Sparpaket und Gesundheit

Einigung bei Steuerung und Finanzierung

14. Februar 2012, 20:29

Laut Stöger und Schelling - Auch Einsparungsvorgaben liegen auf dem Tisch

Wien - Entgegen den Erwartungen sind die Bemühungen um eine Gesundheitsreform am Dienstag einen Schritt weitergekommen. Bei einem Treffen der sechsköpfigen Steuerungsgruppe im Gesundheitsministerium einigten sich Vertreter von Bund, Ländern und Sozialversicherung zumindest in Grundzügen auf eine gemeinsame Planung, Steuerung und Finanzverantwortung des Gesundheitssystems. Auch die Sparvorgaben für Sozialversicherung und Länder bis 2016 wurden festgelegt.

Die gute Nachricht verkündeten nach der Sitzung Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ), Hauptverbands-Chef Hans Jörg Schelling und die Wiener Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (S). Seitens der ÖVP stellte sich niemand den Medien. Finanzministerin Maria Fekter verließ die Sitzung kommentarlos, und Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer verließ das Ministerium über einen anderen Ausgang. Zuvor - lange vor Sitzungsende - hatte er via "Kurier"-Abendausgabe wissen lassen, dass es "keine Einigung" gebe. "Ich kann nicht abschließen, ohne zuvor die Landeshauptleute-Konferenz damit zu befassen."

Stöger zeigte sich dagegen optimistisch, gestand aber ein, dass bis zum Beschluss der gewünschten Bund-Länder-Vereinbarung noch ein weiter Weg zurückzulegen sei. Mit Verständigung auf das Zielsteuerungsmodell sei "sehr, sehr viel" erreicht worden, vor allem, weil es auch Ausgabenobergrenzen beim Nichteinhalten der Vorgaben geben soll. (APA)

Kommentar posten
13 Postings
Anaxagoras
00
17.2.2012, 16:15
In einem deutschen Provinzkrankenhaus bestehen die.....

Assistensärzte komplett aus Österreichern.

videoopa
00
17.2.2012, 06:04
Retten wir den Euro.....??????

http://vimeo.com/36929099

ergo virens sum
00
15.2.2012, 11:28
Sparvorgaben für die Sozialversicherungen?

Hoffentlich nicht am Buckel des ärztlichen Personals und der Patienten!

AltFreak
02
14.2.2012, 20:40

Ich habe in den letzten 15 Tagen 13 Tage im Spital gearbeitet und dabei 7 Menschen und deren Angehörige beim Sterben begleitet. Der Spitalsträger hat im Vorfeld der Gehaltsverhandlungen festgelegt, daß meine Gehaltserhöhung 1% unter dem Beamtenlohnabschluß liegt, also nicht einmal die Inflation abdeckt. Heute habe ich erfahren, daß das Budget für Supervision und Coaching drastisch beschnitten wird, mit den psychischen Belastungen wird man ja wohl noch selber fertigwerden.... Weil`s Stunden sparen hilft, habe ich nächsten Monat 3 Dienste, die jeweils 2,5 Stunden dauern, bin also als 40-Stunden-Kraft wieder fast jeden Tag in der Arbeit.
Das öffentliche Gesundheitssystem wird bald auf meine Qualifikationen verzichten müssen. Es reicht..

ergo virens sum
00
15.2.2012, 11:31

Bedauerliche, aber notwenige Entscheidung wenn Sie auf Ihren Selbstwert achten wollen!

supahfly
00
15.2.2012, 11:15
time to say good bye

Lieber altfreak!

die illusion menschenwürdiger pflege ist dieser tage auch bei mir endgültig zerbröselt. wer würde selber unter den heutigen bedingungen gepflegt werden wollen? die pflege funktioniert größtenteils nur mehr über selbstausbeutung bis zur erschöpfung.

die situation der pflege scheint ein abbild der zeit. schöne reden, große ideen, in der praxis nur das notwendige minimum.welcher andere beruf schädigt körper und seele innerhalb von 5 - 10 jahren so nachhaltig?ich rede jetzt von de facto realität, nicht theoretischen möglichkeiten.ich weiss nicht, wie diverse statistiken berechnet werden. beruflich pflegende werden aus erfahrung bestätigen, dass sie kaum kollegen haben, denen der beruf nicht gesundheitlichen schaden zufügt.

sonne-licht
 
20
15.2.2012, 10:34
also sie sind neidig

weils soviel arbeiten dürfen und nicht gestorben sind und ihrer meinung nach sie zuwenig finanzielle anerkennung für ihre arbeit bekommen!

da fragens mal die verstorbenen angehörigen, obs auch solche probleme haben?

nur immer auf die finanzielle anerkennung zu pochen ist zuwenig um ein sinnvolles ausgewogenes gesundheits- und finanzierungsprogramm zu gewährleisten!

den wert eine arbeit haben zu dürfen, sollte ihr augenmerk sein nicht ihre geldabsichten!

jeder redet nur immer wie arm er ist, weil er arbeiten darf! denen würde ich wünschen das arbeitslos werden um zu sehen, wie froh das sein können, dass nicht arbeitslos sind!

Jehane
00
15.2.2012, 12:42

Geh bitte, wieso wird gerade bei Mitgliedern von Gesundheitsberufen eigentlich immer erwartet, dass die das Geld hintanstellen? Wissen Sie überhaupt, was es für ein unglaublicher Aufwand ist, jemanden zu pflegen, was diese Leute rund um die Uhr leisten? Das gehört entsprechend honoriert, wenn man will, dass auch weiterhin Menschen in diesem Bereich arbeiten und sich das antun. Ich finde diese Herangehensweise unglaublich zynisch - "Sei froh, dass du arbeiten darfst, ist doch wurscht, wenn du unterbezahlt und ausgebeutet wirst". Arbeiten Sie umsonst, stellen Sie Ihre Arbeitsleistung gratis zur Verfügung? Oder wollen Sie, wie jeder Mensch, ein halbwegs vernünftiges Einkommen und einen gewissen Lebensstandard?

hot doc
00
15.2.2012, 12:38

bitte ironie-tag setzen!

ergo virens sum
00
15.2.2012, 11:38
Gegenfage: eine Sache der Moral

Was ist dem Staat die ordentliche Pflege seiner Schutzbefohlenen eigentlich wert?
Ist es nicht im höchsten Mass unmoralisch, dass der Generaldirektor einer Bank 100 000 € pro Monat verdient dagegen Pflegekräfte oder auch Kindergärtner, die unser soziales System mittragen, nur einen Bruchteil dessen?

Jehane
00
15.2.2012, 12:44

Da schlägt halt die völlig verblödete und zynische Einstellung durch, dass Menschen, die im Gesundheitswesen arbeiten, das gefälligst aus idealistischen Gründen tun und auf angemessene Bezahlung verzichten sollen, weil der Dank der Gesellschaft eh Lohn genug ist.

AltFreak
00
14.2.2012, 20:45

Sorry, als ich den Kommentar schrieb, stand da noch ein anderer Artikel...

hot doc
00
15.2.2012, 12:39

ändert aber nichts an der richtigkeit ihres postings.

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