Salzburg

Streit um Kapuzinerberg: Wohnpark oder Tunnel

Thomas Neuhold, 14. Februar 2012, 18:34
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    foto: storch, ehlers & partner

    Die Projektstudie zeigt den Wohnbau, der statt der Südeinfahrt in den Tunnel durch den Salzburger Kapuzinerberg geplant ist.

Landeshauptfrau Burgstaller moderiert Debatte - ÖVP fordert verkehrspolitisches Zukunftsprojekt, dessen Ursprung im 19. Jahrhundert liegt

Salzburg - Der Dauerdisput um den Kapuzinerbergtunnel wird nun endgültig zur Chefinnensache. Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SPÖ) hat für 24. Februar die Streitparteien von Stadt und Land zu einem runden Tisch geladen. Ihr Ziel: die Debatte um das Loch durch den zweiten Salzburger Stadtberg, wenn schon nicht zu beenden, so doch wenigstens in einigermaßen rationale Bahnen zu lenken.

Die Causa ist einigermaßen grotesk: Obwohl in den nächsten Jahrzehnten kaum Geld für den knapp 800 Meter langen Straßentunnel vom Norden in den Süden der Landeshauptstadt aufzutreiben sein wird, beherrscht das Thema seit Monaten die verkehrspolitische Diskussion in Salzburg. Auslöser der Debatte war ein Beschluss von SPÖ, Bürgerliste und FPÖ im Gemeinderat das Areal für das südseitige Tunnelportal für ein Wohnbauprojekt freizugeben.

Der Architektenwettbewerb ist inzwischen entschieden. Kommen die neuen Wohnungen, wäre das auf das 19.Jahrhundert zurückgehende Tunnelprojekt auf ewig versenkt.

WK und ÖVP sehen Zukunftsprojekt

Dagegen laufen Wirtschaftskammer (WK) und ÖVP seit Monaten Sturm. Sie sehen den Straßentunnel als verkehrspolitisches Zukunftsprojekt und argumentieren in einer breitangelegten Kampagne mit Entlastungseffekten für ganze Stadtteile am Randes des Kapuzinerberges. Wie vom Standard berichtet, wurden für die Kampagne gegen die Mehrheitsmeinung im Stadtparlament von der WK über Umwege sogar Mittel der Stadt selbst verwendet.

Um die Verbauung des möglichen Tunnelportals schließlich doch noch zu verhindern, holte die Stadt-VP Hilfe bei den Parteifreunden in der Landesregierung. Der zuständige Landesrat Sepp Eisl (ÖVP) kündigte an, die Fläche per Verordnung freizuhalten.

Was wiederum Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) als ungehörige Einmischung in die Stadtangelegenheiten wertet. Auch Burgstaller reagiert ablehnend: Verordnungen seien nicht der Weisheit letzter Schluss, sagt ein Sprecher Burgstallers auf Anfrage des Standard. Damit dürfte die ÖVP-Linie gefallen sein, denn ohne Zustimmung des Koalitionspartners in der Landesregierung kann Eisl die Verordnung nicht erlassen. (Thomas Neuhold, DER STANDARD, Printausgabe, 15.2.2012)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 35
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emil sacklinger7
01
16.2.2012, 23:56
Was ist an den Wohnprojekt ein PARK ?

Lustig, daß man so etwas als WohnPARK bezeichnet. Damit will man offenbar wenigstens sprachlich die Architektur schönschreiben.
Bei Hühnern kommt man schrittweise von der Batteriehaltung weg. Im Wohnbau geht man schrittweise dazu über.

HiIde Fonso
01
16.2.2012, 23:45
Der Tunnel ist immer noch die bessere Lösung

Wenn der Tunnel das einzige Mittel ist, dieses grauenhafte Wohnbauprojekt zu verhindern, dann ist der Tunnel immer noch erträglicher.

Max Glan
00
16.2.2012, 23:32
Wohnbauprojekt ?

Falls es sich bei der Abbildung des Wohnbauprojektes nicht um einen Scherz handelt, wäre jeder Tunnel, aber auch jede auch wie immer gestaltete Deponie oder sonst ein Zweckbau ästhetischer als dieser städtebauliche Irrwitz

m g
04
15.2.2012, 15:41

Also ich finde das Tunnelportal auf dem Bild durchaus gelungen. Und Tiefbauer machen solche Visualisierungen nun wirklich nicht alle Tage.

a grinch in the matrix
11
15.2.2012, 14:25

liebe övp in stadt, land und fluss - zukunft und auto? das ist ein widerspruch!

aRoma
01
15.2.2012, 14:20
Warum nicht beides?

