Triple-A

Moody's: Österreichs größtes Risiko bleiben die Banken

András Szigetvari , 14. Februar 2012, 18:37
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    foto: standard/matthias cremer

    Finanzministerin Maria Fekter: Moody's kannte die Details des Sparpakets nicht.

Ratingagentur widerspricht Finanzressort - Sparpaket bei Warnung schon berücksichtigt

Wien - Ob Österreich seine Top-Bonität bei Moody's behalten kann, hängt von den Entwicklungen im heimischen Bankensektor ab. Das Osteuropageschäft der Institute sei entscheidend für die Beibehaltung des Triple-A, sagte Kathrin Mühlbronner, die für Österreich zuständige Moody's-Analystin, am Dienstag im STANDARD-Gespräch.

Heimische Kreditinstitute haben im Osten Außenstände in Höhe von 225 Milliarden Euro oder rund 75 Prozent der Wirtschaftsleistung. Moody's hatte den Ausblick für Österreich auf negativ gesenkt und damit ein Downgrade angedroht.

Die Ratingagentur widersprach auch der Darstellung der Regierung, wonach die Effekte des neuen Sparpakets nicht berücksichtigt worden seien. "Obwohl die endgültigen Zahlen nicht bis Freitag veröffentlicht wurden, waren die wichtigsten Punkte wie die Gesamtsumme des Pakets bereits bekannt", meint Mühlbronner.

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Zwar steht für die Beurteilung der wirtschaftlichen Bonität Österreichs derzeit das Sparpaket und das Defizit im Zentrum der Debatte. Ob die nachhaltige Finanzierung der Staatsschulden zu einem annehmbaren Zinssatz gelingt, hängt davon ab, ob die Kürzungen ausreichen - so sieht es die Politik gerne, so stellen es Medien gerne dar.

Aber für die Ratingagenturen, in deren Ungnade Österreich gerade zu fallen scheint, spielen die Entwicklungen im Bankensektor, nicht im Haushalt, die eigentlich entscheidende Rolle. So sieht es nach Standard & Poor's nun auch Moody's. Die Ratingagentur senkte Montagabend den Ausblick für Österreich auf negativ und drohte somit den Entzug des "Triple-A" an. Bei S&P hat Österreich seine Bestnote Ende Jänner verloren.

Moody's hat die Einstufung aller EU-Länder studiert und zunächst bewertet, ob die Reaktion der Eurozone auf die Schuldenkrise ausreichend war. Die Bonitätsbewerter verneinen dies und beklagen angeblich mangelhafte Ressourcen für den Euro-Rettungsschirm und die fehlende Koordination der nationalen Wirtschaftspolitik. Basierend auf diesem Grundversäumnis wurden sechs Staaten, darunter Italien und Spanien, abgestuft. Österreich, Frankreich und Großbritannien wurden mit "Ausblick negativ" versehen.

Allen Staaten ist laut Moody's gemein, dass sie besonders risikoanfällig sind. Im Falle Österreichs liegt das Problem im Bankensystem: "Österreich hat im Vergleich zu den anderen Triple-A-Staaten einen schwächeren Bankensektor", meint Kathrin Mühlbronner im Standard-Gespräch. Die für Österreich zuständige Moody's-Analystin verweist darauf, dass die Bilanzen der österreichischen Geldhäuser 390 Prozent der Wirtschaftsleistung ausmachen. Allein die Summe der Verbindlichkeiten in Osteuropa belaufe sich bei Erste, Raiffeisen und Co auf 225 Milliarden Euro. In einer Krise werden private Schulden schnell zu öffentlichen. Österreich könne sich neue Bankenrettungen aber nur schwer leisten. Als Folge der Hilfspakete für den Finanzsektor und der Antikrisenausgaben ist die Staatsverschuldung bereits stark gestiegen.

Furcht vor Überlastung

Gegen diese Argumente lassen sich Einwände finden. Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) und Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) meinten am Dienstag, Moody's habe die Wirkungen des jüngsten Sparpaketes nicht einbezogen. Die Ratingagentur weist das zurück: "Obwohl die endgültigen Zahlen nicht bis Freitag veröffentlicht wurden, waren die wichtigsten Punkte, wie die Gesamtsumme des Pakets, bereits bekannt", meint Analystin Mühlbronner. Außerdem gehe das Argument ins Leere: Moody's gehe es um die Banken, nicht um "den finanzpolitischen Kurs".

Der zweite Einwand kam von Bankern: Dass Österreichs Geldhäuser in Osteuropa Risiken eingegangen sind, war bekannt. Warum wird das jetzt zum Faktor?

Moody's verweist dabei auf eine Statistik der Oesterreichischen Notenbank (OeNB) vom Dezember 2011. Diese zeigt nicht nur, dass die heimischen Institute im Osten exponiert sind. Sie verdeutlicht auch, dass die österreichischen Banken vergleichsweise schwach kapitalisiert sind. Die Kernkapitalquote der sechs größten heimischen Kreditinstitute liegt bei 9,8 Prozent. Bei einer in Osteuropa tätigen Vergleichgruppe europäischer Geldhäuser liegt diese Quote bei 11,4 Prozent.

