Besteuerung

Miet-Kauf-Objekte werden teurer

Claudia Ruff , 14. Februar 2012, 18:11

15.000 bis 20.000 Euro Mehrkosten pro Wohnung

Die kommenden Änderungen bei der Immobilienbesteuerung machen nicht nur Vorsorgewohnungen uninteressant, sondern auch die geförderten Miet-Kauf-Wohnungen teurer. Mietwohnungen mit einer gesetzlichen Kaufoption nach zehn Jahren wurden Mitte der 1990er-Jahre eingeführt.

Karl Wurm, Obmann der Gemeinnützigen Wohnbaugesellschaft, schätzt, dass sich eine 70-Quadratmeter-Wohnung je nach Baukosten um 15.000 bis 20.000 Euro verteuert. Der Grund: Bisher sah die Finanz beim Wohnungskauf nach zehn Jahren entsprechend der Regelung im Umsatzsteuergesetz von einer Rückerstattung der vom Bauträger abgezogenen Vorsteuer ab. Der Grund: weil Wohnungsnutzer/Mieter über die Miete bereits Umsatzsteuer bezahlt hat.

Nach den neuen Regeln muss die abgezogene Umsatzsteuer aufgrund der Verlängerung des Vorsteuer-Berichtigungszeitraumes von zehn auf 20 Jahre zum Teil rückerstattet werden. Da die neuen Regeln aber erst für Mietvertragsabschlüsse ab 1. Mai 2012 in Kraft treten sind bestehende Mietverträge mit einer Kaufoption ausgenommen. Endgültige Details werden die Gesetzesentwürfe bringen.

Die Gemeinnützigen müssen laut Gesetz Miet-Kauf-Modelle anbieten, wenn mehr als 60 Euro/m2 Finanzierungsbeitrag bei Vertragsbeginn verlangt werden. Dann muss dem Wohnungsnutzer das Recht auf Kauf gewährt werden. Pro Jahr wurden bisher rund 7500 Miet-Kauf-Wohnungen österreichweit hergestellt. Bis zu 2000 Wohnungen wurden davon jährlich verkauft.

Wer erstmals im Jahr 2005 die Kaufoption zog und die Wohnung nach April 2012 verkaufen will, muss eine Steuer von 25 Prozent auf den Veräußerungsgewinn zahlen. (Claudia Ruff, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 15.2.2012)

Kommentar der anderen von Ariel Muzicant

Ansichten eines Immobilienmaklers

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17 Postings
maxauthority
10
15.2.2012, 10:00

Hab mal gehört, dass beim österreichischen Miet-Kauf Modell die Miete die man während den ersten 10 jahren zahlt NICHT zum kaufpreis angerechnet wird. Wo ist dann der sinn dahinter?

RS69
 
00
28.2.2012, 22:26

Bei Miet-Kauf Modellen schon.

Bei Genossenschaftswohnungen mit Eigentumsoption nicht.

Das sagt aber noch nicht zwangsläufig was darüber aus, welche Varianten im Endeffekt billiger kommt.

Goldfinger
00
16.2.2012, 15:28
Die Miete in den 10 Jahren

soll die Zinsen decken.

Ausserdem ist normalerweise nicht garantiert, dass die Wohnung nach den 10 Jahren gekauft wird - der Mietkäufer hat üblicherweise eine einseitige Option und ist zu nichts verpflichtet.

martinq
00
15.2.2012, 14:12
Gesetzliche Regelung

Wenn Sie mit "Österr. Modell" die gesetzliche Regelung verstehen, dass eine Gemeinützige nach 10 Jahren die Wohnung zum Kauf dann aktuellen Marktwert (wie der dann auch immer ausschaut) anbieten muss: Finanziell besteht da kein Vorteil. Gezahlte Miete wird da nicht einmal ansatzweise berücksichtigt.

Daher kommt es in der Praxis auf die konkreten Vertragsbedingungen an (sehr genau prüfen).

Manche Gemeinnützige bieten Miet-Kauf-Optionen an, bei denen der Preis zu Vertragsbeginn fixiert wird und Sie nach 10 Jahren das Restdarlehen übernehmen müssen. Da das Darlehen mit der Miete minus USt minus Zinsdienst minus Betriebskosten getilgt wird (Zins+Rückzahlung=Annuität), liegt der Kaufpreis nach 10J. dann unter den Baukosten.

