Auch Facebook soll Daten liefern
Oslo - Bei der Aufklärung des Massakers, das der
Attentäter Anders Behring Breivik im Juli verübte, hat die
norwegische Polizei in Frankreich und den USA um Unterstützung
gebeten. Von den französischen Behörden erhofften sich die Ermittler
Mithilfe bei der Anhörung von Behring Breiviks in Frankreich lebendem
Vater, sagte Polizeistaatsanwalt Paal-Fredrik Hjort Kraby am
Dienstag.
Der Vater des Attentäters, ein pensionierter Diplomat, weigert
sich, nach Norwegen oder in eine norwegische Vertretung in Frankreich
zu kommen, um über seinen Sohn auszusagen. Deshalb setzen die
norwegischen Ermittler nun darauf, bei einem Verhör durch die
französische Polizei dabeisein zu können. In einem Interview mit dem
"Stern" hatte Jens Breivik seinen Sohn, den er seit Jahren nicht sah,
als "schlimmsten Terroristen seit dem Zweiten Weltkrieg" bezeichnet.
In den USA erhoffen sich die norwegischen Ermittler Angaben des
sozialen Netzwerkes Facebook zu Konten, die Behring Breivik eröffnete
und dann wieder löschte. Die Internet-Kontakte sollen Aufschluss über
mögliche Freunde und Unterstützer geben.
Behring Breivik hatte am 22. Juli zunächst im Regierungsviertel
von Oslo eine Autobombe gezündet und damit acht Menschen getötet.
Anschließend eröffnete er in einem Sommerlager der regierenden
Arbeiterpartei auf der Insel Utöya das Feuer und erschoss 69
überwiegend jugendliche Teilnehmer. Der Prozess gegen ihn soll am 16.
April beginnen. (APA)