Steuer auf Immobilien

Ansichten eines Immobilienmaklers

Kommentar der anderen | 14. Februar 2012, 17:47
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    foto: standard/robert newald

    Muzicant: Vermögenszuwachssteuer ist richtiger Schritt.

Die beschlossene Immobilienvermögens-Zuwachssteuer ist ein richtiger Schritt, wenn sie richtig umgesetzt wird - Von Ariel Muzicant

Die von der Regierung beschlossene Immobilienvermögenszuwachssteuer ist ein richtiger Schritt, wenn sie richtig umgesetzt und kommuniziert wird. Noch kennen wir den Gesetzesentwurf nicht, aber ich kann nur hoffen, dass

1.) der Buchwert der Immobilie zum Verkaufsstichtag als Grundlage der Anschaffungskosten herangezogen wird;

2.) Finanzierungskosten und Inflation bei einem pauschalierten Steuersatz von 25 % keine Rolle spielen, so wie es auch bei Wertpapieren, Aktien und beim Sparbuch der Fall ist;

3.) Hauptwohnsitze auch weiterhin von der neuen Steuer ausgenommen werden.

Abgesehen davon, dass diese neue Regelung zur Steuergerechtigkeit beiträgt, muss einigen Kommentaren an dieser Stelle widersprochen werden:

- Die neue Steuer führt nicht zu mehr Schwarzgeschäften. Erfahrungsgemäß führen hohe Steuersätze eher zu Schwarzgeschäften als niedrige. Eine 25-prozentige Steuer sollte daher "Kaufpreise" die neben dem Kaufvertrag bezahlt werden, eher ausschließen, da ja auch der Käufer bei einem Weiterverkauf von der niedrigeren Basis ausgehend Steuer zahlen müsste. Bei einem 25-prozentigen Steuersatz liegt es im Interesse beider (Käufer und Verkäufer), den vollen Kaufpreis im Kaufvertrag wiederzugeben.

- Gleichzeitig führt aber die neue Steuer auch zu einer Steuersenkung, nämlich für all jene, die sich in der zehnjährigen Spekulationsfrist ab 1. 4. 2002 befinden und entweder die zehn Jahre abwarten wollten (was jetzt nicht mehr geht) oder 50 Prozent Spekulationssteuer bezahlt hätten. Die Tatsache, dass diese Gruppe nicht mehr wartet sondern mit 25-prozentiger Besteuerung ab 1. 4. 2012 verkaufen kann, bedeutet eine Steuerermäßigung und gleichzeitig eine Mobilitätserhöhung.

- Mobilitätserhöhungen sind aber immer konjunkturbelebend, was gerade in einem Land wie Österreich, wo überdurchschnittlich lange Zeit zwischen den Verkäufen der Immobilien vergeht, zu einer Normalisierung des Marktes beitragen wird.

- Betreffend Vorsorgewohnungen kann auch diese Investitionsform nicht allein auf steuerfreien Wertzuwächsen basieren und muss daher in sich ein rentables Geschäft sein. Aus diesem Grund ist auch hier das Argument, die neue Steuer würde das Vorsorgewohnungsgeschäft killen, ein falsches.

Immobilien sind und bleiben eine nachhaltige Absicherung gegen Inflation und Wirtschaftskrisen und sollten nicht zur Steuerspekulation dienen, sondern auf echten Cashflow-Renditen aufgebaut sein. (Ariel Muzicant, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 15.2.2012)

Autor

Ariel Muzicant ist Immobilienmakler


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Posting 1 bis 25 von 80
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Oddo Wolf
00
20.2.2012, 02:58
Das EIGENTUM ist zu besteuern, nicht der BESITZ und nicht der VERKAUF.

-
Wieviele x-Millionen müssen Großgrundbesitzer und Immobilien-Feudalherren an Parteispenden aufbringen, um x-Milliarden an Steuern für die Allgemeinheit zu verhindern?

Grund- und Boden-Feudalismus bildete die Grundlage der hochmittelalterlichen Gesellschaftsordnung abendländischer Staaten.
Oberster Lehnsherr war der jeweilige oberste Landesherr, König oder Herzog, der Lehen an seine Fürsten vergab. Diese konnten wiederum Lehen an andere Adelige vergeben, die sich von ihnen belehnen lassen wollten und oft in der Adelshierarchie unter dem Lehnsgeber standen.

Brauchen wir so etwas in einer Demokratie des 21. Jahrhunderts?
Was, wir haben gar keine Demokratie?
Ja das stimmt, aber nach der "Großen Revolution" werden wir eine haben.

