Wegen Treibstoffmangels - Behörden: Stromversorgung von Krankenhäusern gefährdet
Gaza - Das einzige Kraftwerk im Gazastreifen ist wegen
Treibstoffmangels abgeschaltet worden. Das Elektrizitätswerk liefere
für gewöhnlich etwa 35 Prozent des Stroms im Gazastreifen, teilte der
Leiter der örtlichen Energiebehörde am Dienstag mit. Ahmed Abu
al-Amrin warnte, die Stromversorgung der Krankenhäuser sei nun
gefährdet. Man könne auch Wasserversorgung und Abwasserbehandlung
nicht mehr gewährleisten. "Wir haben eine lebenswichtige Stromquelle
im Gazastreifen verloren", sagte er vor Journalisten in Gaza.
Der Hintergrund für den Treibstoffmangel ist kompliziert. Die
Energiebehörde im Gazastreifen macht Israel verantwortlich.
Allerdings gibt es einen innerpalästinensischen Streit über
unbeglichene Rechnungen.
In der Vergangenheit hatte die Palästinensische Autonomiebehörde
Israel den Treibstoff abgekauft, der für den Betrieb des Kraftwerks
gebraucht wurde. Das Geld stammte aus Stromgebühren, die die
Einwohner des Gazastreifens bezahlten.
Die radikal-islamische Hamas, die 2007 gewaltsam die Kontrolle im
Gazastreifen an sich gerissen hatte, leitete jedoch die Gebühren
nicht mehr an die Palästinenserbehörde im Westjordanland weiter. Zur
Begründung hieß es, viele Haushalte im verarmten Gazastreifen seien
zahlungsunfähig. Die Palästinenserbehörde kaufte daher keinen
Treibstoff mehr von Israel für den Gazastreifen.
Hamas importiert seit gut einem Jahr Treibstoff durch
Schmugglertunnel aus Ägypten. Die Schmuggler hatten die Lieferung
jedoch zuletzt eingestellt und höhere Preise verlangt.
Al-Amrin machte jedoch Israel für den Treibstoffmangel
verantwortlich und bat Ägypten um Hilfe. Israel hatte eine Blockade
des Gazastreifens mit seinen etwa 1,6 Millionen Einwohnern nach dem
Hamas-Putsch verschärft. Im vergangenen Jahr lockerte Israel die
Abriegelung des Küstengebiets nach scharfer internationaler Kritik.
Ägypten öffnete den Grenzübergang Rafah zum Gazastreifen im Mai
vergangenen Jahres für den Personenverkehr. (APA)