Religionscausa

ORF-Redakteursrat Wendl kritisiert Berufung: "Fatales Signal"

14. Februar 2012, 18:16

ORF-Chef Alexander Wrabetz beruft gegen die Entscheidung der Medienbehörde gegen Robert Ziegler

Wien - ORF-Chef Alexander Wrabetz beruft gegen die Entscheidung der Medienbehörde gegen Robert Ziegler. Der Vize-Chefredakteur wies ihm unterstellte Journalisten an, den norwegischen Attentäter Anders Breivik nicht "christlichen Fundamentalisten" zu nennen, sondern "religiösen Fanatiker" oder vor allem "Rechtsextremisten". Damit hat Ziegler laut Behörde die vom ORF-Gesetz "gewährleistete Freiheit der journalistischen Berufsausübung verletzt".

Fritz Wendl, Vorsitzender des ORF-Redakteursrats, protestiert nun heftig gegen die Berufung als "fatales Signal" nach außen und an die Journalisten: "Dem ORF-General steht jemand, der ihn als Stiftungsrat gewählt hat und ganz offensichtlich auch Teil eines im Zuge dieser Wahl geschnürten Personalpakets ist, näher als die journalistische Freiheit im und des ORF."

Wendl weiter: "Das KommAustria-Urteil ist ein exemplarisches, weil unmissverständlich klargestellt wird, wie weitreichend die Unabhängigkeit und Eigenverantwortung der ORF-JournalistInnen ist und es auch noch aufgezeigt wird, dass das Nichtbefolgen einer gesetzwidrigen Weisung dem ORF auch erspart den Spruch - mangels Durchschlagen der Gesetzesverletzung ins Programm - zu veröffentlichen. In diesem Zusammenhang ist auch daran zu erinnern, dass der Redakteursrat schon unmittelbar nach Bekanntwerden von Robert Zieglers Sprachregelungs-e-mail allen ORF-NÖ-KollegInnen folgende Klarstellung übermittelt hatte: 'Die im ORF-G/Redakteursstatut garantierte Eigenverantwortlichkeit und Unabhängigkeit der ORF-JournalistInnen darf selbstverständlich auch nicht durch Sprachregelungen, des Glaubens eines leitenden Mitarbeiters, etc beeinträchtigt werden.' Daran ist auch mit keiner Berufung zu rütteln."

Der ORF ließ dazu, durchsetzt mit Unverständnis über die Vorwürfe, wissen: "Alle gerichtlichen Handlungen, die der ORF setzt, tätigt der Generaldirektor als alleiniger gesetzlicher Vertreter, also jede Berufung, Klage etc, die der ORF macht, macht formal der Generaldirektor. So auch hier." Nun könnte man ergänzen: Der ORF-Generaldirektor ist aber grundsätzlich nicht verpflichtet, zu berufen. Das dürfte Wendl gemeint haben. (fid, DER STANDARD; Printausgabe, 15.2.2012, online ergänzt)

Peace Artist
00
21.2.2012, 15:13
"Fatales Signal" http://www.youtube.com/watch?v=Z1DJCUZDIvY - Pressekonferenz am 15.09.2011 2 Fragen an neue Direktoren auch bei Beeinspruchung der Wahl am 9.2.2012 an Medienbehörde angezeigt

zu 30ig Jahresjubiläum 2012 der Künstler für Frieden und Kooperation/ Berichte/Doku mit ORF, wie Bewerbung von PeaceArtist mit Friedensschiff PeaceSpirit zum ORF Generaldirektor
sowie Rechtmässigkeit der Nachfrist Wrabetz 2006 wider Bewerbungsfrist 4 Wochen
-wurde auch an Medienbehörde zeitgleich mit Andree Heller (Künstler für Frieden der nicht von ORF über Vernichtung der Originale informiert wurde wie unser Publikum das der 200 mitwirkenden Künstler, als auch über die ORF Vertuschung der staatlichen Vernichtung der Originalkunstwerke seit 1998, wie die Verhinderung der Veröffentlichung des Jubiläumsjahres der Künstler für Frieden seit 1.2.2012 durch ORF Führung Generaldirektor/Direktoren/Stiftungsrat niemand informiert worden ist)

Un veistu
11
15.2.2012, 18:22
Und wenn die Bezeichnung "christl. Fundamentalist" schlicht und einfach falsch ist, was dann?

Breivik war lange Zeit Freimaurer, bevor er sich einer rechtsextremen Gruppierung zuwandte. Die Bezeichnung christl. Fundamentalist wurde nur in den allerersten Meldungen gebraucht und dann sofort korrigiert.
Das passt Herrn Wendl allerdings nicht ins ideolog. Konzept, vielleicht ist es ihm nicht "unabhängig" genug.
Frage: Schützt die "journalist. Freiheit" auch offensichtl. Falschmeldungen (wenn sie einem nur ideolog. passen)?

alfred miller
10
17.2.2012, 10:28

Interessanter Gedanke. Es ist nicht bekannt, daß der Attentäter irgendeine religiöse Agenda hatte oder, wie bei religiösen Fanatikern üblich, irgendwelche Forderungen stellte oder Ziele formulierte. Den Mann als christlichen Fundamentalisten zu bezeichnen, ist sachlich nicht richtig. Darauf darf ein leitender Redakteur durchaus verweisen. Man kann sich vorstellen, daß die meisten Chefredakteure, auch bei "unabhängigen" Printmedien, in der Sache Entscheidungen treffen, die für die Redaktion verbindlich sind, ohne daß dies als Sprachregelung verunglimpft wird.

Erasmus_01
01
15.2.2012, 22:35

Jemand, der folgendes in seine Rundmail schreibt, begibt sich nicht auf Wahrheitssuche:

"Das Wort 'christlich' und den Mord an mehr als 90 Menschen in einem Atemzug zu nennen - da empfinden wohl die meisten einen deutlichen Widerspruch"

Ende der Diskussion.

So ganz nebenbei:
http://www.33schritte.at/robert-zi... er-orf-no/

René Herndl
02
15.2.2012, 14:48
Der Fall Ziegler ist symptomatisch für ...

... die unerträgliche Partei-Einmischung im ORF, egal von welcher Seite. Noch schlimmer ist sie durch den religiösen Fundamentalismus dieses Herrn, der offensichtlich den ORF zu einem katholischen Senden machen möchte, wobei die Objektivität gegenüber dieser Religion ohnehin praktisch schon nicht mehr vorhanden ist. Es ist bestürzend, dass solche Menschen wie ein Herr Ziegler überhaupt einen so einflußreichen Posten bekommen kann - was wiederum für nicht die Intelligenz seiner Förderer spricht.

Erasmus_01
01
14.2.2012, 18:28

Für wen arbeitet eigentlich Wrabetz? Für den ORF sicher nicht!

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