Martina Schmidt
00
18.2.2012, 15:52
Verrückte Welt

Ich finde es bemerkenswert, dass ein Makler FÜR die neue Steuer ist. Genau genommen verteuert diese neue Steuer Grundstücksgeschäfte erheblich. Man wird sich also in Zukunft zweimal überlegen, ob man einen Makler mit dem Kauf einer Immobilie beauftragt oder nicht. Darüber hinaus wird jeder Verkäufer versuchen, seine Kosten auf den Käufer abzuwälzen, was Grundstückskäufe in Zukunft erheblich verteuern wird. Diese Verteuerung wird sich naturgemäß auch auf die Mieten niederschlagen, womit die neue Steuer nicht nur ein Inflationstreiber wird, sondern ALLE trifft. Ganz toll haben es jene, die in Eigenleistung ihr Haus umgebaut haben. Das zählt nämlich NULL.

Oddo Wolf
00
20.2.2012, 01:54
Der Hr. Ariel Muzicant ist ein schlauer Geschäftsmann.

-
1.) der Buchwert der Immobilie zum Verkaufsstichtag als Grundlage der Anschaffungskosten herangezogen wird;

Wie niedrig wird der Buchwert wohl sein, wenn die Immobilie schon 50 Jahre mein Eigentum ist. Wirklich Reiche verkaufen ihre Immobilie nicht (z.B.Kirche, größter Immobilienbesitzer Österreichs) sondern verpachten und vermieten.
Und wenn eine Immobilie sprunghaft um 25% teurer wird, freuen sich auch Vermieter und Verpächter über eine adäquate Miet- Pachterhöhung in etwa dem selben Ausmaß.

Die Reichsten steigen hier wieder am Besten aus.

Nicht der VERKAUF sondern das EIGENTUM von Immobilien ist zu besteuern.

Martina Schmidt
00
18.2.2012, 15:49
Da bin ich anderer Meinung

Herr Muzikant: die Aufhebung der 10jährigen Spekulationsfrist dient in Realita genau den Immobilienspekulanten. Die bezahlen nämlich ab sofort nur noch 25%, während sie vorher bis zu 50% Steuer bezahlt hätten!
Ihre Meinung Finanzierungskosten oder Inflation nicht gegen zu rechnen, ist völlig falsch und ungerecht. Viele, die heute Immobilien besitzen, haben diese im Vertrauen auf eine Rechtslage vor xy Jahren gutgläubig erworben. Wenn die nun zu dem in vielen Fällen über Kredit finanzierten Häuschen jetzt auch noch auf Ihren Renovierungs oder Umbaukosten sitzen blieben, wäre das mehr als ungerecht. Im Übrigen bleibt abzuwarten, wenn der Erste zum VfGH geht und dieser die neue Regelung wegen Missachtung des Vertrauensschutzes wieder aufhebt

sollte-passwort-ändern
 
00
15.2.2012, 20:04
Quintessenz der Maklerrede

Liebe Immobilienkäufer, hört bloß nicht auf zum Kaufen. Ich möchte auch weiterhin soviel verdienen wie bisher.

Michael Staudinger
00
28.2.2012, 18:41
re:

Na das ist ja eine tolle Sichtweise. Schau mal hier mit welchen Kosten wir zu rechnen haben:

http://www.fragmal.at/spekulati... mswohnung/

chelene chirsch
00
15.2.2012, 19:08

im endeffekt trifft es wieder die kleinen - mein hauptwohnsitz besteht aus zwei wohnungen; das heisst, für die eine kann ich länge mal breite zahlen.

95qm sind eh so ein palast, eh klar.

spiehsbürger
00
15.2.2012, 20:03

andere können sich mit knapper not eine mietwohnung leisten.

Michael Staudinger
00
28.2.2012, 18:42

so ist es!

Pierre d´Aubusson
00
15.2.2012, 18:16

Wenn ich einen Kilo Nägel kaufe und ihn an jemanden anderen weiterverkaufe, dann ist die Differenz grob gesprochen mein Einkommen.
Und mein Einkommen unterliegt der Einkommensteuer.

Wenn Herr Muzikant eine Immobilie kauft und diese wieder weiterverkauft, dann zahlt er ab dd.mm.yy. 25% der Differenz, darf aber um Notstandshilfe ansuchen, weil er ja sonst kein Einkommen hat?
Es war mir nicht in die Wiege gelegt, zu den Armen zu gehören...

?!?

Kofi2k
35
15.2.2012, 15:18

Ich würde mir eher einen Kommentar Muzicants zur aktuellen Politik Israels wünschen.

Der Waehlerwille
 
04
15.2.2012, 19:04
... ma bitte. Seits Ihr wirklich derart simpel gestrickt?

