Eine Art "Valentinstagsgeschenk"

14. Februar 2012, 19:32
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Nationalstiftung vergibt 45,1 Millionen an die heimische Forschung

Es kam nicht ganz so schlimm wie erwartet: Die Nationalstiftung für Forschung, Technologie und Entwicklung wird heuer 45,1 Mio. Euro ausschütten. Brancheninsider sind vor einigen Wochen noch von nicht einmal 20 Mio. ausgegangen. Der Einbruch ist dennoch deutlich: In den Jahren 2010 und 2011 hat die Stiftung jeweils rund 75 Mio. Euro ausgeschüttet. Das Minus von 30 Mio. Euro begründete man seitens der Stiftung mit der Entwicklung der Kapitalmärkte.

Der Forschungsrat ist in seiner Empfehlung über die Verteilung der Mittel noch von 55 Mio. Euro ausgegangen. "Zur Bedeckung der Differenz" will die Stiftung weitere Anstrengungen unternehmen. Von den 45,1 Mio. Euro gehen 16,5 Mio. Euro (2011: 27,5 Mio. Euro) an die Forschungsförderungsgesellschaft FFG, 12 Mio. Euro (2011: 19,4) an den Wissenschaftsfonds FWF, acht Mio. Euro (2011: 13,8) an die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW), 4,1 Mio. Euro (2011: 4,8) an die Ludwig-Boltzmann-Gesellschaft (LBG) und 4,5 Mio. Euro (4,5) an die Christian-Doppler-Forschungsgesellschaft (CDG). Die Austria Wirtschaftsservice (aws), die im Vorjahr fünf Mio. Euro für eine Venture-Capital-Initiative aus der Stiftung erhalten hat, geht leer aus.

Die Nationalstiftung war 2003 gegründet worden, um "langfristig verwertbare Forschungsmaßnahmen" zu fördern. Dafür sollten jährlich 125 Mio. Euro ausgeschüttet werden, wobei 75 Mio. Euro von der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) und 50 Mio. Euro aus dem ERP-Fonds kommen sollten - aus Zinserträgen der beiden Einrichtungen. Diese Summen wurden in den ersten Jahren erreicht, doch seit 2007 verläuft der Trend nach unten. 2009 wurde mit 37 Mio. Euro der Tiefststand erreicht.

Im FWF sprach Geschäftsführerin Dorothea Sturn von einem "Valentinstagsgeschenk". Man sei von der Dotation positiv überrascht angesichts anderslautender Signale. In der FFG bedauert man, dass das Volumen geringer sei als in den ersten Jahren, begrüßt aber die Entscheidung. "Diese Mittel sind notwendig, um wichtige Förderungen weiterführen zu können", sagten die Geschäftsführer Henrietta Egerth und Klaus Pseiner. Gemeint sind das Programm Bridge, das den Wissenstransfer der Wissenschaft zur Wirtschaft fördert, und das Headquarter-Programm zur Sicherung des Forschungsstandorts. (APA, red)

  • FFG-Geschäftsführerin Henrietta Egerth: Die Agentur erhält elf Millionen weniger 
als 2011.
    foto: standard/corn

    FFG-Geschäftsführerin Henrietta Egerth: Die Agentur erhält elf Millionen weniger als 2011.

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