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Nein, lieber Kolumnisten-Kollege Christian S. Ortner in der "Presse", Sozialismus und Nationalsozialismus sind nicht das Gleiche, sind sich höchstens oberflächlich ähnlich. Die mehr als zugespitzte Titelfrage "Wäre Adolf Hitler heute führender Aktivist der Occupy-Bewegung?" soll provozieren, führt aber mutwillig in die definitorische Irre. Adolf Hitler hat in seiner Frühzeit zwar schon gegen das Establishment demonstriert, aber mit Kinkerlitzchen, wie irgendwo friedlich einen Park zu besetzen, hätte er sich nicht abgegeben. Wenn schon, dann - wie beim "Marsch auf die Münchner Feldherrnhalle" 1923 - gleich ein versuchter Staatsstreich zur Errichtung einer "nationalen Diktatur" mit zahlreichen Toten.
Ein Streit um Definitionen, der angesichts der ernsten Situation keinen interessiert? Gerade weil wir uns in der Situation eines Verteilungskampfes befinden, in der mit falschen Begriffen agitiert wird, lohnt es sich vielleicht, ein bisschen Einordnungsarbeit zu leisten. Tatsächlich behauptet ja etwa die Linke, in Österreich herrschten turbokapitalistische, neoliberale Zustände. Sie hat damit in der öffentlichen Debatte die Deutungshoheit erlangt. In Wahrheit ist Österreich ein Ständestaat, zwar mit - relativ wenigen - "Groß"-Konzernen und "Superreichen", aber mit riesigen Lobby-Gruppen, die die wahre Verfügungsgewalt über die ganz großen Einkommensströme haben: Die Bauern-, Beamten-, (Früh-)Pensionisten-, Bundesländer-Lobbyisten haben den organisierten Zugriff.
Der wahre Umverteilungskampf im heutigen Österreich verläuft ja nicht so sehr zwischen "Reich" und "Arm", sondern zwischen den organisierten Interessengruppen und den Nichtorganisierten, zwischen dem geschützten Sektor und dem ungeschützten.
In dieser Konstellation mag man als libertärer Kolumnist wie Ortner ein Zuviel an falsch umverteilendem "Sozialismus" entdecken. Aber deswegen den Sozialismus mit dem Nationalsozialismus zu vergleichen, weil beide "eine Neigung zu Kollektivismus und staatlicher Steuerung der Wirtschaft ... und der Geringschätzung des Individuums" hätten - das geht einfach nicht.
Der demokratische Sozialismus, und von dem reden wir hier, wollte/will die gesellschaftlichen Verhältnisse ändern, auch (seit neuestem wieder stärker) die Eigentumsverhältnisse; aber es gibt nicht den geringsten Hinweis darauf, dass er dies anders als durch demokratische Mittel tun würde. Der historische Nationalsozialismus hingegen hat durch den größten organisierten Raubmord der Weltgeschichte "umverteilt".
Es ist sinnlos und kontraproduktiv, berechtigte Kritik an der Linken (SPÖ und Grüne) mit einer konstruierten Nähe zum Nationalsozialismus zu begründen. Vor allem dann, wenn ein echter, aktueller "nationaler Sozialismus" ganz in der Nähe zu finden ist. Was die FPÖ unter Strache (und schon unter Haider) im Programm hat, ist ja nationaler, "völkischer" Sozialismus. Das Volk soll vom Staat verhätschelt werden, aber eben nur "unser" Volk: keine Sozialleistungen für "Ausländer". Was kein Gewaltsystem, aber jedenfalls klar undemokratisch ist. (DER STANDARD, Printausgabe, 15.2.2012)
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Es gibt offensichtlich noch viel aufzuarbeiten.
Wichtig ist immer, eine klare Trennlinie zu ziehen, alles immer gegenseitig ausschließend zu definieren, damit man im Notfall zwei Interessensvertetungen oder Gruppen gegeneinander auszuspielen kann, indem dam ihnen erklärt, sie sind kwasi von Natur aus Feinde. Und die sollen am besten gar nicht mehr darüber nachdenken.