Der Mann ist Österreicher.

nochmals für die langsamen "ö s t e r r e i c h e r".

Ok.. verstanden .. begriffen?

Er kommentiert hier als betroffener eines österreichischen Gesetzes, in seiner Position als Immobilienunternehmer.

Dass er Jude ist ist nur für euch an dieser Stelle wichtig .. und zudem fürs thema .. völlig irrelevant.

georg furtner1
01
15.2.2012, 19:01

Muzikant ist osterreicher und nicht Israeli. Er lebt hier und nicht dort.

V995
00
15.2.2012, 18:52
er wird bestätigen dass israel nur frieden will

max ritz
01
15.2.2012, 17:26
ja, wo bleibt denn Ihr

politischer Kommentar zu N-Korea, oder Senegal?

sawi48
30
15.2.2012, 15:57
@Kofi

Warum ?

Und wo bleibt Dein Kommentar zur aktuellen Politik Israels oder wo auch immer ?

hans graucher
00
15.2.2012, 15:55
Wirklich??

Im Forum zu seinem Rücktritt als IKG-Präsident regt sich jeder fürchterlich darüber auf, wenn er dazu was sagt.

Meines Erachtens sind beide Vorwürfe unangebracht: Dr. Muzicant kann sich natürlich zu jedem Thema äußern wie er will. Das steht ihm wie jeder anderen Privatperson auch zu und da er eine Position im öffentlichen Interesse inne hatte, werden seine Aussagen eben von Medien auch gebracht.

Gleichzeitig finde ich es falsch von ihm zu VERLANGEN, er müsse sich zu irgendeinem Thema äußern. Der Präsident der jüdischen Gemeinde in Wien ist nicht Stellvertreter des Staates Israel, vertritt somit nicht Israel und sind seine Ansichten zu Themen Israel betreffend daher auch nur als private Ansichten zu deuten.

V995
03
15.2.2012, 14:36
das der jubelt war klar

statt 50% nur mehr 25% da wäre ich auch froh

ich nicht
24
15.2.2012, 12:37
gaaaanz bestimmt kassiert die firma muzicant/columbus nicht 1/3 der maklerprovisionen schwarz.

Benno Berghammer2
13
15.2.2012, 12:19
Ansichten von Muczikant sind falsch...

1. Wenn man den Buchwert einer Immobilie zum Verkaufsstichtag heranzieht, werden gewerbliche Immobilienunternehmer eindeutig gegenüber privaten Immobilienverkäufern bevorzugt, denn gewerbliche Anbieter schreiben die Immobilien in ihrer Buchhaltung ab. Private Verkäufer haben in der Mehrzeit keine Buchhaltung vor allem dann wenn es sich um Zweitwohnsitzbesitzer (z.B. Pendler in Wien, die im Burgenland oder NÖ keinen adäquaten Job finden).

In Wahrheit hilft es nur den gewerblichen Immobiliengeschäftemachern, denn jetzt werden etliche Vorsorgewohnungs- und Bauherrenmodelle in die Verlustzone aufgrund des Wegfalls der 10-jährigen Spekulationsfrist. Warum dann noch in Vorsorgewohnungen investieren, wenn der Steuervorteil wegfällt. Echt toll.

spiehsbürger
00
15.2.2012, 20:05

redens kann topfen. die afa müssen sie bei der berechnung des gewinnes als gewerblicher wieder herausrechnen.

hans graucher
00
15.2.2012, 15:59

Ist auf jeden Fall realitätsnäher und wohl auch leichter zu administrieren als historische Anschaffungswerte zum Nominale heranzuziehen. Es sei denn allenfalls man berücksichtigt in so einem Fall die Inflation beim Verkaufspreis

ich nicht
14
15.2.2012, 12:40
bevorzugung der gewerblichen ? wenn der buchwert durch AfA sinkt, steigt doch der zu versteuernde verkaufserlös beim gewerblichen.

-O ||||||| O-
00
15.2.2012, 14:02

und die afa könnt sich auch ein privater berechnen. das würde allerdings nicht mit einer schwarz kassierten miete korrelieren

Easy Rawlins
01
15.2.2012, 12:57

Genauso ist es. Und das nicht einmal ganz zu Unrecht, da die Abschreibung ja auch als steurliche Betriebsausgabe geltend gemacht wurde.

Und dieser Nachversteuerungseffekt ist so ziemlich das Gegenteil der - offenbar im Entwurf der Besteuerung nichtgewerblicher Immobilienverkäufe vorgesehenen - Aufindizierung der Anschaffungskosten um die Inflationsrate.

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