Vienna Capitals im Playoff

14. Februar 2012, 21:45
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Zweistelliger Erfolg gegen Jesenice im letzten Spiel der Qualifikations­runde garantiert Teilnahme an k.o.-Runde, Gegner: Linz - Auch Znojmo weiter - VSV und 99ers out

Wien - Die Vienna Capitals haben sich in quasi letzter Minute ihre Saison gerettet. Die Wiener deklassierten am Dienstag zum Abschluss der Zwischenrunde der Erste Bank Eishockey Liga (EBEL) Jesenice mit 11:3 und schafften damit doch noch den Aufstieg ins Viertelfinale. Neben den Caps durfte auch das am Dienstag spielfreie Znojmo feiern. Da die Graz 99ers in Villach mit 1:3 verloren, sind auch die Tschechen weiter, während für die Grazer und den VSV die Saison schon zu Ende ist.

Damit gibt es im Viertelfinale (best of seven) ab Sonntag zwei Österreicher-Duelle und zwei Paarungen ohne rot-weiß-rote Clubs. Die Black Wings Linz, des beste Team des Grunddurchgangs, trifft auf die Vienna Capitals, Titelverteidiger Red Bull Salzburg bekommt es mit Rekordmeister KAC zu tun. Die weiteren Paarungen: Medvescak Zagreb - HC Znojmo, Fehervar - Olimpija Ljubljana.

VSV und 99ers gescheitert

Der Krimi in der Qualifikationsrunde war nichts für schwache Nerven. Zunächst war Graz dank einer 1:0-Führung auf bestem Weg in die Runde der besten acht Teams, doch der VSV drehte das Spiel. Zu Feiern gab es für die Villacher und ihre 4.235 Fans in der Stadthalle aber nichts, weil Schützenhilfe von Jesenice ausblieb. Der VSV hat damit erstmals seit 1987 das Play-off verpasst. Die Grazer hatten den Aufstieg selbst in der Hand, konnten diese große Chance aber nicht nützen.

Die Capitals brauchten einen Sieg und ein passendes Resultat aus dem Parallelspiel. Nach einem furiosen ersten Drittel mit acht Treffern (5:3) und einem torlosen zweiten machten die Wiener im Schlussabschnitt alles klar. 5.200 Zuschauer feierten in Kagran das Schützenfest und den Aufstieg.

Tommy Samuelsson, Cheftrainer der Capitals, zeigte sich entsprechend zufrieden. "Ich bin überglücklich und sehr froh, dass wir heute endlich einmal unser Potenzial ausschöpfen konnten. Die Erleichterung ist natürlich riesengroß, und es hat sich bestätigt - man darf die Hoffnung nie aufgeben! Jetzt ist in den Playoffs alles möglich, wir sind die Underdogs, aber die anderen müssen uns erst einmal schlagen", sagte der Schwede.

Caps-Generalmanager Franz Kalla sieht die Situation ähnlich. "Die Saison beginnt nun von neuem, alle acht Vereine haben das Ziel, Meister zu werden. Ich bin natürlich erleichtert, dass wir unser Minimalziel letztendlich geschafft haben. Linz ist Favorit, sie waren die überlegene Mannschaft in dieser Saison, trotzdem bin ich überzeugt, dass das Team alles geben wird, um dagegen zu halten", meinte Kalla.

Kurioser Bullen-Sieg

Salzburg gewann gegen Ljubljana mit 7:6 nach Penaltyschießen und trifft nun im Viertelfinale auf den KAC. Die Bullen sind dabei zu einem kuriosen Sieg gekommen. Es hatte den Anschein, dass die Slowenen das Match am Ende absichtlich verloren, um dem KAC im Viertelfinale auszuweichen. Ersatzgoalie Matija Pintaric fuhr im Penaltyschießen nämlich zweimal aus dem Tor und ermöglichte damit sowohl Robert Earl als auch Brent Aubin Treffer ins leere Gehäuse. Ziga Pance hatte die Slowenen zuvor im Shootout 1:0 in Führung gebracht.

Salzburg sprach in einer Presseaussendung daher von einem "geschenkten Penalty-Schießen - unsportlicher geht's nicht". Der Klub teilte mit, dass sich slowenische Spieler bei der Verabschiedung dafür sogar entschuldigt hätten. Die Liga hat den Sachverhalt am Mittwoch an den dafür zuständigen Strafsenat übermittelt, der das Verhalten überprüfen wird, sagte Liga-Manager Christian Feichtinger. Laibach ist dank der Niederlage einem Viertelfinalduell mit Salzburg aus dem Weg gegangen. 

KAC-B in Linz erfolgreich

Im ersten Spiel unter Christian Weber, der Manny Viveiros als Trainer nachgefolgt ist, feierte der KAC bei den Black Wings Linz einen 3:2-Sieg. Zagreb verlor zu Hause gegen Fehervar mit 3:4, geht aber als Tabellenzweiter vor den Ungarn ins Viertelfinale.

Für den KAC und die Capitals bietet sich nun die Chance auf eine Revanche für die Playoff-Niederlagen 2010. Der KAC war vor zwei Jahren im Viertelfinale gegen Salzburg durch eine 2:4-Niederlage in der entscheidenden siebenten Partie ausgeschieden. Die Capitals waren im Halbfinale gegen die Black Wings nach einem historischen Comeback der Linzer gescheitert. Die Caps hatten in der Serie schon mit 3:0 Siegen geführt und mussten sich doch noch geschlagen geben.(APA)

Qualifikationsrunde (10. und letzte Runde):

UPC Vienna Capitals - HK Acroni Jesenice 11:3 (5:3,0:0,6:0). Wien, Eissportzentrum Kagran, 5200, SR Gebei/Kincses. Tore: Seidl (2.), Holst (5.), Ferland (11./PP), Gratton (11., 42./PP, 51.), Insana (14./PP), Oraze (42.), Pinter (46.), A. Lakos (48.), Fischer (59.). bzw. Manfreda (4.), Bendik (10./SH), Bercic (12.). Strafminuten: 11 plus Spieldauerdisziplinarstrafe Holst bzw. 16.

VSV - Graz 99ers 3:1 (1:1,0:0,2:0). Villach, 4.235, SR Aicher/Hascher. Tore: Damon (18./PP), Unterluggauer (46.), Bacher (49.) bzw. Ganahl (13.). Strafminuten: 18 bzw. 20.

Platzierungsrunde:

Black Wings Linz - KAC 2:3 (0:0,2:1,0:2). Linzer Eishalle, 3.650, SR Trilar/Veit. Tore: Baumgartner (31.), Keller (37.) bzw. Schumnig (27.), Meinhardt (43.), Siklenka (57.). Strafminuten: 4 bzw. 8

Red Bull Salzburg - Olimpija Ljubljana 7:6 n.P. (1:3,3:1,2:2;0:0,1:0). Salzburg, Eisarena Volksgarten, 2.290 Zuschauer, SR Kellner/Smetana. Tore: Abid (4.), Raffl (29., 53.), Lynch (33.), Trattnig (37.), Aubin (49., entscheidender Penalty) bzw. Z. Pance (2., 13.), Taylor (6.), E. Pance (36./PP), Sachl (43.), Hughes (50.). Strafminuten: 8 bzw. 10 gegen Hughes

Medvescak Zagreb - Fehervar 3:4 (1:2,0:2,2:0)

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