Bauern protestieren gegen neues Handelsabkommen mit Marokko
Madrid - Spanische Bauern haben am Dienstag 200 Kilo Paradeiser auf die Vertretung des Europaparlaments in Madrid geworfen.
Die rund 100 Landwirte protestierten damit gegen eine für Donnerstag
geplante Abstimmung der EU-Parlamentarier über ein neues
Handelsabkommen mit Marokko. Dieses würde für den nordafrikanischen
Staat Exporte in die EU einfacher machen als bisher. Die aus
Andalusien angereisten protestierenden Bauern riefen die Abgeordneten
auf, die spanische Landwirtschaft nicht zu "hintergehen".
"Die Neufassung des Abkommens wird tausende Stellen zerstören in
den Produktionsgebieten, die auch schon jetzt leiden", sagte ein
Vertreter des Bauernverbandes COAG. "Mit Tomaten beworfen zu werden,
ist alles, was die Europäische Kommission verdient." Andalusien, ein
sehr wichtiger Standort der spanischen Landwirtschaft, dürfte von dem
neuen Abkommen mit Marokko tatsächlich am stärksten betroffen sein.
Die Region hat bereits jetzt eine Arbeitslosenrate von über 30
Prozent. (APA)