An dieser Stelle ließe sich weiter darüber streiten, ob die Warnung von Moody's gerechtfertigt ist. Denn die Agentur zitiert nicht vollständig: Die OeNB verweist im selben Bericht auch darauf, dass die Mittelaustattung von Österreichs Banken insgesamt besser als 2009 ist - auch wenn der Abstand zur Vergleichsgruppe größer geworden ist. Das alles spielt für Moody's keine Rolle: Ohne effektivere Eindämmung der Risiken im Bankensystem, bleibt das Risiko für Österreich erhöht. Eine gute Nachricht bleibt freilich: Statistisch gesehen wird nur eines von zwei Ländern mit negativem Ausblick auch tatsächlich abgestuft. (András Szigetvari, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 15.2.2012)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 88
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Krones
00
Österreichs Lage wird immer prekärer...

wir werden immer negativer eingestuft, sodass es in Zukunft heissen: Poor ist bei uns Standard!!!

videoopa
00
17.2.2012, 06:09
Retten statt schimpfen...

http://vimeo.com/36929099

Dreistein
 
00
15.2.2012, 13:05
Blöd, feig und ahnungslos

Und die, die für den ganzen Schaden verantwortlich sind, Treichl und Konsorten, die getrauen sich auch noch auf die Regierung und die Politiker zu schimpfen

Tax the rich!
00
15.2.2012, 10:31
Robin Hood Steuer für eine bessere Welt!

Und der Mann, Manfred Bergmann (EU Abt.Indirekte Steuern), der dafür kämpft, sitzt in der EU ! Er tritt für eine 0,01 bis 0,1 % Steuer für den Handel mit Derivaten,Swaps, Futures, Aktien, Anleihen, kurz für alles, womit Banken handeln ein. Und Sie raten richtig, wo seine größten Feinde sitzen! In der EU! Von denen wird er behandelt wie ein Systemfeind, weil er nichts anderes will, als den Banken Geld wegnehmen, Geld, das sie vorher vom Steuerzahler zu ihrer Rettung beansprucht haben und das in den meisten Fällen (Super-Eurorettungsschirm) uneinbringlich sein wird, wobei der Steuerzahler mit weiteren Sparpaketen gemolken werden muss. Schon einmal hat ein Nobelpreisträger auf Granit gebissen mit seiner Tobin Steuer. Quelle: DIE ZEIT 9.2.2011

nit rechts, nit links
00
15.2.2012, 07:45
irr

wann werden wir endlich ueberschuesse erwirtschaften und Schulden ab zu bauen.

"zurueckdraengen" und "bremsen" sind ja nur andere Begriffe fuer neue Schulden machen.

higgs - wozu?
12
15.2.2012, 08:33

systembedingt gibt es keine überschüsse - nur eine umverteilung von schulden. sollten wir überschüsse haben, was mathematisch äußerst unwahrscheinlich ist, bei unserer zinsbelastung, würde das nur bedeuten, daß jetzt ein anderes land mehr schulden hat und pleite geht - im endeffekt bleibt es ein nullsummenspiel, weil immer um die zinsen zuwenig geld im system vorhanden ist, und somit niemals "schuldenfreiheit" im gesamtsystem bestehen kann.

daher sind alle bemühungen die bürge(r)n zu enteignen und leistungen zu kürzen, um schulden und vor allem zinsen zu bezahlen, die nur durch einen mathematischen fehler entstanden sind, strengstens abzulehnen - jene die das vorschlagen (politclowns) sind nur handlanger des finanzsystems

chinaman_a1
03
15.2.2012, 07:18
ein einfaches Rechenbeispiel

die Banken engagieren sich im Osten. Gewinne werden erzielt und eingestreift bzw. in Form der Gruppenbesteuerung lokale Gewinne minimiert. Somit auch die Steuerleistung in Österreich. (Wieviel hat nochmal die Raika in Österreich an Körperschaftssteuer bezahlt?)

Dann gehen die Geschäfte aber Mangels Kontrolle (welche Unterlagen muß man in Österreich vorlegen, um einen Kredit dankbar entgegen nehmen zu dürfen?) den Bach runter.

Moody´s erkennt das Risiko, wird (von der Regierung) ignoriert oder (von der Bevölkerung) dafür beschimpft.
Der gemeine Steuerzahler peckt ein Unterstützungsfonds und mit einer kleinen Steuererhöhung vulgo Konsolidierungspaket trägt er die Kosten der höheren Zinsen der Staatsschulden.

Den Banken kanns recht sein.

Das Ohr
00
15.2.2012, 07:28
Dirk Müller Euro Aus wird erzwungen

Dirk Müller Mr DAX
Ratingagenturen Ab Minute 6
http://www.youtube.com/watch?v=z... re=related

albeit
40
15.2.2012, 06:14
na ist das peinlich ..

warum gibt man der Bewertungsagentur überhaupt Details aus dem ganzen Staat ?

bewertet Sie eben nicht

aber die kleinkarierten Musterschüler, die der ganzen Bevölkerung jüngst eine Kindergartenpflicht verpassten, könnnen ohne gute Bewertung anscheinend selbst nicht leben

passt die Bewertung nicht ?