Wichtig ist auch, sich selbst eine Denksperre einzubauen, zB "Der gehört zu den Kwakulianern, deshalb ist alles falsch, was der sagt."
Furchtbar ist das die linken gnadenlos auf alles was nichts links ist eindreschen aber ihre eigenen Fehler nicht einsehen.
Nach den sowjets, Mao und diversen anderen Verbrecherregimen schaffen es die linken trotz zig Millionen Toten nicht selbstkritik zu üben.
Die Frage "Was führte zu Hitler?" hat sich die Linke bei Stalin/Mao aber nicht gestellt.
Das gilt als Unfall in der Geschichte, als bloße Pervertierung der eigentlich richtigen kommunistischen Ideologie.
Teilweise hört man sogar nur Kritik an Organisationsformen wie Kaderpartei oder leere Phrasen wie "Wir sind für Vergesellschaftung statt Verstaatlichung", aber der Kern des Problems die sozialistische Produktionsweise wird sogar von Moderaten nicht angerührt.
nach millionen toten und dem politschen zusammenbruch halber kontinente mit anschließendem niedergang der maroden und veralteten wirtschaft haben einige erkannt, daß stalin und mao vielleicht doch nicht so super waren?
das ist aber eine tolle leistung. dafür verlangen sie hier zu recht applaus.
Warum sind "die Linken" so furchtbar und gnadenlos?
Weil die real existierende Welt keine "linke" ist, sondern von eine vom Verhungern, von sinnlosen Krankheiten, Kindersterben, Kriegshetze, menschlichen Abgründen und Bestialitäten, extremen materiellen Ungleichheiten bestimmte.
Das real Existierende ist aber nicht der Weisheit letzter Schluss oder sogar noch auf die Spitze zu treiben, wie die Rechten sagen, sondern zu ändern, verbessern, zu bekämpfen!!
Achso, die linken Regime, etwa in der Sowjetunion oder Mao in China haben den Leuten Essen und Wohltand gebracht?
Haben sie schon über die verhungerten Ukrainer des Holodomor oder die Opfer von Maos "großem Sprung nach vorne" gelesen?
Lauter linke Regime.
Wenn man soviel Dreck am Stecken hat braucht man nicht auf die anderen zeigen.
Für die rechten gilt das genauo.
Aber es bringt nichts wenn man ständig auf die anderen zeigt und jammert das die noch viel böser sind.
Weil sie nichts weniger als das Paradies auf Erden schaffen wollen.
Nachdem das ein extrem hohes Ziel ist, rechtfertigt es in ihren Augen auch extrem hohe Opfer.
Wenn dann das Ziel trotz extrem hoher Opfer überraschenderweise nicht erreicht wird, wird das auf Gegner und/oder Abweichler zurückgeführt, oder aber darauf, dass man nicht radikal genug war.
Um nun doch noch ans Ziel zu kommen, sind klarerweise noch höhere Opfer und eine noch stärkere Radikalisierung nötig.
Die Frage, ob man vielleicht einfach auf dem falschen Weg ist, wird sich dabei tragischerweise kaum gestellt (andererseits nachvollziehbarerweise, weil das ab am gewissen Stadium eine extrem lebensgefährliche Frage ist).
Extremisten halt.
http://www.taz.de/1/archiv/... 9/27/a0148
der autor ist zwar eine anerkannte autorität, man kann ihn aber trotzdem ruhig bashen, denn er ist längst tot und kann sich nicht mehr wehren. somit ist der weg frei für die üblichen armseligen unterstellungen, die so sicher kommen werden wie das amen im gebet, weil die forumsbekannten wichtigmacher den spiegel nicht aushalten werden, der ihrer liebgewonnenen ideologie hier vorgehalten wird.
Die herrschende NS-Richtung hat keinen Einfluss auf die nichtjüdische Wirtschaft genommen, so lange dies nicht durch den Krieg bedingt war. Dieser Einfluss war nicht ideologisch bestimmt, sondern durch die Notwendigkeiten einer Kriegswirtschaft gegeben. Selbst das Kaiserreich musste im Laufe des 1. Weltkriegs "linke" Gedanken übernehmen. War der Kaiser daher Sozialist?
