Namensstreit

Apple droht Verkaufsverbot für iPads in China

14. Februar 2012, 18:41

Firma Proview strebt Handelsverbot in Volksrepublik an

Apple droht ein Exportverbot für seine in China hergestellten iPads. Wenige Wochen vor der voraussichtlichen Vorstellung eines neuen Modells des weltweit beliebten Tabletcomputers bemüht sich eine chinesische Technologiefirma, die die Rechte an dem Markennamen "iPad" beansprucht, um ein Handelsverbot in der Volksrepublik. Ein Antrag auf Unterbindung der Ein- und Auslieferungen sei beim chinesischen Zoll eingereicht worden, teilte der Anwalt des Unternehmens Proview Technology am Dienstag mit. Sollte Proview erfolgreich sein, wäre dies ein gewaltiger Schlag für Apple. Die Amerikaner stellen einen Großteil ihrer iPads, iPhones, iPods und Computer in China her, zudem wird der boomende Absatzmarkt in der Volksrepublik für den Konzern immer wichtiger.

Rechtsstreit

Der Rechtsstreit zieht sich seit einiger Zeit hin. Medienberichten zufolge haben chinesische Behörden in einigen Städten bereits Händler angewiesen, den Verkauf von iPads zu stoppen. Apple weist den Vorwurf zurück, gegen Markenrechte zu verstoßen. Eine Sprecherin erklärte, die weltweiten Rechte für die Nutzung der Marke seien Proview vor Jahren abgekauft worden. Der Konzern aus Shenzhen weigere sich jedoch, dies für China zu akzeptieren. Ein Hongkonger Gericht habe sich auf die Seite des US-Konzerns gestellt. Ein Gericht in Shenzhen, wo Proview seinen Sitz hat, entschied Ende des Jahres jedoch zu Gunsten der Technologiefirma und erklärte, Proview besitze die Rechte an der iPad-Marke. Apple ging in Berufung. Die abschließende Verhandlung vor dem Obersten Gericht von Guandong ist für den 29. Februar angesetzt.

"Apple ist absolut in keiner guten Position"

Die Möglichkeiten von Apple sind begrenzt. Fachleuten zufolge kann das Unternehmen einen Vergleich schließen, vor einem höheren Gericht in Berufung gehen oder die Folgen auf Im- und Exporte in China akzeptieren. "Apple ist absolut in keiner guten Position", fasste Professor Stan Abrams zusammen. Einen Vergleich halten viele Experten für wahrscheinlich. Demnach würde Apple Proview eine Kompensationszahlung für die Nutzung des Namens iPad in China leisten. Apple wäre nach Ansicht der Experten auch das einzige Unternehmen, an welches Proview den Namen verkaufen könne. Proview wie auch die Zollbehörden waren für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

In mehreren Fällen vor Gericht

Apple steht derzeit in mehreren Fällen vor Gericht. Meist geht es dabei um Patentstreitigkeiten - beispielsweise mit Samsung Electronics. Zuletzt wies das Landgericht Düsseldorf einen Eilantrag Apples ab, den Vertrieb des Samsung Tablets 10.1 N in der Bundesrepublik und Europa zu untersagen. Apple hat mit dem iPad den eingeschlafenen Markt für Tabletcomputer aufgemischt. Seither fand das Maßstäbe setzende Gerät der Amerikaner viele Nachahmer. Apple will nun offenbar mit einer neuen Version seine Marktstärke untermauern. Einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge stellt der Konzern in der ersten Märzwoche ein iPad-Modell vor, dass über den Turbo-Datenstandard 4G verfügt. Demnach arbeitet Apple auch daran, eine kleinere iPad-Version auf den Markt zu bringen. (APA/Reuters)

Kommentar posten
16 Postings
cupertino
00
15.2.2012, 13:43
ipads werden bald auch in brasilien gefertigt

McErer
00
15.2.2012, 11:38

roflmao...
Die Ein- UND AUSFUHR aus China unterbinden? Dann werden die Obstsachen wohl in Zukunft in Billiglohnländern wie den USvonA gefertigt ;-)
Könnte ein Aus für den Massenmarkt bedeuten...

bauz007
00
15.2.2012, 08:54

könnte apple während eines rechtsstreits die firma kaufen? nicht finanziell gesehen, sondern rechtlich :) weiß das jemand?

STiAT
00
15.2.2012, 10:25

Könnte, wenn die Inhaber der anderen Firma diese verkaufen wollten ;-). Also eher nicht.

[(x+y)]
00
15.2.2012, 06:21

proview technology ist eine taiwanische firma.