Gibt man Mooodys halt keine Zahlen mehr ..

metall81
00
15.2.2012, 14:59
Moody's bewertet...

...uns nicht aus Spaß an der Freude, sondern weil wir dieses Rating bestellen und dafür bezahlen, weil wir ohne Rating keine Kredite bekommen, die wir so dringend brauchen um unsere ausgelaufenen Staatsanleihen zu refinanzieren.

nit rechts, nit links
00
15.2.2012, 09:43
wir bezahlen dafuer

die Rating Agenturen machen das nicht gratis, die Republik bezahlt sie dafuer.

Das Ohr
00
15.2.2012, 22:27
Der Gewinn von Ratingagenturen

liegt bei 40 Prozent vom Umsatz.

albeit
00
15.2.2012, 06:30
Moodys sind Details früher bekannt als Mir - dem Wähler

es ist auch keine souveräne Regierung und kein souveränes Land, dass unbedingt weiter Kredite zu güstigen Konditionen haben muss

Das Ohr
00
15.2.2012, 05:36
Dirk Müller macht Moderatorin fertig in Talkshow

Dirk Müller Börsenmakler, Zinseszins -effekt unglaublich Sehenswert.
http://www.youtube.com/watch?fea... xW3IBSC99o

r.fb
01
15.2.2012, 11:02
Zinseszinsen:

Im christlichen Mittelalter waren Zinsgeschäfte eine Sünde, weil Einkommen ohne Arbeit. (Lafontaine)

Das Ohr
20
15.2.2012, 04:39
Die Erste-Bank & Heer Treichl

Die Erste hat vom Österreichischem Staat einen Kredit in der Höhe von Einer Milliarde € bekommen, solange die Erste keinen Gewinn macht müssen sie kein Zinsen bezahlen, bisher also zinslos, danke liebe Politiker!
Davon träumt jeder Unternehmer.
Für diese Glanzleistung hat sich Heer Treichl sein Gehalt auf 2,25 Millionen € verdoppelt.
Sein Vater war Bankdirektor Er ist Bankdirektor, bei uns wird nicht nur Bildung Vererbt auch der Beruf, wie bei Flötel.
Ein echter Leistungsträger eben.

Leistung die Leidenschaft.

majo68
20
15.2.2012, 12:50
du ahnungsloser

mehr kann ich dazu nicht sagen...einfach falsch ...

Das Ohr
00
18.2.2012, 04:26
Ich muß mich korigieren!

Für diese Glanzleistung hat sich Heer Treichl sein Gehalt auf 2,25 Millionen € verdoppelt.
Dass ist falsch:
Herr Treichl hat sich sein Gehalt von 2,2Millionen auf4,4 Millionen € verdoppelt.

Das Ohr
00
15.2.2012, 22:20
Argumente haben Sie keine.

Sie sind mit mir nicht per Du.

wackelkandidat
11
15.2.2012, 04:14

Solange noch eine fette Gehaltserhöhung oder Bonuszahlung für Leute wie Treichl drin ist, ist doch die Welt noch in Ordnung.

majo68
10
15.2.2012, 12:51
ich bleib dabei...

schwachsinn...und einfach unwahr...

Alfredo E. Newman
00
15.2.2012, 20:32

was ist unwahr?

Das Ohr
00
15.2.2012, 05:24
#Frankfurt : "Wer kokst denn da in Banker Bar" Der Main Tower Manager Kokain Test

http://www.youtube.com/watch?v=U... re=related

ergo sum
17
15.2.2012, 01:06
Ein Witz der Sonderklasse ist,

dass die Verursacher der Euro & Finanz & Bankenkrise (später dann in Schuldenkrise umbenannt) vom Sparpaket völlig verschont bleiben. Ich wette, die Regierung hat nicht einmal gewagt, in Richtung Bankenreform zu denken!
Das Spargeschäft gehört getrennt vom Kreditgeschäft! Für Ersteres bleibt die Staatshaftung, für Zweites haften die Banken als Privatunternehmen!
Aber die Geldtasche der BürgerInnen zu plündern war so ziemlich die kontraproduktivste Aktion zur Rettung des österreichisches Staatshaushaltes.
Aber unsere Regierung ist lernunfähig! Ein Blick auf 1928-1933 würde genügen, um nicht den gleichen Fehler zu wiederholen. Geschichte nichtgenügend, abtreten!

Easy Rawlins
01
15.2.2012, 09:18

Wenn du eigentlich meinen solltest, dass das das Geschäftsbankensegement vom Investmentbankensegment zu trennen ist, würde ich dem zustimmen.

Aber "Spargeschäft" vom "Kreditgeschäft" zu trennen, ist ziemlicher Unsinn. Was sollte eine Bank denn dann mit den Spareinlagen machen? In den Safe legen und hoffen, dass sie Junge bekommen?

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