Es stimmt, es gab innerhalb der SA und rund um Strasser so etwas wie einen linken Flügel. Dieser war aber nie einflussreich und wurde 1936 vollkommen ausradiert.
Irgendwelche Gemeinsamkeiten zwischen zwei Ideologien lassen sich immer finden, aber einfach die wesentlichen Unterschiede unter den Tisch fallen zu lassen, ist unseriös.
Das ist keine Analyse, das die Bewaffnung mit Worstpielen zur Untermauerung eines Appells.
Selbst der Maoismus, trotz der schrecklichen Fehlentscheidungen, war keine Maskerade.
Übrigens, der NS hate seine tiefen ideologischen Wurzeln in einem teuflischen Gemisch (ich kann auch bold argu,enteieren ;) von Naturromantik und der Sehnsucht nach nordischen Lichtgestalten.
Arbeiter kamen dabei nicht vor.
Übrigens, wer hat diesen goofen Artikel geschrieben?
an den rand gedrängt fühlt weil ihr die CDU nicht reaktionär genug ist und die dummes zeug getwittert hat.
aly ist ein wichtigtuer der nach seiner ideologischen geschlechtsumwandlung die linke mit irrationalem hass verfolgt (was für einen wissenschaftlichem anspruch nie gut ist).
fests artikel (9 jahre alt) ist eine selektive aufzählung von einzelnen punkten, alle obsolet mit dem röhm-putsch und der kaltstellung strassers, garniert mit einer betroffenheitsschwangeren warnung vor jeder art von totalitarismus.
wissenschaftlich nichts von substanz was deinen heiligen zorn rechtfertigen könnte mit dem du die blöde these vom linken hitler hier als tatsache hinzustellen versuchst.
Sehr wohl ist Aly widerlegt. Die Fachzeitschrift Sozial.Geschichte 2005, Heft 3 hat eine ganze Ausgabe Alys Volksstaat gewidmet. Verschiedene Autoren beschaeftigen sich mit dem Thema, Schlussfolgerung ist bei allen gleich - Aly hat nicht ausgewogen Archivmaterial bewertet, sondern hat einseitig zitiert, um seine These zu stuezten.
von dem wir hier angeblich reden, kann's den überhaupt geben, irgendwie geht an mir vorbei, wo etwas, dass sich sozialistisch nennt, in seiner Implementation den Demokratiestandards, die wir gewohnt sind, letztendlich entsprochen hätte.
die hat sich sicher immer zu demokratie bekannt, wie auch ihre schwesterparteien in deutschland ,frankreich, niederlande, etc...
Sozialismus ist ein sammebegriff für eine ganze menge politischer strömungen, von mitte-links bis zu den kommunisten bis zu den anarchisten am anderen ende des spektrums
das wesen des sozialismus liegt im wunsch nach solidarität der menschen untereinander. der antrieb für das wirtschafltche schaffen sollen die bedürfnisse der menschen sein
Während im kapitalismus menschen nur im rahmen ihrer jeweiligen finanziellen möglichkeiten reale freiheit und materielle sicherheit geniessen können. Das antriebsmittel für wirtschafltiche tätigkeit ist der profit des veranlagten kapitals
Pointierte bis extreme Rechte (häufig in Verkleidung) sehen die Trennlinie zu den pointierten bis extremen Linken meist sehr nahe - zumindest behaupten sie das.
Demokratische Linke sehen die extreme Rechte meist in der Entfernung von Lichtjahren - gefährliche Aliens aus einer anderen Galaxie.
Hab mir dieses "Geistesprodukt" von Ortner jetzt durchgelesen und muss sagen:
Selten habe ich etwas dümmeres, geschmackloseres, dreisteres und peinlicheres gelesen als das.
Ein erwachsener Mensch der sich Journalist nennt und in einer "angesehenen" Zeitung in Österreich an prominenter Stelle sich regelmäßig äußert, hat nicht mal das Volksschulniveau an Geschichtswissen erreicht. Blamabel.
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