- Ykä -
00
20.2.2012, 16:55

das frage ich mich auch.

Wohnungen sind doch normalerweise über der Erde und Tunnel unter der Erde. Also müsste doch beides möglich sein.

SMaRT Himself
34
15.2.2012, 11:04
So viel zum thema Sparpaket und billigere Infrastrukturprojekte.

Das Geld wenn schon in die Renovierung des Abwassersystems in der Altstatd investieren... Das wäre nämlich echt notwendig!

Den Sch**** Tunnel braucht kein Mensch!

Nemi
08
15.2.2012, 10:07
Ja, sicher...

... bauen wir hier in Salzburg noch ein paar Wohungen, die dann nicht unter 350.000 EUR für 80 Quadratmeter verkauft werden...

Dissident
 
04
15.2.2012, 10:53
In der Fürstenallee werden neue 2-Zi-Wohnungen (unter 70m2) um € 398.000 angeboten.

souveræn
01
15.2.2012, 18:28

Danke für den Tipp!

Deus Ex Coquina
12
15.2.2012, 10:00

Kompromissvorschlag:

Die OeVPler graben sich den Tunnel selbst und wohnen dann darin. Das passt doch wunderbar zu diesen Troglodyten!

Peter G
53
15.2.2012, 09:40
Wie sich ÖVP und WK hier aufführen, das grenzt schon an Renitenz

Unabhängig von der verkehrpolitischen Sinnhaftigkeit dieses Tunnels, die man berechtigterweise bezweifeln kann, grenzt das Verhalten der ÖVP schon an Renitenz.

Im Bund drückt die ÖVP ein Sparpaket durch, und hier in Salzburg soll die öffentliche Hand aus dem Nichts einige 100 Millionen Euro herzaubern.

andyman
15
15.2.2012, 09:37

Kann mir jemand erklären, warum so viele Neubauprojekte so hässlich sind? (Welche Leute sitzen da in der Jury? Und nur weil's einem Architekten gefällt heißt es ja noch lang nicht, dass es auch genau so gebaut werden muss.)

Es würde Österreich gut tun, wenn moderne Bauten wieder mehr Rücksicht auf die Umgebung nehmen würden in dem sie sich z.B. mehr in die Landschaft oder ins Stadtbild einfügen.

BK W. Shoyssel
36
15.2.2012, 07:04
potthässlich

So wie das Wohnbauprojekt auf dem Bildchen da aussihet, wäre jegliches andere Bauprojekt im Vergleich dazu eine Behübschung.

Zitronenbaum
04
15.2.2012, 08:23

Ist wohl ein Entwurf, der etwas mit Transportboxen zu tun hat ... Ich stimme zu, das finde ich auch unschön.

David-Lauritz
75
14.2.2012, 23:06
Salzburg wurde schon genug verschandelt!

Keine Wohnanlage, keine Architektenwettbewerbe, sondern die alte Bausubstanz rigoros schützen!

Salon_Elfi
30
15.2.2012, 12:26

genau und am besten wieder zurück ins mittelalter...
städte leben von veränderungen. willkürliches einfrieren der bausubstanz/stadtmorphologie zu einem zufällig gewählten zeitpunkt ist absurd!

Max Glan
03
16.2.2012, 23:35
Mag stimmen

Aber NUR Veränderung ist zu wenig. Es soll zumindest die Mindestanforderungen an optischer Erträglichkeit erfüllen. Das gezeigte Projekt ist weit davon entfernt

Phil99
00
15.2.2012, 12:16

an dieser stelle gibts aber keine alte bausubstanz ...

Jimmy Hpunkt
32
15.2.2012, 07:47

... und am besten eine Mauer um die gesamte Stadt und Eintritt verlangen. Dornröschen, wach' auf.

stormy andy
 
41
15.2.2012, 07:43
tro..el!

1000 Kopfläuse können nicht irren
01
15.2.2012, 14:13
Trommel?

stormy andy
 
10
15.2.2012, 18:12
tt

Max Kahlenberg
00
14.2.2012, 22:21
Der Eisl?

Das ist doch der, der sich höchstpersönlich über Gesetze hinwegsetzt...

http://salzburg.orf.at/news/stor... s/2517713/

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