlichen Verkehr bringen.
Weil: Da fährt die Bim drüber.

prusiner
01
15.2.2012, 15:05

das greift zu kurz;

Beispiel: Kreuzung in Maxglan / Hans Schmidt Platz;

vor einiger Zeit hat es da baustellenbedingt keine Ampelregelung gegeben; kein Stau kein Ärger .. jetzt ist sie glücklicherweise wieder ampelgeregelt, und die Stau ist wieder da.

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