Gegenkandidaten beklagen Omnipräsenz Putins im Fernsehen

14. Februar 2012, 16:23
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Kommunist Sjuganow und Ultranationalist Schirinowski: Präsidentenwahl nicht demokratisch

Moskau - Zwei Bewerber bei der russischen Präsidentenwahl haben die Omnipräsenz des Favoriten Wladimir Putin im Fernsehen beklagt. Die Wahl am 4. März sei nicht demokratisch, weil mindestens drei TV-Stationen dem derzeitigen Ministerpräsidenten Putin zu Diensten seien, beklagten der Kommunist Gennadi Sjuganow und der Ultranationalist Wladimir Schirinowski am Dienstag vor Journalisten in Moskau. Die Fernsehsender Perwij, Rossija und NTW berichteten ausführlich über alle Äußerungen Putins, während die Gegenkandidaten ignoriert würden.

Nach Angaben der Kommunistischen Partei widmeten fünf Fernsehsender Putin zwischen dem 2. und 11. Februar 680 Minuten, während es für Sjuganow 65 Minuten und für Schirinowski 146 Minuten waren. Sjuganow und Schirinowski beklagten zudem, dass Putin kein Fernsehduell mit ihnen wolle. Die beiden altgedienten Politiker wollen ihre Benachteiligung am Mittwoch im Unterhaus sowie bei Präsident Dmitri Medwedew ansprechen. Die Liga der Wähler, ein Bündnis von Oppositionellen, Kulturschaffenden und Journalisten, hatte sich schon am Montag bei der Wahlkommission über die Bevorzugung Putins im Fernsehen beschwert.

Eine Wahl Putins für eine dritte Amtszeit als Präsident gilt als sicher, möglicherweise muss er sich aber erstmals einer Stichwahl stellen. Seit den umstrittenen Parlamentswahlen im Dezember, mit denen der Ämtertausch zwischen Putin und Medwedew eingeleitet wurde, gibt es Massenproteste gegen die russische Führung. Putin war bereits von 2000 bis 2008 Präsident, durfte nach diesen zwei Amtszeiten in Folge aber nicht direkt wieder antreten. (APA)

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    Eine junge Moskauerin schreibt einen Valentinstagsbrief an Wladimir Putin.

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