RS69
 
00
28.2.2012, 22:27

Das von Ihnen "österr. Modell" hat andere Vorteile. Dafür kaufen Sie Günstig.

martinq
10
15.2.2012, 14:23
Sinnhaftigkeit

Zur Sinnhaftigkeit der gesetzlichen Option: Je nach Lebenplanung kann die Option in manchen Fällen ein Zuckerl sein, obwohl dabei kein finanzieller Vorteil enthalten ist:

Wenn Sie sich in jungen Jahren flexibel bleiben wollen und sich deshalb *ohnehin* eine Mietwohnung nehmen würden (und für die nächsten Jahre kein Eigentum anstreben), so kann es sich die Option später als Vorteil herausstellen: Sie können die Wohnung kaufen, sollten Sie (unerwarteterweise) sesshaft geworden sein - und müssen sich nicht nach einer neuen Bleibe umschauen.

Bilderrahmen
00
15.2.2012, 12:14

Es ist imho keine Miete die hier bezahlt wird sondern die Betriebskosten und bereits die Tilgung der Kredite (aber eben über die Genossenschaft, ...). Die Tilgung macht aber nicht viel aus sondern ist mehr ein Zinsdienst.

frank rosner
04
15.2.2012, 08:40
ein vorteil bei de ganzen story

viel möglichkeiten, den sog. mittelstand zu schröpfen habens nicht mehr, ich hoff nur ds die ganzen stiftungsbesitzer und steuerhinterzieher im großen stil, dann auch bereit sind in österreich die wirtschaft an tuckern zu halten. wiel "uns" - ich denke da es sich um eine altersrange von 40+ handelt, die noch relativ gutes geld verdienen, wird über kurz oder lang die puste ausgehen.

the_suck
12
14.2.2012, 23:03

wäre ja noch schöner wenn noch mehr Leute aus den Gemeindebauten ausziehen und die Gemeinde Wien nicht mehr quasi Monopolist ist

Prof.Dr.Tyler Durden
01
14.2.2012, 21:04
Dass die Immobilienbesteuerung Vorsorgewohnungen

uninteressant machen kann ich so nicht nachvollziehen. Sofern in die Berechnungen eine Wertsteigerung einkalkuliert ist die durch einen Verkauf lukriert werden soll leidet die Rendite natürlich. Ich würde die Rendite freilich nicht nach dem Sachwert der Wohnung sondern nach den Erträgen, sprich den Mieteinnahmen ermitteln. Und auf diese hat die neue Besteuerung keinen Einluss.

Was war nochmal mein Nick?
00
14.2.2012, 19:37

Die kommenden Änderungen bei der Immobilienbesteuerung machen nicht nur Vorsorgewohnungen uninteressant

Ahso, echt?

Der Österreicher
03
14.2.2012, 18:39

Und schon wieder erwischt es den Mittelstand.

Ich bin stark dafür eine 4. Standes Kategorie einzuführen. Arm, Mittelstand, Aufstrebend, Reich

Couchsurfer
00
15.2.2012, 01:50
Da liegen sie aber einem Irrtum auf

Wir sind alle in Wirklichkeit nicht Mittelschicht, sondern Mitglied der "kaufkraftbefreiten" Unterschicht:

Wenn die Geldmenge um 10% jährlich wa¨chst, dann müsste jeder auch seinen Geldbesitz jährlich um 10% steigern. #Kaufkraftverlust #Geld

Bei dem "Bruttostundenverdienst al- ler Arbeiter", der im Juni 1948 bei 1 DM lag, müsste er heute bei 120 Euro

Warum das Einkommen zu falschen Schlüssen über die Kaufkraft führt: Höchste Einkommen, Unternehmen, Median

Bei der Währungsreform 1948 (mit Geldentwertung 10:1) gewannen die Massen massiv an Kaufkraft

Alles von der Seite http://www.kiwifo.de/html/brei... kaufkr.htm

aus diesem PDF: www.kiwifo.de/Breitgesc... fkraft.pdf

Goldfinger
00
16.2.2012, 15:34
Weltweit betrachtet

sind wir Mitglieder der obersten 5-10%, oder höher.

Prof.Dr.Tyler Durden
00
15.2.2012, 07:33
"Wir" sind alle Mitglieder kaufkraftbefreiter Unterschicht

wer ist "wir"?
Alle Standardleser ?
Auch zB einer mit einem Jahreseinkommen von 200.000 tsd brutto und Barvermögen von 1 Mio?

GottSeiDank WeitWeg
03
15.2.2012, 01:15
Aufstrebend ist gut...

... wenn man nicht Großvermögen erbt (und dafür keine Steuer bezahlt), macht unser Land ein Aufstreben vom Mittelstand zu Reich nicht einfach!

Ergates faber
01
15.2.2012, 09:58
Mit lauteren Methoden würde ich sagen...

ist es in Österreich derzeit praktisch unmöglich.
Auch mit der besten Idee kommt man in Österreich nicht weit...da muß man schon ins Ausland damit wenn man nicht über die Massen an Stolpersteinen fallen will, die einem hier in den Weg gelegt werden.

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