Shang Hai
00
15.2.2012, 04:09
import/export

seit wann gibt es in china patent rechte?

William Archimedes
 
00
15.2.2012, 09:18
Seit Kürze

Bei Patenten hat China uns schon längst überholt. China weist der größte Zuwachs in Patenten weltweit. Etliche Unis in China sind unter den Top 50. Unsere Beste Uni befindet sich unter den Top 200. Sie leben noch hinter Jupiter.

Dominic mit C
90
14.2.2012, 19:59
Apple könnte es sich locker leisten

Wenn Apple jetzt den Spies umdreht und das iPad selber vom chinesischen Markt zurückzieht. (am besten Außergerichtlich) "Wenn ihr es nicht wollt dann nehmt halt was anderes" Ein wenig wie stille Gewalt
Aber leider würde der Zug den ganzen Aktionären nicht gefallen

know your enemy
00
15.2.2012, 12:52
sinnerfassend lesen und so... sie bestätigen mal wieder die PISA studie

die iPads SIND in china, weil sie dort zu menschenunwürdigen bedingungen gebaut werden.

jetzt stellen sie sich mal vor, apple bekommt seine iPads nicht aus dem land raus?

dann gibts gar keinen verkauf mehr.

ich weiß, ich weiß... apple ist toll und allmächtig.
aber ich verrat ihnen mal was: ohne produktverkauf tut sich eine firma die vom produktverkauf lebt recht schwer.
auch apple

aceFruchtsaft
11
15.2.2012, 00:44

Vielleicht kannst du dir ein Leben ohne Apple-Produkte nicht vorstellen -- die anderen kaufen halt Samsung.

Collective Image
11
15.2.2012, 07:25
Ach Fruchtsafterl,

und mit dem Kauf von Samsung-Produkten macht man dann die Welt zu einem besseren Ort, stimmt's? Leider nein, Samsung ist ein skrupelloser Konzern, der in Korruptionsskandale verwickelt ist und auch massiv in Militärtechnologie investiert ...

know your enemy
00
15.2.2012, 12:51
wo genau, lesens denn raus, dass samsung besser sein soll?

die welt ist nicht schwarz/weiß, auch wenn die apple jünger sie oft so sehen ;-)

Collective Image
00
16.2.2012, 08:15
Ich kenne die Postings der Vitaminbombe

und weiß, wie sehr seine Welt s/w ist, im Gegensatz zu meiner. Ich finde es nur immer wieder unglaublich scheinheilig und dumm, wenn Android-Fans sich mit ihrer Plastikgurke als Weltverbesserer vorkommen, irgendwas über "Freiheit" labern und gleichzeitig einen Konzern unterstützen, der von Korruption lebt, Kampfroboter und Selbstschussanlagen entwickelt etc.

know your enemy
00
16.2.2012, 08:29
da haben sie völlig recht, das ist auch scheinheilig und dumm

wenn man sich als weltverbesserer vorkommt.

aber nur weil man ein samsung handy hat, ist man nicht scheinheilig, wenn man apple für seine praktiken kritisiert.
genausowenig wie man scheinheilig ist, wenn man als apple kunde samsung für seine praktiken kritisiert.

was ich allerdings nicht verstehe, ist die verknüpfung von android uns samsung... schließlich ist das eine ein OS und das anderen ein gerät von zwei unterschiedlichen herstellern.

wobei man natürlich wieder dazusagen muss, das man in jedem fall scheinheilig und dumm agiert wenn man sich als weltverbesserer darstellt.
egal ob android, samsung, apple, nokia, blackberry, windows oder ja natürlich :-)

Collective Image
00
16.2.2012, 09:25
Da sind wir einer Meinung ...

Samsung war eher als Beispiel gedacht, weil deren Android-Handys eben besonders populär sind. Ich hab selbst ein iphone, bin aber nicht der Meinung, dadurch die Welt verbessert zu haben. Elektronik einzukaufen, bedeutet heute bei allen Herstellern, in Kauf zu nehmen, dass ungerechte und ökologisch bedenkliche Praktiken unterstützt werden. Ich hoffe, dass Apple sich mehr engagiert in Zukunft, die ersten Schritte sind gemacht ...

Mr. T himself
02
14.2.2012, 20:33
lol

artikel offenbar absolut nicht verstanden. apple PRODUZIERT in china.. sie können den chinesischen markt nicht ignorieren, weil laut dem (eventuell kommenden) gerichtsurteil ihnen der export AUS china verweigert wird. d.h. sie haben dann millionen ipads die in china lagern und nicht raus dürfen.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.